„Wohnen, ein Luxus ?“: „Menschen & Mächte“-Doku von Klaus Unterberger am 13. Oktober um 22.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - In ganz Europa ist es bereits Thema der politischen Auseinandersetzung, mittlerweile ist es auch ein Problem für Tausende Haushalte in Österreich: Wer kann sich Wohnen noch leisten? Warum steigen die Mieten deutlich stärker als die Einkommen? Was kann, was muss die Politik gegen die sich ankündigende Wohnungsnot unternehmen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die „Menschen & Mächte“-Dokumentation „Wohnen ein Luxus?“ von Klaus Unterberger am Donnerstag, dem 13. Oktober 2016, um 22.30 Uhr in ORF 2. Seit 2011 sind die Mieten in Österreich um 15 Prozent gestiegen. Das klingt moderat. Tatsächlich verbirgt die Statistik ein alarmierendes soziales Gefälle: Ärmere Haushalte haben deutlich höhere Wohnkosten als Durchschnittsverdiener und Wohlhabende. Der Grund: Gutverdiener können sich eher Eigentum leisten, schlechter verdienende Menschen sind auf Mietverhältnisse und die ständig steigenden Mietpreise angewiesen. Die Dokumentation geht der wachsenden sozialen Schere auf den Grund und beleuchtet unterschiedliche Wohnwelten.

Das Recht auf Wohnen: Im ersten Bezirk in Wien präsentiert die Immobilienmaklerin Elisabeth Rohr eines der luxuriösen Appartements der Wiener Innenstadt: Kaufpreis: 7,4 Millionen Euro. Ebenfalls in Wien, aber in einer ganz anderen sozialen Welt lebt die 51-jährige Gabriele Rad mit ihren zwei Kindern. Sie lebt von der Mindestsicherung, geriet in Mietrückstände und wurde schließlich delogiert. Zurzeit lebt sie in einer Übergangswohnung der Stadt Wien

Wohnungsnot ist aber längst nicht mehr nur ein klassisches Armutsproblem. Warum können sich viele Menschen trotz steigender Einkommen immer weniger leisten? Anhand eines Rechenbeispiels geht die Dokumentation dem Zusammenhang zwischen Wohnkosten und Einkommen nach. Dass die Wohnungsnot längst im Mittelstand angekommen ist, zeigt ein Blick auf die aktuelle Situation in Innsbruck. Die Tiroler Landeshauptstadt hat die höchsten Mieten Österreichs. Ist Wohnen also ein Geschäftsmodell oder doch ein Grundrecht für alle Menschen?

Als wirksamer Preistreiber am Wohnungsmarkt gilt nicht nur in Österreich, sondern international die Immobilienspekulation. Im Hamburg hat in den vergangenen Jahren der Streit um die „ESSO Häuser“ für Schlagzeilen gesorgt. Eine jahrelange Auseinandersetzung hat zu Demonstrationen, Straßenschlachten und Polizeieinsätzen geführt. Trotzdem ist der Konflikt ein Beispiel, wie wirksam eine Stadtverwaltung zu einem Konsens zwischen Investoren und Bewohnern beitragen kann. Großbritannien sucht seine eigenen Lösungen aus der Wohnkrise. Bereits Margaret Thatcher hat dabei die politische Zielrichtung vorgegeben: Das „Right to buy“, das „Recht auf Eigentum“ zwingt Wohnbaugenossenschaften dazu, ihre Sozialwohnungen zu verkaufen. Der Traum einer Gesellschaft von Eigentümern führt jedoch zu schwerwiegenden sozialen Problemen.

Draußen vor der Tür: Flüchtlingskrise und Migration verschärfen die Wohnungsfrage zusätzlich und dramatisch: Wie Lösungen aussehen könnten, zeigt die Dokumentation anhand eines Wohnprojekts in Berlin. Wie leistbarer Wohnraum für Asylsuchende und die einheimische Bevölkerung entstehen kann, ist nicht zuletzt eine Herausforderung für die Architekten. Wie aus einem desaströsen Spekulationsobjekt ein mehrfach ausgezeichnetes Wohnprojekt werden kann, analysiert die Dokumentation anhand des Wiener „Kauerhofes“. Hier spricht man 13 Sprachen – und das bei leistbaren Mieten.

Die Zukunft der Stadt: Wie leistbares Wohnen in Zukunft funktionieren könnte, zeigt ein Blick auf die „Internationale Bauausstellung“ in Wien, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Bundeshauptstadt zum „Kompetenzzentrum für den sozialen Wohnbau des 21. Jahrhunderts“ zu machen. Im „mobilen Stadtlabor“ der TU Wien entstehen derzeit Visionen für eine „Stadt der Zukunft“. Dass die Wohnungsfrage sozialer Sprengstoff ist, damit beschäftigt sich auch Christopher Dell. Er ist nicht nur Experte für Urban Design und Stadtentwicklung, sondern zugleich einer der führenden Jazz-Vibrafonisten Europas. Er skizziert, warum die „Stadt der Zukunft“ ein Möglichkeitsraum für alle sein muss.

Der Streit um das Mietrecht: Die Reform des heimischen Mietrechts wird seit Jahren angekündigt, sie droht zur unendlichen Geschichte zu werden, da sich die Koalitionsparteien nach wie vor nicht darauf einigen können. Die Streitpunkte: Geforderte Obergrenzen bei den Mieten, die Frage der befristeten Mietverträge und die Maklergebühren. Die Standpunkte der Immobilieneigentümer und der Mieterschützer könnten nicht gegensätzlicher sein. Ein Patt, das den Grundsatz vom „Recht auf menschenwürdiges Wohnen“ zunehmend erodieren lässt.

Die „Menschen & Mächte“ Dokumentation entstand in Zusammenarbeit mit der vielfach ausgezeichneten Plattform für investigativen Datenjournalismus „Dossier“, die gezielte Datenanalysen und -aufbereitungen durchführte.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

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