Hilfswerk zum Welternährungstag: Kampf gegen Hunger erfordert langen Atem

Wien/Ngorima (OTS) - Rhoda aus Simbabwe ist alleinerziehende Mutter von vier Kindern und geht jeden Abend hungrig ins Bett. Damit ist sie nicht alleine: In Simbabwe leiden mehr Menschen an Hunger, als Österreichs Hauptstadt Wien Einwohner hat: 2,2 Millionen. Bis März wird sich die Anzahl der Hungerleidenden in Simbabwe wegen der aktuellen Dürre verdoppeln. Während Entwicklungszusammenarbeit Erfolge im Kampf gegen Hunger erzielen kann, hungern immer noch unzählige Familien in Simbabwe.

Rhoda wohnt mit ihrer Mutter und ihren vier Kindern in Ngorima im Bezirk Chimanimani im Osten Simbabwes. Ihr Mann starb vor zwei Jahren an HIV. Seither muss Rhoda alleine für den sechsköpfigen Haushalt sorgen. In Dürrezeiten wie diesen ist das eine besondere Herausforderung, denn Arbeit gibt es so gut wie nicht. Frühstück ist die einzige Mahlzeit für ihre Kinder: Diese bekommen in der Früh einen Brei aus gemahlenem Maismehl, so dünn mit Wasser angerührt, dass er gerade einmal genügend Kraft für den Tag gibt. Rhoda isst nur, wenn die vier Kinder mit dem Brei versorgt sind.

Die Folgen von Hunger sind fatal. Verkümmerung und ernsthafte Erkrankungen sind die Folge, die Kinder besonders hart treffen. Auch ein Schulbesuch ist nicht möglich, obwohl in Simbabwe Schulpflicht herrscht. Rhoda hat als fallweise Tagelöhnerin im Schnitt 30 USD pro Monat zur Verfügung. Der Schulbesuch würde monatlich für alle vier Kinder 20 USD kosten. Die Kinder müssen zu Hause bleiben, bis sich die landwirtschaftliche Situation wieder entspannt und Rhoda wieder genug Einkommen aus der Landwirtschaft erzielen kann.

Hilfswerk kämpft in Simbabwe gegen Hunger

Das Hilfswerk leistet seit 18 Jahren Entwicklungszusammenarbeit mit Fokus auf Ernährungssicherheit in Simbabwe. Nachdem Simbabwe auch abseits von Katastrophen wie dieser für Dürre und Ernteausfälle bekannt ist, stehen in den Hilfswerk Entwicklungsprojekten spezielle Pflanzen im Fokus: Solche, die mit sehr wenig Wasser und unter extrem unfreundlichen Bedingungen bestehen können. Seit 1998 unterstützen wir den Anbau, die Ernte und die Vermarktung dürreresistenter Pflanzen. Baobab gehört zu den in Simbabwe heimischen Pflanzen. Der bis zu 15 Meter hohe Stamm des Baobab Baumes besteht aus schwammartigen Fasern, die viel Wasser speichern und den Baum so auch durch eine längere Trockenzeit am Leben erhalten können. Das ausgeprägte Wurzelsystem trägt ebenfalls zu seiner erstaunlichen Dürreresistenz bei. Das aus seinen Früchten angefertigte Pulver gilt als besonders nahrhaft.

Das Hilfswerk unterstützt die simbabwischen Bauern darin, die Infrastruktur für die Verarbeitung und Vermarktung von Baobab und anderen heimischen Pflanzen zu schaffen. Zudem helfen wir beim Anbau von dürreresistenten Pflanzen wie Chili, Sesam oder Maniok. Im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe werden die lokalen Bäuerinnen und Bauern ausgebildet, sodass diese Pflanzen langfristig von der lokalen Bevölkerung geerntet und verkauft werden können. Das führt neben Einkommensmöglichkeiten für Familien zu schrittweiser Nahrungssicherheit und wirtschaftlicher Entwicklung für die gesamte Region.

Ein Tropfen auf dem heißen Stein?

Die aktuelle Dürre und der daraus resultierende Hunger sind bittere Rückschläge für die Bevölkerung. Sie zeigen, dass der Kampf gegen den Hunger einen langen Atem erfordert. Während unzählige Menschen – wie die Familie von Rhoda – in Simbabwe auf Hilfe warten, ist Entwicklungszusammenarbeit gegen Hunger für viele kein Tropfen auf dem heißen Stein, sondern ermöglicht betroffenen Familien ein Leben in Würde. Alleine im letzten Jahr wurde durch das Hilfswerk Projekt in Simbabwe das monatliche Durchschnittseinkommen von 6768 Familien von 30 USD auf 101 USD erhöht. Einer der Begünstigten ist Elijah. Elijah Madzima ist ein 67-jähriger Bauer, der mit seiner 9-köpfigen Familie im Osten Simbabwes lebt. Bisher kamen seine spärlichen Erträge aus der Maisproduktion, die jedoch aufgrund von schlechten Klimabedingungen zu unsicher waren. 2013 wurde Elijah auf das Hilfswerk Austria Projekt aufmerksam. Er durchlief das Training zum Anbauen und Vermarkten von Wildem Safran. Heute bewirtschaftet er ein ein-Hektar großes Feld und produziert jede Saison 70 Kilogramm Wilden Safran. Die Vermarktung läuft gut, er kann sich und seine Familie auch während der aktuellen Dürre mit seinen Vorräten ernähren. Er konnte seine Einnahmen aus der Vermarktung sparen, um die Schulbeiträge und –uniformen für seine sechs schulpflichtigen Kinder zu zahlen. Rhoda und ihre Familie warten noch auf Unterstützung. So lange müssen sie den Kampf gegen den Hunger jeden Tag aufs Neue führen.

Hilfswerk Austria International

Hilfswerk Austria International ist eine österreichische und weltweit tätige Hilfsorganisation. Wir leisten Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe. Seit Jahrzehnten unterstützen wir Menschen in Krisensituationen. Gemeinsam verbessern wir Lebensbedingungen und schaffen neue Perspektiven. Wir unterstützen benachteiligte Familien in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Soziales, Landwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung. Hilfswerk Austria International hilft Menschen dabei, ihre eigenen Potentiale (wieder) zu entfalten.

Zusatzinfos
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Mag. Bianca Weissel
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