Öffentliche Auftragsvergabe an gleichstellungsfördernde Maßnahmen binden – AK OÖ leistet Pionierarbeit

Linz (OTS) - Die Arbeiterkammer geht bei der Bindung von Aufträgen und Bauvorhaben an Frauenförderungsprogramme in den ausführenden Firmen mit gutem Beispiel voran. Seit 2012 werden Auftragsvergaben mit bestimmten Größenordnungen an gleichstellungsfördernde Maßnahmen gekoppelt. Dieses Prinzip wurde unter anderem beim Neubau der Bezirksstelle Eferding und beim Umbau des AK-Bildungshauses Jägermayrhof angewandt. „Wir möchten generell eine Koppelung öffentlicher Auftragsvergaben an gleichstellungsfördernde Maßnahmen und fordern Bund, Länder und Gemeinden auf entsprechende Schritte zu setzen“, sagt AK Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Grundsätzlich gibt es einen breiten gesellschaftlichen Konsens darüber, dass es Diskriminierungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr geben darf. Öffentliche Auftragsvergaben von Bund, Ländern und Gemeinden sind nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sie können auch ein wichtiges Instrument sein, die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt durchzusetzen. Die Koppelung der Vergabe an Gleichstellungsmaßnahmen ist ein national und international erprobter und erfolgreicher Hebel, um entsprechende Schritte in Betrieben anzustoßen.

Die AK OÖ hat im Zuge ihrer Bauprojekte Bezirksstelle Eferding und Linz/Jägermayrhof Aufträge an die HABAU Hoch- und Tiefbau G.m.b.H. aus Perg und an die eww ag aus Wels vergeben. Beide Unternehmen haben Daten zur Verfügung gestellt, welche die Entwicklung gleichstellungsfördernde Maßnahmen in den letzten beiden Jahren belegen.

Beide Firmen setzen konkrete Maßnahmen, um den Frauenanteil in ihrer für Frauen untypischen Branche zu erhöhen. In der eww ag gibt es zusätzlich eine Betriebsvereinbarung zur Gleitzeit, die flexible und individuell gestaltbare Arbeitszeiten (Gleitzeit ohne Kernzeit) ermöglicht. Und sie bietet Weiterbildungsmaßnahmen zum Thema Gleichstellung an, die sich im Besonderen an Führungskräfte richten. Auch die HABAU hat ein umfassendes Konzept zur Gleichstellungsförderung vorgelegt. Dieses beinhaltet eine gut durchdachte Wiedereinstiegsplanung nach einer Karenz und umfassende Maßnahmen zur Früherkennung und Vermeidung von unmittelbaren und mittelbaren Diskriminierungen.

„Ich kann diese beiden Beispiele anderen Unternehmen als Vorbild für eigene Gleichstellungsförderung wärmstens empfehlen“, sagt der AK-Präsident, „Die Qualität der Maßnahmen zeigt, dass es sich nicht um Alibiaktionen handelt, sondern dass hier Personalistinnen und Betriebsräte mit Weitblick, Gestaltungswillen und fachlichem Knowhow ernsthaft an einer gleichstellungsfördernden Unternehmenskultur arbeiten“.

Die Formen der Diskriminierung sind vielfältig. Sie reichen von niedrigeren Einkommen über geringere Aufstiegschancen bis zu Nachteilen bei Weiterbildungsmöglichkeiten und mangelnder Arbeitsplatzsicherheit. „Gerade in Oberösterreich ist die Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt leider besonders stark. Das relative Einkommensminus von Frauen gegenüber Männern ist mit 38,5 Prozent sogar das größte unter allen Bundesländern. Und obwohl rund die Hälfte aller oberösterreichischen Beschäftigten Frauen sind, beträgt ihr Anteil an den Führungspositionen nur 30 Prozent“, kritisiert der AK-Präsident.

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