Wehsely/Frauenberger: Geflüchtete Frauen und Mädchen brauchen Schutz und Perspektiven

Internationale Konferenz „Flucht aus Frauenperspektive – Bleibt die Gesundheit auf der Strecke?“– am 18.10.2016 im Wiener Rathaus

Wien (OTS) - Waren im Jahr 2015 noch vor allem Burschen und Männern auf den Fluchtstrecken unterwegs, sind nach Einschätzung der UNO mittlerweile 55% der Flüchtlinge, die nach Europa kommen, Frauen und Kinder. Die gesundheitlich relevanten Lebensbedingungen von Frauen mit Fluchterfahrung thematisiert die diesjährige Konferenz des Büros für Frauengesundheit und Gesundheitsziele am 18.Oktober 2016 im Rathaus. Schirmherrin Sonja Wehsely, als Stadträtin für Gesundheit, Soziales und Generationen sowohl für den Gesundheitssektor als auch für die Versorgung von Asylsuchenden in Wien verantwortlich, betrachtet den Schutz von allein reisenden Frauen, Schwangeren sowie Frauen mit Kindern als vorrangig: „Frauen sowie unbegleitete Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Familie nach Österreich gelangt sind, stellen eine besonders vulnerable Personengruppe dar. Ihnen Schutz zu geben und sie dabei zu unterstützen, in unserer Gesellschaft Fuß zu fassen, ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.“

Wehsely: „Diese Aufgabe bewältigt die Stadt Wien gemeinsam mit den Hilfsorganisationen, den Einrichtungen im Gesundheits-, Sozial und Bildungsbereich sowie mit vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern täglich.“ 2015 betreute der Fonds Soziales Wien 25.869 Personen in der Wiener Grundversorgung, davon waren 31,5% weiblich. Diese stammen vorwiegend aus Syrien, Afghanistan, der Russischen Föderation (Tschetschenien) und dem Irak. Der Großteil ist zwischen 19 und 40 Jahre alt.

„Das Thema Flucht ist nicht geschlechtsneutral“, erklärt Sandra Frauenberger, Stadträtin für Frauen, Bildung, Integration, Konsumentenschutz und Personal und verweist auf geschlechtsspezifische Fluchtgründe, wie strukturelle Diskriminierung und Unterdrückung in den Herkunftsländern oder als Kriegstaktik eingesetzte Vergewaltigungen und Entführungen. Zu beachten sei auch das Ausmaß an sexualisierter Gewalt gegen Frauen und Mädchen und die von ihnen betreuten Kinder auf den Fluchtrouten. „Es ist eine sehr wichtige Aufgabe, Frauen und Mädchen, die frauenfeindlichen Strukturen entkommen sind, hier in Wien Sicherheit und die Möglichkeit einer selbstbestimmten Perspektive zu vermitteln.“

Sensibilisiertes Personal ist eine große Unterstützung für schutzbedürftige Frauen

Aufgabe der Kommunen ist es, Flüchtlinge gesundheitlich zu versorgen, ihnen Wissen über das österreichische Gesundheitssystem zugänglich zu machen, zugleich soziokulturelle und sprachliche Barrieren sowie Vorurteile – auf beiden Seiten – abzubauen. Dies stellt das Gesundheits-, das Sozial- und Bildungssystem und dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor zahlreiche Herausforderungen. Kristina Hametner, Leiterin des Büros für Frauengesundheit und Gesundheitsziele stellt fest: „Ob im Kreißsaal, in der gynäkologischen Ambulanz oder bei der Gruppentherapie: geschultes Personal, das über die besonderen Bedürfnisse und Problemlagen weiblicher Flüchtlinge Bescheid weiß, ist unverzichtbar.“ Die Konferenz, die an das Fachpersonal im Gesundheits- und Sozialbereich adressiert ist, sei ein Beitrag der Stadt zur Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Geschlechtsspezifische Fluchtgründe, therapeutische Praxis, interkulturelle Kommunikation im Gesundheitsbereich und frauenspezifische Angebote

Die mit 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgebuchte Fachkonferenz bringt vielfältige Aspekte im Zusammenhang von Flucht und Frauengesundheit zur Sprache: die britische Soziologin Jane Freedman spricht über Fluchtgründe von Frauen, die österreichische Psychotherapeutin Barbara Preitler berichtet über die Behandlung traumatisierter Kriegsflüchtlinge, ein Podiumsgespräch bringt Fachleute aus Geburtshilfe und Medizin, Grundversorgung und Sozialer Arbeit an einen Tisch, die die Herausforderungen für die Kommune beleuchten. Der Nachmittag verspricht sehr spannende Beiträge zu „geschlechtsspezifische Gewalt“, „Partizipation und Empowerment“ sowie „Interkulturelle Kommunikation“.

Organisiert wird die Konferenz vom Büro für Frauengesundheit und Gesundheitsziele, MA 24 in Kooperation mit der MA 57, Frauenabteilung der Stadt Wien.
Link zum Programm:
http://www.diesie.at/downloads/dokumente/Programme/dieSie-Frauen-Fluc
ht-Folder-Web4_final.pdf

Rückfragen & Kontakt:

Büro für Frauengesundheit und Gesundheitsziele, MA 24
Tel.: 01 4000 84180
E-Mail: kristina.hametner@wien.gv.at

Norbert Schnurrer
Mediensprecher
Stadträtin Sonja Wehsely
Tel.: 01 4000 81231
E-Mail: norbert.schnurrer@wien.gv.at

Stefanie Grubich
Mediensprecherin
Stadträtin Sandra Frauenberger
Tel.: 01 4000 81853
E-Mail: stefanie.grubich@wien.gv.at

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