ÖH zu Pressegespräch von Mitterlehner

ÖH kritisiert Mitterlehners Pläne zu Zugangsbeschränkungen

Wien (OTS) - Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) spricht sich klar gegen die Pläne von Reinhold Mitterlehner zu den Zugangsbeschränkungen an den österreichischen Hochschulen im heutigen Pressegespräch aus.

Seine Idee wäre es, die Studienplätze an der Zahl der Absolvent_innen zu bemessen, da viele Studienbeginner_innen das Studium abbrechen. “Für eine höhere Absolvent_innenzahl müssen Voraussetzungen geschaffen werden, dass Studierende ihr Studium auch abschließen können, wie eine dringend notwendige Erhöhung der Beihilfen und mehr finanzielle Förderungen durch Stipendien mit individueller Bezugsdauer, je nach durchschnittlicher Länge des Studiums”, sagt Magdalena Goldinger vom Vorsitzteam der ÖH Bundesvertretung. Die Studierendensozialerhebung 2015 (Sola) zeigt deutlich, dass eine wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als zehn Stunden den Studienabschluss verzögert.

Wenn es mehr Absolvent_innen geben soll, dann ist es kontraproduktiv den Zugang weiter zu beschränken. Mitterlehner möchte dies in den Top-20-Studien vornehmen, wobei viele davon bereits mit Aufnahmetests beschränkt sind. Außerdem ist es nicht das primäre Problem, dass es zu wenige Absolvent_innen gibt. Teilweise fehlen gute Arbeitsbedingungen nach dem Studium um die Absolvent_innen in Österreich halten zu können. “Hier anzusetzen und die Studierenden im Vorhinein zu verpflichten, in Österreich arbeiten zu müssen, ist abzulehnen. Es muss allen möglich sein, dort arbeiten zu können, wo sie wollen”, so Goldinger.

Derzeit gibt es keinen Aufnahmetest und keine Zugangsbeschränkung, bei dem alle Studienwerber_innen die gleichen Chancen haben, einen Studienplatz zu bekommen. Beispiel Medizin: die Sola zeigt auch, dass der Großteil der Medizinstudierenden aus der hohen oder der höchsten sozialen Schicht kommen. Das zeigt klar und deutlich, dass Aufnahmetests sozial selektiv sind. “Bevor kein faires System geschaffen wird, sind Zugangsbeschränkungen abzulehnen”, so Goldinger weiter. Außerdem führen Zugangsbeschränkungen in beliebten Studienfächern zu weiteren Zugangsbeschränkungen in ähnlichen Studien, da diese in der Folge einen großen Ansturm verzeichnen. Das erzeugt einen Domino-Effekt.

“Die ÖH spricht sich klar für einen freien Hochschulzugang aus und fordert eine flächendeckende Information über Studienwahlmöglichkeiten in ganz Österreich und einen einfacheren Studienwechsel mit höherer Durchlässigkeit”, so Goldinger abschließend.

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