• 04.10.2016, 09:00:17
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  • OTS0021

Lohnstückkostenposition der Warenherstellung 2015 leicht verbessert

Wien (OTS) - Trotz des nur mäßigen Wirtschaftswachstums verbesserte
sich 2015 die internationale Lohnstückkostenposition der
österreichischen Warenhersteller relativ zum gewichteten Durchschnitt
aller Handelspartner. Dies war vor allem der günstigen
Wechselkursentwicklung zuzuschreiben. Im Vergleich mit den
EU-Handelspartnern ergab sich dagegen zum dritten Mal in Folge eine
leichte Verschlechterung. Längerfristig veränderte sich die relative
Lohnstückkostenposition der österreichischen Warenherstellung nur
wenig, mit einer tendenziellen Verschlechterung seit 2009.

Nach einer mäßigen Entwicklung im Jahr 2014 (+1,3%) nahm die
Bruttowertschöpfung pro Kopf auch 2015 nur unterdurchschnittlich zu
(+1,1%). Die Arbeitskosten erhöhten sich 2015 um 2,3%, etwa im selben
Ausmaß wie im Jahr 2014 (+2,2%). Zusammen bewirkten diese
Entwicklungen einen Anstieg der Lohnstückkosten um 1,2%. Allerdings
entwickelte sich der nominell-effektive Wechselkurs 2015 günstig,
sodass die österreichischen Exporte im Ausland - insbesondere in den
USA - billiger wurden. Der nominell-effektive Wechselkurs zeigt für
Österreich einen Rückgang um 2,7% an. Dieser war insbesondere auf die
Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar zurückzuführen (-16,5%). Auch
gegenüber dem Yen (-4,3%) und dem britischen Pfund (-10%) notierte
der Euro 2015 schwächer als 2014.

Dies schlug sich 2015 in einer Verbesserung der österreichischen
Lohnstückkostenposition relativ zum gewichteten Durchschnitt aller
Handelspartner um 1,2% nieder. Gegenüber den EU-Handelspartnern, die
überwiegend dem Euro-Raum angehören, verschlechterte sich die
österreichische Lohnstückkostenposition dagegen um 0,6%. Im Vergleich
zu Deutschland blieben die relativen Lohnstückkosten 2015 beinahe
unverändert (+0,1%).

In einer längerfristigen Betrachtung sind unterschiedliche Phasen
in der Entwicklung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der
österreichischen Industrie zu erkennen: Einer starken Verbesserung
gegenüber dem Durchschnitt aller Handelspartner in der zweiten Hälfte
der 1990er-Jahre folgte in den frühen 2000er-Jahren eine gegenläufige
Entwicklung. Seit 2003 schwankt die relative Lohnstückkostenposition
der österreichischen Warenherstellung deutlich weniger - bis 2008 mit
einem tendenziell konstanten, seither leicht negativen Verlauf,
insbesondere im Vergleich zu den EU-Handelspartnern. Gegenüber
Deutschland zeigt sich seit 2010 kaum eine Veränderung der
österreichischen Lohnstückkostenposition.

Übersicht 1: Veränderung der österreichischen Lohnstückkosten in der
Herstellung von Waren - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/publikationen/pressenotizen)

Zur Ermittlung der relativen Lohnstückkostenposition

Lohnstückkosten setzen die Veränderung der Arbeitskosten in Relation
zur Produktivitätsentwicklung und bilden die effektiven Kosten der
Arbeit ab. Um von den Lohnstückkosten Rückschlüsse auf die
internationale preisliche Wettbewerbsfähigkeit ableiten zu können,
müssen auch Wechselkursveränderungen gegenüber den Handelspartnern
und die Struktur des Außenhandels berücksichtigt werden.

Das WIFO verwendet eine harmonisierte Methode zur Berechnung der
relativen Lohnstückkostenposition, die auch von den europäischen
Nationalbanken eingesetzt wird. Dabei wird ein länderspezifisches
Gewichtungsschema mit einfachen (bilateralen) Importgewichten und
doppelten (multilateralen) Exportgewichten herangezogen, das die
Relevanz der einzelnen Handelspartner in der Außenhandelsverflechtung
berücksichtigt.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
9/2016 (http://monatsberichte.wifo.ac.at/59014)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WFO

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