Klima- und Energiefonds: Heimische Forschungsinitiative revolutioniert den globalen Solarmarkt

„SolPol“ zieht mit marktreifen Innovationen Erfolgsbilanz

Wien (OTS) - Während der Energiebedarf weltweit stetig steigt, stagniert der heimische Solarmarkt. Um die Energiewende dennoch konstant voranzutreiben, gilt es, Effizienz zu steigern, Ressourcen zu schonen und Kosten zu senken. Wie all das gleichzeitig gelingen kann, damit beschäftigt sich die vom Klima- und Energiefonds geförderte, weltweit größte Forschungsinitiative zum Thema Kunststoffinnovationen für die Solartechnik „SolPol“. Unter Leitung der Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz präsentierte die in ihrer Zusammensetzung international einzigartige Forschungskooperation heute im Rahmen einer Pressekonferenz Produktinnovationen, die erfolgreich am Markt Fuß fassen konnten bzw. kurz vor dem Markteintritt stehen.  

Österreichisches Know-How für die globale Energiewende

Mit 19 Unternehmenspartnern und 10 wissenschaftlichen Partnern setzt „SolPol“ seit 2010 auf das Potenzial der Vernetzung der Solar- und Kunststofftechnik. Zwei Branchen, in denen Österreich traditionell hohe Kompetenz hat. Die Forschungsinitiative steckte sich von Beginn an hohe Ziele: Es sollte nicht nur Funktionalität, Lebensdauer und Gewicht von Solarkomponenten durch Kunststoffe, die in solar-technischen Systemen wie in der Solarthermie und der Photovoltaik zum Einsatz kommen, verbessert werden, sondern zugleich die Kosten reduziert und deren Anwendung weltweit ermöglicht werden.

„SolPol beweist: Wenn wir unsere Kräfte bündeln und die klugen Köpfe unseres Landes an einen Tisch holen, können wir die Position österreichischer Solar- und Kunststoffunternehmen am globalen Markt stärken. Unser Energieforschungsprogramm zielt darauf ab, innovative Produkte rasch in den Markt zu bringen. Denn sie sind die zentralen Bausteine für die erfolgreiche Transformation unseres Energiesystems“, ist Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Kima- und Energiefonds überzeugt. 

Branchenübergreifende Innovationsimpulse

„Dank der konsequenten Förderung des Klima- und Energiefonds ist es uns gelungen, heimisches Know-how aus Wissenschaft und Wirtschaft zu vereinen. Die innovativen Produkte, die daraus resultieren, beleben nicht nur den Solarmarkt, sondern kommen auch bereits in anderen Branchen erfolgreich zum

Einsatz“, freut sich der Konsortialführer von „SolPol“ Reinhold Lang von der Johannes Kepler Universität. 

Die Ergebnisse von „SolPol“ können sich sehen lassen: So werden beispielsweise die Hochtemperatur-Kunststoffdichtungsbahnen der AGRU Kunststofftechnik GmbH nicht nur für großvolumige solarthermische Speicher in Kombination mit Nah- und Fernwärmenetzen eingesetzt, sondern auch in der Geothermie, im Bergbau und dergleichen.
Auch die neuartigen High-Performance Kunststoffe der Borealis AG werden neben der Anwendung in Kunststoffkollektorsystemen mittlerweile auch in der Fahrzeugtechnik und im Anlagenbau verwendet. Borealis hat sich aufgrund der SolPol-Forschung zudem entschieden, mit neuartigen Einkapselungsmaterialien in den weltweit rasch wachsenden Photovoltaik-Markt einzusteigen.
Die verbesserten Kunststofflaminate und Folienverbunde der Lenzing Plastics GmbH & Co KG, ebenfalls für PV und solarthermische Anwendungen, eignen sich auch für den Einsatz in Wärmedämmsystemen, als Fassadenelemente und als Baufolien.
Der Sunlumo Technology GmbH gelang durch die „SolPol“-Forschung schließlich die Entwicklung seines Eine-Welt-Solar-Kollektors. An kostengünstigen solarthermischen Vollkunststoffsystemen als plug&function-Lösung für den Weltmarkt wird derzeit gearbeitet.  

HINTERGRUNDINFORMATIONEN 

Über SolPol

SolPol („Polymerwerkstoffe für die Solartechnik“) ist die weltweit größte Forschungsinitiative zum Thema Kunststoffinnovationen für die Solartechnik. Sie integriert die Kompetenzen von Kunststoff- und Solar-Unternehmen mit der Expertise von Polymer- und Solar-Forschungseinrichtungen und ist in dieser Zusammensetzung und Ausrichtung weltweit einzigartig. Seit 2010 erforschen WissenschaftlerInnen an der JKU Linz den Einsatz von Polymeren für solarthermische Systeme und für Photovoltaik. Gemeinsam mit den Konsortialpartnern beläuft sich das seit 2010 vom Klima- und Energiefonds im Rahmen seines Energieforschungsprogrammes geförderte SolPol-Forschungsbudget auf ca. 14 Mio. EURO. Reinhold Lang beschreibt die Zielsetzung und den Forschungsansatz wie folgt: „Übergeordnete Gesamtzielsetzung der SolPol-Projekte ist, die Position österreichischer Solar- und Kunststoffunternehmen in den global rasch wachsenden Solartechnologie-Märkten durch polymerbasierende innovative Neuentwicklungen zu stärken und auszubauen. Gleichzeitig soll damit ein wesentlicher Beitrag zur Verbreitung erneuerbarer Energietechnologien und zur Reduktion von Treibhausgasemissionen geleistet werden. Durch die Einbeziehung der Kompetenz von führenden österreichischen Polymer- und Solar-Forschungseinrichtungen und die Expertise von führenden österreichischen Kunststoff- und Solarthermie-Unternehmen wird ein einzigartiges Potential für die Entwicklung von neuen, kunststoff-basierender thermischer Kollektorsystemen und PV-Moduln geschaffen, das unter den besten weltweit einzuordnen ist.“  

Über das Energieforschungsprogramm des Klima- und Energiefonds

Mit seinem Energieforschungsprogramm leistet der Klima- und Energiefonds einen zentralen Beitrag für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg Österreichs. Er ergänzt die Energie- und Klimapolitik der Bundesregierung durch einen strategischen Ansatz und setzt auf die verbesserte Förderung von Forschung und Entwicklung zukunftsfähiger Energie- und Mobilitätstechnologien. So wird die Förderpolitik gezielt auf Technologien ausgerichtet, die im "Zeitalter der erneuerbaren Energien" benötigt werden: Energieeffizienz, erneuerbare Energien, intelligente Netze und Energiespeicher. Seit 2007 wurden in 17 aufeinander abgestimmten Ausschreibungen rund 300 Mio. Euro Fördermitteln investiert. Mehr als 750 Projekte mit einem Investitionsvolumen von mehr als 500 Mio. Euro konnten vom Klima- und Energiefonds gefördert werden.

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Klima- und Energiefonds
Mag. Katja Hoyer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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