PK Herzinsuffizienz: Neue Medikamente können Leben verlängern (2)

Psychische Belastung: Unterstützung durch Patientenverbände – Strukturierte Netzwerke

Wien (OTS) - Zwischen 70.000 und 140.000 Österreicherinnen und Österreicher leiden an Herzinsuffizienz. Allein aufgrund der steigenden Lebenserwartung sei mit einer Verdoppelung dieser Zahl in den nächsten 15 Jahren zu rechnen, sagten Experten vor dem Hintergrund des Weltherztages bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Die Diagnose Herzinsuffizienz (HI) stelle meist auch eine psychische Belastung dar, erklärte der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM), Christoph Dachs: „Immerhin geht es oft um einen drastischen Abbau der körperlichen Fähigkeiten. Die modernen, das Herz entlastenden Medikamente können das Leben deutlich verlängern, führen anfangs allerdings dazu, dass sich die Leute erst recht in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt fühlen.“ Darüber hinaus fehle vielen betagten Patienten eine Person, die sie motiviert, die Medikamente zu nehmen, moderate, aber regelmäßige Bewegung in den Alltag einzubauen und auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Eine wichtige Unterstützung für den Hausarzt seien hier Herzinsuffizienz-Schwestern, aber auch Selbsthilfegruppen.

Strukturierte Netzwerke ausbauen

Damit also die Vorteile neuer Therapien wirklich beim Patienten „ankommen“, brauche es noch viel mehr gut strukturierte Netzwerke, in deren Rahmen sich alle an der Betreuung Beteiligten austauschen: vom Hausarzt über den niedergelassenen Internisten bis hin zur Spitalsambulanz und den Angehörigen bzw. mobilen Pflegekräften – darin waren sich sowohl ÖGAM-Präsident Dachs als auch der stellvertretende Leiter der Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft, Deddo Mörtl, einig.

Fitness-Training auch bei Herzinsuffizienz

Für den Österreichischen Herzverband sagte Franz Radl als Betroffener und Präsident des Landesverbands Wien: „Es soll nichts schöngeredet werden: Herzinsuffizienz ist vor allem im fortgeschrittenen Stadium eine Erkrankung, die einem das Leben schwer macht. Im Herzverband sollen die Betroffenen aus den Erfahrungen anderer lernen und sich gegenseitig motivieren.“ Dabei gehe es ums „Durchhalten“ bzw. um Therapietreue, aber v.a. auch um Fitnesstrainings: „Unsere Turnwarte absolvieren regelmäßig Schulungen und arbeiten somit stets auf Basis neuester und gesicherter medizinischer Erkenntnisse.“ Noch bis in die 1980er-Jahre habe man HI-Patienten vor allem Schonung verordnet, ergänzte Mörtl. Heute hingegen sei ein auf die individuelle Leistungsfähigkeit abgestimmtes Fitnesstraining Teil der Behandlung. „Das erhöht die Leistungsfähigkeit und es gibt Hinweise auf eine verbesserte Prognose.“

Eine wichtige Aufgabe des Herzverbands sei auch die Präventionsarbeit, betonte Radl, der vor allem vor Bluthochdruck warnte: „Es ist schlimm, dass man Bluthochdruck immer noch nicht als tückische und gefährliche Krankheit ernst nimmt.“ Er appellierte insbesondere an junge Menschen, nicht zuzuwarten, sondern jedenfalls einmal im Jahr einen Arztbesuch für einen Hypertonie-Check zu nutzen, denn „Vorbeugung und Früherkennung wären so einfach und könnten so viel unnötiges Leid verhindern“. (ar) (Schluss)

HINWEIS:

  • Audiofiles via www.o-ton.at downloadbar.
  • Fotos und Unterlage der Pressekonferenz auf Anfrage bei Frau Janett Matuszewski (siehe Rückfragehinweis).

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Janett Matuszewski, M.A.
Verlagshaus der Ärzte GmbH
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