Setbesuch bei „Im Takt der Erinnerung“

Erwin Steinhauer lässt für Gisela Schneeberger die 70er Jahre aufleben

Wien (OTS) - „Die Intention des Films ist das Gefühl zu erforschen, wie es ist, wenn dein Partner Alzheimer hat“, bringt Regisseur Nils Willbrandt („Pregau – Kein Weg zurück“) seinen jüngsten Film, „Im Takt der Erinnerung“, auf den Punkt. Seit mehr als 40 Jahren ist es die große Liebe. Doch nach einer Alzheimer-Diagnose leben Hartmut und Erika ein Leben in der Vergangenheit. Damit die gemeinsamen Erinnerungen nicht noch mehr verblassen, lässt Erwin Steinhauer für seine TV-Ehefrau Gisela Schneeberger die 70er Jahre wiederaufleben. Doch bei ihrer Reise in die Vergangenheit kommen Familiengeheimnisse ans Licht, die besser in Vergessenheit geblieben wären. In weiteren Rollen stehen für den TV-Film u. a. Simon Schwarz, Andrea Eckert, Wolfgang Böck und Doris Hindinger vor der Kamera, das Drehbuch stammt von Uli Brée und Klaus Pieber. Zu sehen ist „Im Takt der Erinnerung“ voraussichtlich 2017 in ORF 2.

Im Rahmen eines Setbesuchs am Montag, dem 10. Oktober 2016, im Pflegeheim Baumgarten gaben Regisseur Nils Willbrandt und seine beiden Hauptdarsteller Gisela Schneeberger und Erwin Steinhauer Einblicke in die Dreharbeiten.

„Hartmut geht den Weg aller Angehörigen, die mit einer demenzkranken Person leben müssen“, beschreibt Erwin Steinhauer seine Figur, „er glaubt lange, ihr helfen zu können. Sie bildet sich ja ein, sich in den 70er Jahren wohlzufühlen, deshalb richtet er auch ihre ganze Umgebung in diesem Stil ein. Natürlich kann er den Fortschritt der Krankheit nicht verlangsamen.“ Für Steinhauer trägt die Krankheit Alzheimer eine gewisse unfreiwillige Komik in sich: „Es gibt eine wunderbare Stelle in Arno Geigers ,Könige im Exil‘. Da besucht der Sohn mit seiner Freundin seinen kranken Vater und sie gehen mit ihm spazieren. Der Sohn fragt den Vater: ,Na Papa, weißt du noch, wie ich heiße?‘, worauf der Vater die Freundin anschaut und sagt: ,Als ob das irgendjemanden interessiert.‘ Find ich eine wunderbare Pointe, die ein schönes Beispiel ist, dass die Antworten von Alzheimerkranken unwissentlich eine unglaubliche Komik beinhalten. Außerdem, wenn man mich im 70er Hochzeitsanzug sieht, mit einer blauen Glockenhose, langen Haaren und Koteletten – also das gibt schon was her.“

Gisela Schneeberger dreht nicht zum ersten Mal mit Erwin Steinhauer:
„Ich kenn Erwin schon länger, er spielt jetzt bereits zum dritten Mal meinen Mann, aber so intensiv haben wir noch nie gedreht, weil wir bisher immer nur getrennte Ehepaare gespielt haben.“ Als Vorbereitung besuchte die Schauspielerin zwei Demenzheime: „Demenz war für mich nichts Neues, meine Mutter, die über neunzig Jahre alt wurde, war die letzten Jahre auch dement, aber nicht so schwer wie der Fall, den ich jetzt spiele. Natürlich macht es Angst, ob man selber dann auch so krank wird, aber ich glaub, es ist unaufhaltsam. Es gibt ja Menschen, die lassen sich testen, wenn sie die ersten Anzeichen spüren, aber ich weiß gar nicht, ob ich das wissen wollen würde.“

Regisseur Nils Willbrand streut seinen beiden Hauptdarstellern Rosen:
„Es sind beide ganz einfach fantastische Schauspieler, die noch dazu unglaublich gut zu einander passen. Erwin verfügt über die Fähigkeit, das Tragische und das Komische gleichermaßen darzustellen, da braucht man auch als erfahrener Schauspieler Wissen, Gefühl und Kenntnis. Bei Gisela ist das ebenso, beide schaffen es, das Tragische ins Komische kippen zu lassen.“

Mehr zum Inhalt:

Seit mehr als 40 Jahren sind Hartmut (Erwin Steinhauer) und Erika (Gisela Schneeberger) ein Paar, doch Erika hat Alzheimer – und die gemeinsamen Erinnerungen verblassen immer mehr. Als beide den Tanzclub ihrer Enkelin (Ella Rumpf) besuchen, hören sie Lieder aus den 70er Jahren. Plötzlich bewegt sich Erika im Takt der Musik, als hätte sie niemals einen Tanzschritt vergessen. Und obwohl sie danach wieder zurück in ihre eigene Welt fällt, schöpft Hartmut neue Hoffnung. Wenn er es schaffen würde, die Zeit zurückzudrehen, könnte er Erika, die Liebe seines Lebens, wieder zurückholen. So lässt er die 70er Jahre wiederaufleben und gestaltet ihre gemeinsame Wohnung um. Doch bei ihrer Reise in die Vergangenheit kommen Familiengeheimnisse ans Licht, die besser in Vergessenheit geblieben wären.

„Im Takt der Erinnerung“ ist eine Produktion der Mona Film in Koproduktion mit ARD Degeto und ORF, gefördert durch den Fernsehfonds Austria und den Filmfonds Wien.

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