Kinderbetreuung: Familienministerin fordert mehr Tempo bei Ausweitung der Öffnungszeiten – AK sieht sich bestätigt

Linz (OTS) - Was die Arbeiterkammer Oberösterreich bei ihrer alljährlichen Präsentation des AK-Kinderbetreuungsatlas seit mittlerweile 17 Jahren fordert, ist nun auch der Familienministerin aufgefallen: Es sind nicht nur die fehlenden Betreuungsplätze, die berufstätigen Eltern Probleme bereiten, es passen vor allem auch die Öffnungszeiten nicht. „Wenn Ministerin Karmasin sagt, dass die Öffnungszeiten in Zukunft ein Schwerpunkt sein müssen, kann ich ihr nur Recht geben“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Der für Kinderbetreuung zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Stelzer sieht die Sache laut einem Bericht der Oberösterreichischen Nachrichten gelassen. Man erhebe den Bedarf direkt bei den Gemeinden, es sei nicht so, dass die Gemeindevertreter/-innen wegen der Öffnungszeiten Sturm laufen würden. „Da stellt sich schon die Frage, wie genau diese Bedarfserhebungen durchgeführt werden. In der AK melden sich immer wieder Eltern, die mit den Öffnungszeiten unzufrieden sind“, stellt Kalliauer fest.

Die Arbeiterkammer möchte die Fortschritte bei der Kinderbetreuung in Oberösterreich nicht kleinreden, in den letzten Jahren hat sich viel getan. Trotzdem ist unser Bundesland bei den Öffnungszeiten noch immer Schlusslicht. Laut Kindertagesheimstatistik 2015/16 besuchen nur 21,7 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen in Oberösterreich einen Kindergarten mit VIF-konformen Öffnungszeiten. Der Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf (VIF) wurde 2006 der AK Wien entwickelt, um zu erfassen, wie viele Plätze in der Kinderbetreuung mit einer Vollzeitbeschäftigung der Eltern vereinbar sind. Die Kriterien sind: mindestens 45 Stunden pro Woche geöffnet, an vier Tagen mindestens 9,5 Stunden geöffnet, Mittagessen, maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen. Bei den Unter-Dreijährigen sind es sogar nur 4,1 Prozent, die eine VIF-konforme Einrichtung besuchen können.

„Ich hoffe, die Verantwortlichen im Land nehmen sich die Kritik ihrer Ministerin zu Herzen. Ein größerer Teil der vom Bund für den Ausbau der Kinderbetreuung zur Verfügung gestellten Millionen sollte zukünftig in den Ausbau der Öffnungszeiten fließen“, fordert Kalliauer.

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