FPÖ: Karlsböck fordert „Herkunftslandprinzip“ und EU-Ausgleichszahlungen beim Medizinstudium

Kein Plan B der Bundesregierung bei Wegfall der Quote - Neuverhandlungen mit EU unumgänglich

Wien (OTS) - „Statt die teils absurden Eingangshürden zum Medizinstudium aufrechtzuerhalten, sollte sich die Bundesregierung endlich um gerechte Alternativen kümmern“, fordert der Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses und freiheitliche Wissenschaftssprecher, NAbg. Dr. Andreas F. Karlsböck. Die Einführung des „Herkunftslandprinzips“ und Neuverhandlungen mit der EU über Ausgleichszahlungen für den Überhang nicht-österreichischer Studierender an den heimischen Unis seien unumgänglich.

Die Debatten im gestrigen Wissenschaftsausschuss hätten nämlich gezeigt, dass es seitens der Bundesregierung keinen Plan B für den Fall gebe, dass das Moratorium zur Beschränkung von ausländischen Studierenden zum Medizinstudium nicht verlängert werde, so Karlsböck. Undifferenzierte „Knock-out-Prüfungen“ vor Beginn des Studiums seien jedenfalls der falsche Weg, um den Zugang zu beschränken. Sie sagten nur wenig über die fachliche und persönliche Eignung der potenziellen Bewerber aus und müssten daher „ultima ratio“ bleiben. Quotenregelungen, verbunden mit fragwürdigen Aufnahmetests, widersprächen nicht nur dem freien Universitätszugang, sie seien auch aufgrund ihrer mangelnden Treffsicherheit stets mit dem Risiko einer fatalen Fehlauslese verbunden. „Wir können aber nicht zulassen, dass der Zufall oder die Tagesverfassung über ein ganzes Berufsleben entscheiden“, sagt Karlsböck und verweist auf den burgenländischen SPÖ-Landeshauptmann Hans Niessl, der kürzlich ebenfalls die Abschaffung der medizinischen Aufnahmetests gefordert habe.

Um beim Wegfall der Quote trotzdem den Studienbetrieb aufrechterhalten zu können, bedürfe es eines gerechten Ausgleichs. Die Bundesregierung müsse mit der EU endlich ernsthaft über Ausgleichszahlungen für jene Studierende verhandeln, die in großer Zahl heimische Studienplätze besetzten, so Karlsböck. Man müsse Brüssel klarmachen, dass Österreich aufgrund des freien Hochschulzugangs und beschränkter Ressourcen nicht das Studium aller EU-Bürger finanzieren könne. „Wenn allein an der Veterinärmedizinischen Universität mehr als 50 Prozent der Neuzugänge nicht aus Österreich kommen, aber mit österreichischem Steuergeld finanziert werden, kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, meint der Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses.

Es habe nichts mit mangelnder Weltoffenheit zu tun, wenn man hier eine pragmatische Vorgangsweise einfordere. „Schließlich dienen medizinische Studien nicht nur der Selbstverwirklichung, sondern der Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte in Österreich“, sagt Karlsböck und fordert die Bundesregierung zum wiederholten Male auf, die entsprechenden Pakete aufzuschnüren, wie es auch andere Länder erfolgreich praktiziert hätten. Darüber hinaus sei das „Herkunftslandprinzip“ einzuführen, das mit einem Schlag den Zustrom von deutschen „Numerus-Clausus-Flüchtlingen“ deutlich reduzieren würde. „Mit euphemistischen Absichtserklärungen ist es jedenfalls nicht getan, den Worten müssen endlich Taten folgen!“, so Karlsböck.

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