Neue Wirkstoffkombination soll Hautkrebstherapie verbessern

Wien (TP/OTS) - Studienergebnisse zeigen: die Wirkung von Immuntherapien bei schwarzem Hautkrebs kann durch eine Kombination mit anderen Krebstherapien verbessert werden. Zusätzlich wird intensiv geforscht, um die starken Nebenwirkungen zu verringern. Beim Kongress der European Academy of Dermatology and Venerology (EADV) im Austria Center Vienna von 28. September bis 2. Oktober werden diese und weitere Ergebnisse präsentiert.

  • 1.500 ÖsterreicherInnen erkranken jährlich an einem invasiven Melanom

  • Studie zeigt: Immuntherapie mit Substanzkombination erhöht Behandlungserfolg bei metastasierendem schwarzen Hautkrebs

  • Neue Kombination von Antikörpern soll Behandlungserfolge verbessern und Nebenwirkungen senken

In Österreich erkranken offiziell pro Jahr etwa 1.500 Personen an einem invasiven Melanom, also an schwarzem Hautkrebs, der Metastasen ausbildet. Die Dunkelziffer ist laut ExpertInnen jedoch wesentlich höher. Durch den Einsatz der Immuntherapie konnte in den vergangenen Jahren die Erfolgsquote im Vergleich zur herkömmlichen (Chemo-) Therapie deutlich erhöht werden - bei dieser Methode wird das körpereigene Abwehrsystem in die Lage versetzt, Krebszellen anzugreifen. Dennoch arbeiten ForscherInnen des Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien daran, die Ergebnisse weiter zu verbessern. Christoph Höller von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie der MedUni Wien: „Neue Daten zeigen, dass 50 Prozent der PatientInnen mit einem metastasierten Melanom, die mit Immuntherapie behandelt werden, nach drei Jahren noch am Leben sind – und das bei guter Lebensqualität. Das heißt aber auch, dass die Therapie bei 50 Prozent nicht oder nicht so gut wirkt. Wir sind daher auf der Suche nach neuen Wegen, um die Erfolgsquote noch weiter zu verbessern.“

Neue Substanzkombination für weniger Nebenwirkungen

Durch Substanzkombination von zwei sogenannten Immun-Checkpoint-Inhibitoren – das sind Antikörper gegen die Proteine PD-1 und LAG-3, die die Immunreaktion gegen Tumorzellen bremsen können - erhöht sich laut dem Update einer Studie, an der auch KrebsforscherInnen des CCC beteiligt waren, zwar der Behandlungserfolg, es kann aber auch zu stärkeren Nebenwirkungen wie schwere Müdigkeit, quälende Hautausschläge und Durchfall kommen. Höller: „Hier setzen unsere Konzepte an, die wir in den kommenden Jahren prüfen werden. Eine Studie ist gerade angelaufen. Wir führen sie in Kooperation mit der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien und dem AKH Wien durch und prüfen eine neue Kombination zweier Immun-Checkpoint Inhibitoren.“ Diese Antikörper gegen PD-1 und LAG-3 sollen die Signale der sogenannten Immun-Checkpoint Rezeptoren an weiße Blutzellen unterbinden. PD-1 und LAG-3 werden auf der Oberfläche dieser T-Zellen ausgebildet. Werden spezifische Signalstoffe an sie gebunden, wird die T-Zelle inaktiv und somit die Aktivität des Immunsystems gebremst. Die eingesetzten Antikörper stören diesen Signalweg, reaktivieren die T-Zelle und lösen somit eine Immunreaktion aus, die sich gegen die Tumorzellen richtet.

„Die andere Studie, die kurz vor dem Start steht, untersucht, ob die Kombination des PD-1 Antikörpers mit einem speziell modifizierten Virus bessere Ergebnisse bringt“, so Höller, „Ziel der Studien ist es, die Behandlungserfolge zu verbessern und gleichzeitig die Nebenwirkungen zu senken oder sie besser kontrollieren zu können.“
Langfristig hofft man, damit die Krebserkrankung bei einem Großteil der PatientInnen zu heilen oder zumindest zu einer chronischen Krankheit zu machen.

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