Neues Volksblatt: "Nervosität" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 3. Oktober 2016

Linz (OTS) - Eigentlich würden heute um 9 Uhr die Wahlkommissionen mit dem Auszählen der Briefwahlkarten beginnen — um Schlag neun, denn eines ist jetzt schon klar: Bei der kommenden Stichwahl ums Amt in der Hofburg sollte es keine gröberen Formalfehler mehr geben. Aber zumindest eine Anfechtungsmöglichkeit ist bereits fix: Ich hoffe, dass gestern kein Wähler vor dem versperrten Wahllokal gestanden ist, aber verständlich wäre es, denn man hat zwar eine amtliche Wahlaufforderung für den 2. Oktober zugesandt bekommen, die Verschiebung war allerdings keine amtliche Mitteilung mehr wert. Das erfuhr man eigentlich aus der Zeitung.
Hoffentlich werden in den kommenden Wochen die Wahlkampftöne ein wenig leiser. Selbst bei den „Nebenfragen“ scheint man durchaus praktikable Lösungen gefunden zu haben. So werden wohl die Gemeinden nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Trotzdem zeigt auch die Unterschriften-Posse samt Dienstflug nach Israel, wie nervös die Lage derzeit ist. Und eine Beruhigung ist eigentlich nicht in Sicht. Denn der Wahlkampf zur zweiten Stichwahl ist nicht durch inhaltliche, sondern lediglich durch juristische Auseinandersetzungen und Argumente aufgefallen. Leider. Für „Otto Normalwähler“ sind solche Fragen vermutlich zweitrangig und eine mögliche Konsequenz wäre, dass er überhaupt das Interesse an der Stimmabgabe für den „Rechtsstreit in spe“ verliert.

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