Neues Volksblatt: "Kostenfallen" von CR Christian HAUBNER

Ausgabe vom 22. September 2016

Linz (OTS) - Die geplante Streichung der Roaminggebühren — ohne 90-Tage-Einschränkung — ist eine gute Sache. Denn in Zeiten eines gemeinsamen Marktes und der Personenfreizügigkeit ist es nicht einzusehen, warum es keinen digitalen Binnenmarkt gibt. Ja, mehr noch: Es ist nicht nur nicht einzusehen, es ist auch ein wirtschaftlicher Schaden, wenn international tätige Firmen, deren Mitarbeiter in mehreren Ländern arbeiten, mit hohen Roamingkosten konfrontiert sind. Das bedeutet immerhin Wettbewerbsnachteile etwa gegenüber dem US-Markt oder dem chinesischen Markt. Dass sich auch Urlaubsreisende freuen dürfen, wenn sie künftig Strandfotos in soziale Netzwerke hochladen können, ohne horrende Kosten befürchten zu müssen, ist da ein weiterer positiver Aspekt — wenngleich man, nebenbei bemerkt, darüber nachdenken kann, ob der teilweise Verzicht auf das Smartphone den Urlaub nicht erst richtig erholsam macht. Aber das ist ein anderes Thema.
Roamingkosten abzuschaffen ist zeitgemäß und gut. Bei der Umsetzung ist nun darauf zu achten, dass kleine regionale Mobilfunkanbieter nicht unter die Räder kommen. Denn diese haben im Gegensatz zu europäischen Playern keine eigenen Netze im Ausland und müssen daher Nutzungsgebühren bezahlen. Auf diese gilt es nun zu schauen, damit dem Wegfall einer Kostenfalle für die Endkunden nicht eine neue Kostenfalle für kleine Anbieter folgt.

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