Wer zuerst kommt, malt zuerst ???

ÖAGG plädiert für Clearing-Stellen für alle Patienten/-innen der Psychotherapie nach dem Vorbild der pta.

Wien (OTS) - Nach einer Studie der WHO leidet weltweit jede/r vierte Arztbesucher/in an psychischen oder psychosomatischen Störungen. In Österreich ist es oft schwer, einen Platz für psychotherapeutische Behandlung zu bekommen. Und wenn man ihn hat, dann muss ein Teil des Honorars aus eigener Tasche bezahlt werden. Zum Internationalen Tag der seelischen Gesundheit (10.10.) tritt der ÖAGG (Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik) für eine österreichweite Reform der Zuweisung zur Psychotherapie ein.

Die Generalsekretärin des ÖAGG, Mag. Maria-Anna Pleischl, verlangt klare Qualitätskriterien, was die Zuweisung von kassenfinanzierten Behandlungen betrifft. „Ich kann und will nicht verstehen, warum vielen Menschen administrative Steine in ihrem Weg zu einer notwendigen psychotherapeutischen Versorgung gelegt werden. Die momentane „Zwei-Klassen-Medizin“, bei der viele Betroffene die Therapiestunden aus eigener Tasche bezahlen, darf nicht sein“.

Pleischl tritt österreichweit für sogenannte Clearing-Stellen ein. An diese Anlaufstellen kann sich ein Patient wenden, wird von Fachleuten diagnostiziert und der richtigen Behandlung zugeführt.

„In der pta, der Psychotherapeutischen Ambulanz in der Marxergasse, Wien 3 praktizieren wir dieses Modell erfolgreich seit mehr als einem Jahr. Patienten/innen haben die unkomplizierte Möglichkeit, sich zu einer Diagnostik anzumelden. ‚Barrieren‘ gibt es nicht. Psychotherapie, psychologische Diagnostik und fachärztliche Betreuung befinden sich unter einem Dach. Das professionelle Team erleichtert es einem, sich zu öffnen, Vertrauen aufzubauen und gemeinsam in eine bessere Zukunft zu blicken“.

Die Zusammenarbeit mit der Wiener Gebietskrankenkasse kam im vergangenen Jahr schon rund 650 Patienten zugute. Ähnliche Modelle gibt es in Oberösterreich und Niederösterreich.

„Ziel der pta ist es, den Menschen in seiner momentanen Situation hilfreich beiseite zu stehen und ihm ein belastungsfreies (Arbeits-)Leben zu ermöglichen“ meint Mag. Vanja Rusnov, die gemeinsam mit dem systemischen Psychotherapeuten Markus Daimel die Projektleitung der pta hat. „Als besonderes Angebot finden auch Therapiestunden am späten Nachmittag bzw. am frühen Abend statt, um speziell auf die Bedürfnisse von Berufstätigen einzugehen“.

Der ÖAGG als der größte Ausbildungsverein für Psychotherapeuten/innen in Österreich kann auf jahrzehntelange Erfahrung und fundierte Ausbildung verweisen. „Der ÖAGG steht für hohe Ausbildungsstandards und eine ständige Weiterentwicklung der Qualitätskriterien für Psychotherapeuten/innen“, meint Mag. Pleischl. Für Patienten/innen hofft sie, dass ein gerechtes Zuweisungssystem kommt, denn „es kann nicht sein, dass jemand, der schneller ist, einen Therapieplatz bekommt und jener, der zögert, Hilfe aber vielleicht notwendiger benötigt, mit langen Wartezeiten konfrontiert ist oder gar durch die Finger sieht“.

Der internationale Tag der seelischen Gesundheit, auch Welttag der geistigen Gesundheit genannt, findet jährlich am 10. Oktober statt. Er wurde 1992 durch die World Federation for Mental Health mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen.Psychische Störungen sind derzeit die vierthäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Fast jeder Dritte leidet einmal in seinem Leben an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung.

„Menschen mit derartigen Störungen therapeutisch zu begleiten und ihnen wieder Hoffnung zu geben, ist die ethische Verpflichtung aller Psychotherapeuten/-innen“ ist Pleischl überzeugt.

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