PK Herzinsuffizienz: Neue Medikamente können Leben verlängern (1)

Voraussetzung ist regelmäßige und konstante Einnahme

Wien (OTS) - Zwischen 70.000 und 140.000 Österreicherinnen und Österreicher leiden an Herzinsuffizienz. Allein aufgrund der steigenden Lebenserwartung sei mit einer Verdoppelung dieser Zahl in den nächsten 15 Jahren zu rechnen, sagten Experten vor dem Hintergrund des Weltherztages bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

80 Prozent der Herzinsuffizienz-Patienten seien über 65 Jahre alt, in dieser Altersgruppe sei Herzinsuffizienz mittlerweile die häufigste Ursache für Spitalsaufenthalte. „Seit Mitte der 1980er-Jahre hat sich die Zahl der Personen, die mit der Diagnose Herzinsuffizienz aus dem Krankenhaus entlassen wurden, verdreifacht“, sagte Deddo Mörtl, stellvertretender Leiter der Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG). Meist gingen Risikofaktoren wie Koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und Bewegungsmangel einer Herzinsuffizienz voran, diese könne aber auch genetisch bedingt sein.

Neue lebensverlängernde Medikamente

Von Herzinsuffizienz spreche man, wenn das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut – und damit Sauerstoff – versorge könne, so Mörtl. Das könne daran liegen, dass das Herz zu steif ist, um sich ausreichend mit Blut zu füllen. Diese noch nicht erfolgreich therapierbare Form der Herzinsuffizienz betreffe rund die Hälfte der Patienten. Die andere Hälfte leide unter einer zu geringen Auswurfleistung (Auswurffraktion) des Herzens. Ihre Lebenserwartung und Leistungsfähigkeit könne eine adäquate Behandlung deutlich erhöhen. Mörtl: „Die Medikamente der vergangenen Jahrzehnte hatten keinen Einfluss auf die Prognose. Es folgten Substanzen, die Anpassungsvorgänge zur Aufrechterhaltung des Blutkreislaufs blockieren, welche zwar im Akutfall sinnvoll, bei chronischer Herzschwäche aber schädlich sind. Einen völlig neuen Ansatz verfolgt die jüngste Medikamenten-Generation, indem sie Vorgänge unterstützt, die zu einer Gefäßerweiterung führen, das Herz entlasten und den schädlichen Umbau des Herz-Bindegewebes verhindern.“

Therapietreue als Voraussetzung

„Alle diese Medikamente wirken jedoch nur bei regelmäßiger und konstanter Einnahme“, betonte der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM), Christoph Dachs. Daran hapere es aber oft, denn die Präparate basierten auf einer Senkung des Blutdrucks, die Patienten oft als belastend erleben. Mit den Nebenwirkungen, wie z.B. Schwindel und Erschöpfung, wenden sie sich an den Hausarzt, von dessen Überzeugungsarbeit dann oft die Therapietreue und damit der Behandlungserfolg abhängen. Beim Hausarzt erfolge aber meist auch die Früherkennung, die wegen der unspezifischen Symptome schwierig sei. „Betroffene selbst tun Atemnot bei leichter körperlicher Aktivität, geschwollene Beine oder Knöchel, Abgeschlagenheit, Schwindel etc. gern als normale Alterserscheinungen ab. Der Hausarzt muss hier hellhörig sein und für eine rasche Abklärung sorgen.“ (ar) (Forts.)

HINWEIS:

  • Audiofiles via www.o-ton.at downloadbar.
  • Fotos und Unterlage der Pressekonferenz auf Anfrage bei Frau Janett Matuszewski (siehe Rückfragehinweis).

Rückfragen & Kontakt:

Janett Matuszewski, M.A.
Verlagshaus der Ärzte GmbH
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