Wiener Zeitung: Novomatic gibt Casinos Austria nicht auf

Vorstandschef Harald Neumann bestätigt bleibende Partnerschaft mit tschechischer Sazka-Gruppe bei heimischer Glücksspiellösung.

Wien (OTS) - Wien. „Wir werden mit unter 25 Prozent in der Casinos Austria beteiligt bleiben, sollten unser Rekurs beim Kartell-Obergericht nicht gehört werden. Aber auch für einen Erfolg in dieser Instanz gibt es gute Gründe“, machte Novomatic-Vorstandschef Harald Neumann im Gespräch mit der „Wiener Zeitung“ klar. Dem in Gumpoldskirchen beheimateten Glücksspielkonzern Novomatic, der weltweit 23.000 Mitarbeiter beschäftigt, wurde vom Kartellgericht im September zwar die Übernahme der Casinos Austria untersagt, doch er denkt nicht daran aufzugeben. Mit im Boot der Novomatic ist weiterhin der tschechische Partner Sazka-Gruppe, die von den beiden Oligarchen Karel Komarek und Jiri Smejc kontrolliert wird.

Sollte das Kartellverfahren endgültig verloren gehen, schaut der Fahrplan der Novomatic für die Casinos Austria (Casag) laut Neumann so aus: Die Tschechen würden die Anteile der zu Raiffeisen gehörenden Leipnik Lundenburger und Uniqa übernehmen, das sind zusammen 22,6 Prozent. 11,3 Prozent hält diese Sazka-Gruppe bereits nach dem Kauf der Anteile der Städtischen-Gruppe. Novomatic, die eigentlich 40 Prozent kaufen wollte, würde sich auf 17 Prozent zurückziehen, das ist der Anteil der MTB-Stiftung (Bablik). Damit hätte Novomatic zwar einen Fuss in der Tür der Casag, aber keine Kontrolle. Damit entfällt eine weitere Prüfung der Bundeswettbewerbsbehörde.

In diesem Fall wäre es aber, so Neumann, auch notwendig, den Deal bei der Casinos-Tochter Lotterien GmbH. neu zu organisieren. Dort hält die Novomatic derzeit 24,9 Prozent. Etwa die Hälfte würde an die Sazka-Gruppe verkauft werden.

Novomatic und die tschechische Gruppe gehen also weiterhin gemeinsam vor, egal was das Kartellgericht entscheidet. Mit der skizzierten Lösung würden die wesentlichen Vorbehalte der Wettbewerbsbehörde wegfallen. Neumann: „Bei den Video-Lotterie-Terminals, VLT genannt, wollte die Wettbewerbsbehörde, dass wir deren Zahl einfrieren. Das konnte ich nicht, denn ich kann ja nicht für die Casinos Austria sprechen, die zudem noch andere Aktionäre hat.“ Die Casag verfügt als einziges Glücksspielunternehmen über eine Lizenz des Finanzministeriums für den Betrieb solcher VLTs. Das sind Automaten, die ausschauen wie normale Spielautomaten, aber Lotterie-Spiele anbieten. Das Ministerium erlaubte der Casag die Aufstellung von 5000 solcher Terminals, derzeit sollen es österreichweit etwa 600 sein. „Diese Lizenz ist aufrecht“, sagte Neumann.

Lesen Sie mehr dazu in der "Wiener Zeitung" vom 30.9.2016 oder unter
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/oesterreich/847474
_Novomatic-gibt-Casinos-Austria-nicht-auf.html

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