„Universum History“ ist dem Rätsel um die Steinkreise auf der Spur

Teil 1: „Stonehenge – Rituale aus der Steinzeit“ am 7. Oktober in ORF 2

Wien (OTS) - Seit Jahrhunderten beschäftigen die geheimnisvollen Steinkreise von Stonehenge die Menschen. Sie sind Europas berühmtestes prähistorisches Monument, ein Weltkulturerbe, das für Millionen einen Anziehungspunkt darstellt. Ein internationales Forschungsprojekt mit österreichischer Beteiligung arbeitet daran, das Mysterium endlich aufzulösen. Wie es dem Team von Wissenschaftern unterschiedlicher Disziplinen unter Einsatz modernster Technik gelungen ist, im Boden verborgene Monumente nach Jahrtausenden digital wieder sichtbar zu machen, zeigt der spannende „Universum History“-Zweiteiler „Stonehenge“ von Jeremy Turner und Klaus Feichtenberger am Freitag, dem 7. und 14. Oktober 2016, jeweils ab 22.45 Uhr in ORF 2.

Es sind österreichische Wissenschafter, die diesen neuen Zugang zu einem der rätselhaftesten Orte der Erde ermöglichen und Einblick in eine bisher unbekannte Welt gewähren. Unter der Leitung von Prof. Wolfgang Neubauer vom Wiener Ludwig-Boltzmann-Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie wurde ein Arsenal modernster Multisensor-Technik entwickelt, mit dem große Flächen – in Stonehenge sind es rund 14 Quadratkilometer – in kurzer Zeit gescannt werden können. In Zusammenarbeit mit englischen Wissenschaftern der Universität Birmingham ist es schließlich auch gelungen, unter der Oberfläche verborgene Monumente, die unter dem noch heute sichtbaren Steinkreis lagen, mittels modernster Technik zu lokalisieren. In einem weiteren Schritt konnten diese Monumente mit Hilfe digitaler Technik virtuell sichtbar gemacht werden. Die Ergebnisse der Bodenradar-Messungen ergeben eine exakte 3-D-Landkarte der versunkenen Landschaft bis in eine Tiefe von drei Metern – lückenlos und zerstörungsfrei.

Somit erscheinen die geheimnisvollen Steinkreise im Süden Englands in einem größeren Zusammenhang und nicht limitiert auf die an der Oberfläche gelegenen Steinmonumente. Es ist ein umfassendes Bild, das die Scans von Prof. Neubauer und seinem Team möglich machen – ein Bild, das von den vielen wechselnden Kulturen geprägt ist. Sie haben jenem geografischen Abschnitt, auf dem sich Stonehenge heute befindet, über zehn Jahrtausende hindurch ihren Stempel aufgedrückt. Die Spuren dieser Kulturen gelangen jetzt an die Oberfläche. So haben die Wissenschafter etwa eine Begräbnisstätte einer Dorfgemeinschaft entdeckt, die in der Landschaft um Stonehenge vor ca. 6.000 Jahren gelebt hat. Die Radar-Daten zeigen die Spuren eines hölzernen Langhauses, wie es auch aus der Jungsteinzeit in Kontinentaleuropa bekannt ist. Das 33 Meter lange und durchschnittlich acht Meter breite massive Gebäude bot einst auf einer Fläche von 300 Quadratmetern Platz für rituelle Bestattungen, die über Generationen hindurch vorgenommen wurden.

„Wir können Stonehenge nicht isoliert betrachten, sondern nur im Zusammenhang mit der Landschaft, die es umgibt, wirklich einen Einblick in seine Bedeutung gewinnen“, erklärt Professor Neubauer:
„Das war im Prinzip auch der wesentliche Ausgangspunkt für unser Forschungsprojekt, dass wir versucht haben, hier wirklich großflächig eine Landschaft komplett zu untersuchen – in einer Form, die zerstörungsfrei ist, wo wir mit Magnetfeldmessungen, mit Bodenradarsystemen den Untergrund quasi durchleuchten, um zu sehen, was sich alles hier verbirgt. Aber auch durch den Einsatz von 3-D-Laserscannern die geringfügigsten Abweichungen in der Topografie aufzunehmen, und Grabhügel, die bereits sehr stark verpflügt sind, wieder zu finden oder alte Feldstrukturen, die Hinweise geben über die Nutzung der Landschaft nach der großen Zeit von Stonehenge als großes Ritualmonument – alles zusammen im Prinzip über einen Zeitraum von 10.000 Jahren quasi wieder abspielen zu lassen, indem wir mit unseren nicht invasiven neuen Methoden, die wir in Österreich entwickelt haben, einen zerstörungsfreien Blick in den Untergrund werfen.“

Der aufwendig hergestellte Zweiteiler „Stonehenge“ ist eine Koproduktion der österreichischen Filmproduktion Interspot Film mit der englischen October Films sowie der kanadischen Lightship Entertainment. Entstanden ist die Produktion in Zusammenarbeit mit den Fernsehsendern ORF, BBC, Smithsonian, CBC, France 5, ZDF und SBS, gefördert wurde die Dokumentation von Fernsehfonds Austria, Creative Europe Media und Canada Media Fund.

Der „Universum History“-Zweiteiler „Stonehenge“ ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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