NÖ Ärztekammer stellt sich vehement gegen Aufweichung des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes

Sicherheits- und Qualitätsstandards sind wie vereinbart einzuhalten

Wien (OTS) - Der Vorschlag der Finanzlandesräte im Zuge der Landeshauptleutekonferenz, die Regelungen des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes zu umgehen, löst auch unter den Vertretern der NÖ Ärzte heftige Kritik aus. Der Präsident der NÖ Ärztekammer, Dr. Christoph Reisner, MSc, und sein Vize und Kurienobmann der angestellten Ärzte, Dr. Ronald Gallob, zeigen sich verärgert über die Überheblichkeit einzelner Politiker, Gesetze mittels Gutachten umgehen zu wollen. „Die freiwillige Opt-out-Regelung für Ärzte wurde intensiv diskutiert und das anschließend geschnürte Maßnahmenpaket von allen Seiten angenommen. Dieses nun aufzuweichen, nur weil Länder, Gemeinden und Spitäler nicht ordentlich haushalten, ist strikt abzulehnen“, meint Reisner.

Ähnlich beurteilt die Situation Gallob: „Wenn es um Sicherheit und Qualität geht, werden wir Ärzte gerne mit Piloten verglichen. Bei diesen wäre es undenkbar, sich über Gesetze hinwegzusetzen und vereinbarte Arbeitszeiten nicht einzuhalten, nur weil den Verantwortlichen das Geld ausgeht. In Niederösterreich stehen wir jedenfalls für eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung und dazu zählt auch die Einhaltung des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes.“

Ärztekammer verweigert Rückschritt in die Vergangenheit

In Niederösterreich wird das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz in Kooperation mit dem Land seit nahezu zehn Jahren schrittweise umgesetzt. Mit der befristeten Opt-out-Regelung können Ärztinnen und Ärzte freiwillig mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten. Reisner dazu: „35 Prozent der Spitalsärztinnen und –ärzte in Niederösterreich nehmen die Opt-out-Regelung in Anspruch. Damit liegen wir exakt im österreichweiten Durchschnitt.“ Diese schrittweise Umsetzung führt dazu, dass alle Ärztinnen und Ärzte hierzulande derzeit im Durchschnitt nur mehr 44 Stunden pro Woche arbeiten. „Ein Wert, von dem andere Bundesländer noch weit entfernt sind“, stellt Gallob klar. Patientensicherheit ist für Niederösterreichs Ärzte ein ganz wesentlicher Faktor, ein „Rückschritt in punkto Arbeitszeit kommt für uns nicht in Frage“.

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