Gesundheitsgespräch: 2-Klassen-Medizin - (k)ein Mythos?

Diskussion namhafter Experten

St. Pölten (OTS) - Dr. Gabriele Von Gimborn MPH und Dr. Herbert Machacek luden am 12.10. zu einem weiteren Gesundheitsgespräch zum Thema „2-Klassen-Medizin - (k)ein Mythos?“ ein.

Namhafte Experten diskutierten das Thema und waren sich einig, „2-Klassen-Medizin ist kein Mythos – es ist Realität“.

Univ. Prof. Dr. Schwarz Bernhard ( Public Health der Med. Uni Wien, Karl-Landsteinergesellschaft) hob den unterschiedlichen Zugang zu den medizinischen Leistungen hervor und vor allem die unterschiedlichen Leistungs- und Tarifkataloge der Sozialversicherungen, speziell bei ASVG-Versicherten. „Früher hat man in der Gesundheitsversorgung nie über Geld gesprochen, jetzt regiert das Thema Geld.“

PD Dr. Andreas Klein (Ethiker Uni Wien) kritisierte die Wartezeiten im Bereich Diagnostik, die unter Umständen nicht nur den Krankheitsverlauf beschleunigen, sondern auch enormen psychischen Stress verursachen, was als Ethiker nicht zu vertreten ist. Das Thema Gerechtigkeit und Transparenz fehlt schon seit langem. Weiters stellt sich die Frage, wer den §133 ASVG interpretiert: „ Was ist ausreichend, zweckmäßig und was überschreitet das „Maß des Notwendigen“?

Mag. Jürgen E. Holzinger (Obmann „ChronischKrank“) brachte es auf den Punkt. Patienten kommen nur zu ihrem Recht, wenn sie auf ihre Leistungen beharren, sprich einen Bescheid bei der Kasse anfordern (2/3 der Patienten bekommen dann sofort die Leistung) oder Beziehungen haben. Die Kassen handeln willkürlich, unterschiedlich und sehen nicht den Patienten, sondern nur das Geld. „Die Ungleichheiten haben in den letzten Jahren extrem zugenommen“. Chronisch Kranke kämpfen um ihre Existenz und haben kein Geld für Privatmedizin.

Dr. Reisner Christoph Msc (Präsident der NÖ Ärztekammer) sieht die Notwendigkeit von Kassen- und Wahlärzten. Er kritisierte vor allem den geltenden Leistungskatalog, der weder der modernen Medizin noch den tatsächlichen Aufwendungen und Zeit der Ärzte entspricht.

LAbg. MR Dr. Machacek Herbert fordert, dass die Güte der medizinischen Versorgung nicht von der beruflichen oder sozialen Situation abhängig sein darf und neben einer Finanzierung aus einer Hand dringend eine Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger erforderlich ist.

LAbg. Dr. Gabriele Von Gimborn MPH fordert eine offene, transparente und ehrliche Diskussion über die Frage „ Was wollen/können wir uns noch leisten?“ Spitalsbauten, wie im Süden von NÖ, sind vielleicht Denkmäler für manche Politiker, aber keine effektive Versorgung für den Patienten. „Es soll doch der Patient und nicht der Politiker im Mittelpunkt stehen!“

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