GPA-djp-Bachmeier: Flexiblere Arbeitszeit nur mit mehr selbstbestimmter Freizeit

Keine Aufweichung des Arbeitnehmerschutzgesetzes, aber Anpassung an physische und psychische Belastungen im Kontext der Digitalisierung

Wien (OTS) - „Gleitzeit dient der Zeitflexibilität der ArbeitnehmerInnen, nicht dem Abarbeiten von Auftragsspitzen. Dafür gibt es Durchrechnungsmodelle, mit denen der Arbeitgeber ohnehin festlegen kann, wann mehr gearbeitet werden soll. Zwölf Stunden sind hier nicht ohne weiteres möglich und das ist auch gut so“, kommentiert Alois Bachmeier, stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) den aktuellen Vorstoß Mitterlehners. Eine Vielzahl von Studien belege nämlich, dass eine tägliche Arbeitszeit von zwölf Stunden weder produktiv noch gesundheitsfördernd sei.

„Dass der Vizekanzler die Junktimierung mit der sechste Urlaubswoche ablehnt, verwundert insofern als im Koalitionsabkommen beide Themen vereinbart sind“, so Bachmeier weiter. Außerdem stelle sich damit die Frage, was im Tausch gegen die sechste Urlaubswoche nach Vorstellungen der ÖVP kommen soll: „Für uns ist nur eine Arbeitszeitflexibilisierung vorstellbar, wenn sie unter dem Strich zu einer Verkürzung der Jahresarbeitszeit und zu mehr selbstbestimmter Freizeit der ArbeitnehmerInnen führt.“

Außerdem erteilt Bachmeier einer Aufweichung des Arbeitnehmerschutzgesetzes, wie Mitterlehner sie in den Raum stellt, eine Absage. „Die Beseitigung von Wechselwirkungen zwischen Hygienevorschriften und Arbeitsschutzmaßnahmen, die es in einigen Teilbereichen gibt, ist der beste Anlass für neue konkrete Regelungen, um beispielsweise physische und psychische Belastungen im Kontext der Digitalisierung verhindern zu können“, so Bachmeier abschließend: „Wir fordern betriebliche Datenschutzbeauftragte, die in den Unternehmen dafür sorgen, dass die Rechte der ArbeitnehmerInnen im digitalen Wandel bewusst gemacht und gesichert werden – auch das wäre im Sinne der Unternehmen. Das Schutzniveau für ArbeitnehmerInnen darf keinesfalls untergraben werden, es braucht eine Erweiterung!“

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