Greenpeace begrüßt Ablehnung von Gentech-Mais durch das Europäische Parlament

Österreich muss bei entscheidender Abstimmung mit „Nein“ stimmen

Wien/Straßburg (OTS) - Das Europäische Parlament hat sich heute gegen die Zulassung von drei gentechnisch veränderten Maissorten in der EU ausgesprochen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt diese Empfehlung. Die tatsächliche Entscheidung fällt in den nächsten Wochen zwischen der Europäischen Kommission und den EU-Mitgliedsstaaten. Für Österreich steht jetzt Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser in der Verantwortung, sich für ein gentechnik-freies Europa stark zu machen.

„Gentechnisch veränderter Mais hat keinen Platz in einer nachhaltigen Landwirtschaft“, sagt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich. „Diese Maissorten produzieren Insektizide, also für Insekten giftige Wirkstoffe, unabhängig davon ob ein Schädlingsbefall vorliegt oder nicht. Auswirkungen auf viele Nützlinge, wie zum Beispiel Marienkäfer, wurden im Rahmen der Zulassung nicht einmal untersucht.“ Zudem hat sich auch gezeigt, dass die Schädlinge nach einiger Zeit resistent gegen das Gift werden. So entstehen sogenannte „Super-Schädlinge“. Das hat dazu geführt, dass in Ländern wie beispielsweise den USA inzwischen Pflanzen angebaut werden, die zwei oder mehr verschiedene Insektizide produzieren. Das Resultat ist ein Teufelskreis, der die Auswirkungen dieser giftproduzierenden Pflanzen auf die Umwelt immer weiter verstärkt.

Die Zulassung für die drei gentechnisch veränderten Maissorten wäre für neun EU-Mitgliedsländer und drei Regionen gültig, Österreich ist von dieser Zulassung ausgenommen. Die Regierungen der Mitgliedsstaaten sollten jetzt europäisch denken und umweltschädliche Gentechnik-Pflanzen auf allen Feldern in der Europäischen Union verhindern. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben dem Anbau dieser drei gentechnisch veränderten Maissorten zurecht eine Absage erteilt. „Jetzt liegt es an den Mitgliedsstaaten die Bedenken der Abgeordneten und der Bevölkerung aufzugreifen und gegen die Zulassung zu stimmen. Alles andere als ein klares „Nein“ von Österreich bei der entscheidenden Abstimmung in den nächsten Wochen, etwa in Form einer Enthaltung, wäre untragbar“, so Theissing-Matei abschließend.

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Sebastian Theissing
Landwirtschaftssprecher
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