Frauen-Power für die MedUni Wien

Drei von vier neuen Professuren ab 1. Oktober sind „weiblich“

Wien (OTS) - Am 1. Oktober 2016 treten vier WissenschafterInnen ihre Professur an der MedUni Wien an, drei davon sind weiblich und zwei sind renommierte ForscherInnen aus dem Ausland: Christine Radtke (Plastische und rekonstruktive Chirurgie), Daniela Pollak-Monje Quiroga (Verhaltensbiologie) und Renate Kain (Pathologie) sowie Javier Martinez (Max F. Perutz Laboratories/Entzündungsbiologie).

Christine Radtke (40) kommt von der Medizinischen Hochschule Hannover an die MedUni Wien und ist Top-Expertin für plastische und rekonstruktive Chirurgie mit Schwerpunkt auf die periphere Nervenchirurgie und Nervenrekonstruktion sowie Tissue Engineering in der plastischen Chirurgie. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Entwicklung neuer Therapieoptionen bei malignen Weichteilerkrankungen. „Mit Hilfe von internationalen Kooperationen möchte ich den wissenschaftlichen Bereich in unserem Fachgebiet weiter ausbauen und ein internationales Netzwerk in enger Verbindung von Forschung, Klinik und Lehre aufbauen.“ Radtke war selbst zu Forschungszwecken an der Yale University (2000-2001 und Mai 2005 – August 2006) und an der Harvard Medical School (Juni 2003 – November 2003) und verfügt über exzellente Kontakte zu diesen Top-Universitäten. Christine Radtke hat zudem bereits mehrere renommierte, hochkarätige internationale Preise erhalten.

Daniela D. Pollak (37) ist seit 2009 - nach einem dreijährigen postDoc Aufenthalt bei Nobelpreisträger Eric Kandel an der Columbia University in New York - wieder an der MedUni Wien beschäftigt, wo sie 2005 ihr Doktoratsstudium beendete. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Verwendung spezifischer Tiermodelle zur Erforschung neurobiologischer Mechanismen von psychiatrischen Erkrankungen, mit einem Schwerpunkt auf Depression. Ziel ist es, herauszufinden, ob schon auf zellulärer Ebene eine derartige Erkrankung erkennbar ist und ob es geeignete Biomarker gibt, um neue therapeutische Interventionen entwickeln zu können. „Dabei herrscht bei psychiatrischen Erkrankungen großer Bedarf“, sagt Pollak. Die Forschungen sind interdisziplinär und an der MedUni Wien mit der Universitätsklinik für Psychiatrie, dem Klinischen Institut für Neurologie sowie dem Zentrum für Hirnforschung eng verknüpft. Eine ganz neu eingesetzte Technik in ihrer Forschungsgruppe ist „Optogenetics“, bei der man mit Hilfe von genetisch modifizierten Zellen mittels Licht selektiv die Aktivität einzelner Gehirnregionen beeinflussen kann. Neu ist auch die Zusammenarbeit mit dem präklinischen Imaging-Labor der MedUni Wien (PIL) zur strukturellen und funktionellen Darstellung des Gehirns der Labortiere in-vivo.

Renate Kain (54) ist seit 2006 (wieder) am klinischen Institut für Pathologie der MedUni Wien. Nachdem sie in Wien bis 1986 Medizin studiert hatte, war sie danach einige Jahre am Department für Pathologie der Universität Aberdeen. Ihr Ziel ist, jene pathologischen Spezialgebiete mit starkem translationalem Aspekt, in denen die MedUni Wien auch klinisch international führend ist, wie etwa Onkologie, stärker zu positionieren und die Pathologie nicht-neoplastischer Erkrankungen von Organen wie Herz, Lunge, Leber oder der Niere, für die u.a. postgraduelle Universtätslehrgänge geplant sind, zu fördern. „Gerade in der Diagnostik und mit den hohen Fallzahlen sind wir auf diesen Gebieten top“, sagt Kain. Ihren eigenen Forschungsbereich in der Pathologie will sie mit Großprojekten, wie INTRICATE (http://intricate.eu/) und RELENT (http://www.relent.eu/), unter starker Beteiligung von internationalen Top-Institutionen vorantreiben. Im Rahmen des EU-Projekts „INTRICATE“ wurden unter ihrer Leitung die Auswirkungen von Infektionen auf das Autoimmunerkrankungen erforscht. Bei RELENT geht es unter Koordination der MedUni Wien um die Entwicklung verbesserter Therapien für chronische Autoimmunerkrankungen wie z.B. rheumatoide Arthritis und Vaskulitis.

Javier Martinez (51) studierte Biologie in Argentinien, war seit Mai 2004 Junior Group Leader am IMBA (Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) und wechselte kürzlich in das MFPL-Department für Medizinische Biochemie. Seine Arbeitsgruppe untersucht den RNA-Stoffwechsel in Säugetierzellen biochemisch in vitro, als auch durch phänotypische und pathologische Untersuchungen in Mausmodellen in vivo. Die Entdeckung von neuen enzymatischen Aktivitäten mit Funktionen im RNA-Stoffwechsel hilft dabei, Krankheitsmechanismen in betroffenen PatientInnen aufzuklären, um neue therapeutische Ansätze schaffen zu können. „Die MedUni Wien hat eine exzellente Reputation in der Forschungs-Community – und sie passt zu mir, denn meine Forschung bewegt sich immer mehr in Richtung Medizin“, sagt Martinez.

Medizinische Universität Wien – Kurzprofil

Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten Europas. Mit rund 8.000 Studierenden ist sie heute die größte medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit 5.500 MitarbeiterInnen, 27 Universitätskliniken und drei klinischen Instituten, 12 medizintheoretischen Zentren und zahlreichen hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im biomedizinischen Bereich.

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