uniko: Studienplatzfinanzierung muss zu besserer Betreuung führen

Präsident Vitouch plädiert für Preismodell, das die Kosten je nach Fächergruppe abbildet

Wien (OTS) - Die öffentliche Diskussion über Modelle der Studienplatzfinanzierung in den vergangenen Wochen nahm die Plenarversammlung der Universitätenkonferenz (uniko) am Montag in Graz zum Anlass, folgende Positionen zu formulieren:

Die vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) für 2019 angekündigte Studienplatzfinanzierung muss als Preismodell (Normkostenmodell), das die unterschiedlich hohen Kosten pro Studienplatz je nach Fächergruppe abbildet, umgesetzt werden, und zwar auf Basis von prüfungsaktiv betriebenen Studien. Dazu bedarf es einer ergänzenden Grundfinanzierung unter Einschluss von universitärer Forschung, der Entwicklung und Erschließung der Künste und der Infrastruktur. Das Wissenschaftsressort und die uniko haben dazu im Auftrag der damaligen Bundesregierung ein gemeinsames Papier erarbeitet und Ende 2011 vorgelegt. Diese Kalkulationen sind auf aktueller Preisbasis hochzurechnen.

Die an den Kapazitäten der Universitäten orientierte Studienplatzfinanzierung erfordert flächendeckende Aufnahmeregelungen. Als Grundlage für die künftige Anzahl der Studienanfänger und -anfängerinnen soll die Zahl der Absolventen und Absolventinnen plus ein zu diskutierender Prozentsatz herangezogen werden. Ziel ist, dass jede Anfängerin und jeder Anfänger das Studium auch mit hoher Wahrscheinlichkeit abschließen kann. Die mittelfristige Zielsetzung ist, bei entsprechender Finanzierungsbasis, eine Erhöhung der Zahl von Absolventen und Absolventinnen (nicht für alle Fächer, aber insgesamt).

Der Präsident der uniko, Rektor Oliver Vitouch, weist in dem Zusammenhang auf eine eben erschienene Studie der European University Association (EUA) hin. Diese zählt das Österreichische Universitätssystem zu den „wachsenden Systemen unter Druck“: Demnach steigen die Studierendenzahlen wesentlich stärker an als jene des wissenschaftlichen Personals. Das dokumentieren auch die offiziellen Zahlen des BMWFW: Die Betreuungsrelationen, hier gemessen als Verhältnis zwischen prüfungsaktiven Studien und Professur-Äquivalenten, hätten sich in den letzten Jahren verbessern sollen, haben sich jedoch stattdessen von 1 : 38,9 (2009/10) auf 1 :
42,5 (2014/15) verschlechtert.

Präsident Vitouchs Schlussfolgerung: „Eine Studienplatzfinanzierung tut dringend not, um diesen Trend der fortschreitenden Verschlechterung umzukehren. Es ist hocherfreulich, dass Wissenschaftsminister Mitterlehner angekündigt hat, für 2019 ein entsprechendes System zu etablieren. Wesentlich ist dabei eine solide Definition von Mengengerüst und Preisgerüst, sprich: wie viele Anfängerinnen und Anfänger, welche Normkosten.“

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