Grafischer Druck: BetriebsrätInnen signalisieren Kampfbereitschaft für qualitativ hochwertigen Kollektivvertrag

Aufforderung an WKO, Verhandlungen zu beginnen - grünes Licht für Betriebsversammlungen

Wien (OTS) - Rund 120 BetriebsrätInnen des grafischen Drucks aus ganz Österreich nahmen heute Vormittag an einer BR-Konferenz teil, zu der die GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) nach Leonding geladen hat, um die aktuelle Situation zu beraten: der Verband Druck & Medientechnik hat Ende September völlig überraschend angekündigt, nicht mehr Kollektivvertragspartner sein zu wollen. ++++

"Für die rund 10.500 Beschäftigten ändert sich vorerst nichts. Der Kollektivvertrag bleibt solange in Kraft, bis das Bundeseinigungsamt dem Antrag der Arbeitgeber stattgibt", erklärte der zuständige Wirtschaftsbereichssekretär Christian Schuster: "Uns geht es darum, für die Zeit danach Rechtssicherheit zu schaffen - in Form eines weiterhin qualitativ hochwertigen Kollektivvertrags."

Unter den BetriebsrätInnen herrscht große Unzufriedenheit, vor allem auch über die Vorgangsweise des Verbands Druck & Medientechnik, der als Grund für seinen Willkürakt die Auswirkungen des Lohn- und Sozialdumpinggesetzes nannte, ergänzte Michael Ritzinger, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Druck, Kommunikation, Papierverarbeitung in der GPA-djp: "Wir haben den Kollektivvertrag gemeinsam in sozialpartnerschaftlicher Verantwortung erarbeitet, jetzt distanzieren sich die Arbeitgeber davon." Diese Vorgangsweise sei nichts anderes als der Versuch, die Arbeitsbedingungen in der Branche zu verschlechtern, so Ritzinger weiter. Verbandspräsident Watzal argumentiere den Ausstieg aus dem Kollektivvertrag mit der Schaffung von mehr Rechtssicherheit in den Betrieben. Wenn der Kollektivvertrag außer Kraft gesetzt werde, sei für die Beschäftigten jedoch genau das Gegenteil der Fall: "Die Arbeitgeber bekommen damit natürlich die Möglichkeit, Arbeitsbedingungen zu verändern." Den Beschäftigten wird deswegen empfohlen, keinen Änderungen ihrer Dienstverhältnisse zuzustimmen, ohne sich vorher mit ihrem Betriebsrat oder mit der GPA-djp abzustimmen.

Die Sicherheit, die nur ein flächendeckender Kollektivvertrag für die Beschäftigten bedeute, müsse auch im Sinn der WKO sein, waren sich die Teilnehmer der heutigen BetriebsrätInnen-Konferenz einig. Deswegen wurde der einstimmige Beschluss gefasst, mit der WKO in Verhandlungen für einen österreichweiten Kollektivvertrag zu treten. Um die Beschäftigten über die weitere Vorgangsweise informieren zu können, wurde außerdem einstimmig beschlossen, laufend Betriebsversammlungen abzuhalten. "Die Kolleginnen und Kollegen sind entschlossen und einig, wir werden diesen Affront der Arbeitgeber nicht widerstandslos hinnehmen - das Vorhaben des Verbands Druck & Medientechnik werden wir mit aller Kraft zu verhindern wissen. Wir werden für einen fairen, qualitativ hochwertigen Kollektivvertrag kämpfen!" so Ritzinger und Schuster abschließend.

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