Neues Volksblatt: "Groscherlreiter" von Harald ENGELSBERGER

Ausgabe vom 13. Oktober 2016

Linz (OTS) - In seiner Budgetrede widmete sich Finanzminister Hans Jörg Schelling in erster Linie dem Spargedanken und dem verantwortungsvollen Umgang mit unserem Steuergeld — auch im Sinne der nachfolgenden Generationen. Und das ist gut so — Österreich hat schon genug Schulden und sollte nicht mit neuen Schulden die alten bezahlen. Denn die Schuldenmacherei endet meist im Bankrott und eine Loch-auf-Loch-zu-Mentalität brachte schon so manch erfindungsreichen Bürger hinter Gitter.
Schellings Warnung — „die Politiker machen die Schulden und die Bürger müssen's dann zahlen“ — sollte doch zu denken geben. Er ersucht um Vertrauen, er werde das Nulldefizit und schwarze Zahlen erreichen. Und dass er es ernst meint, nimmt man ihm ab. Und auch, dass er verstärkt in zukunftsweisende Bereiche wie Bildung, Gesundheit und Forschung investieren möchte, um den Standort Österreich an die Spitze zu bringen.
Für seine Absicht und die seit langem wieder sinkende Neuverschuldung gebührt dem Finanzminister jedenfalls Applaus. Und dass er durchaus richtig liegt, beweist auch die Tatsache, dass die Mandatare des Koalitionspartners, die ja gerne mehr Schulden machen würden, nach dieser Rede aufs Klatschen vergaßen — auch das sollte zu denken geben.
Aber es ändert nichts: Lieber einen Minister „Groscherlreiter“ als einen Schuldenkaiser der Marke „Kreisky“.

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