Welt-Alzheimertag - Blecha: Demenz muss als Behinderung anerkannt werden

Demenz wird in Zukunft in JEDER Familie ein Thema sein – Jetzt Rahmenbedingungen schaffen um Betroffene und Angehörige bestmöglich zu unterstützen

Wien (OTS) - Anlässlich des morgigen Welt-Alzheimertages spricht sich der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) dafür aus, die Erkrankung an Demenz als Behinderung anzuerkennen. Dies wurde kürzlich auch von der Volkshilfe gefordert. „Weltweit erkrankt alle drei Sekunden ein Mensch an Demenz. In Österreich leben aktuell rund 130.000 Menschen mit Demenz, bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl auf 260.000 Menschen verdoppeln. Damit ist Demenz schon jetzt der häufigste Grund für Pflegebedürftigkeit“, so PVÖ-Präsident Karl Blecha. „Die Volkskrankheit Demenz darf nicht länger als Tabuthema behandelt werden. Demenz wird in Zukunft in JEDER Familie ein Thema sein. Dieser Herausforderung müssen wir uns jetzt stellen und die Rahmenbedingungen schaffen um Betroffene und ihre Angehörigen bestmöglich zu unterstützen. Die Anerkennung der Krankheit als Behinderung – mit allen Rechten, die Menschen mit Behinderung laut UN-Behindertenkonvention zustehen – wäre dafür ein wichtiger Schritt“, betont der Präsident der größten und mitgliederstärksten Seniorenorganisation Österreichs. ****

Forderungen des Pensionistenverbandes im Kampf gegen die Volkskrankheit Demenz

+ Anerkennung der Erkrankung an Demenz als Behinderung – mit allen Rechten, die Menschen mit Behinderung laut UN-Behindertenkonvention zustehen.

+ Konsequente Umsetzung der Demenz-Strategie unter Einbeziehung aller betroffenen Interessensgruppen und NGOs

+ Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige durch Rechtsanspruch auf Pflegekarenz und Pflegeteilzeit, Recht auf Pflegefreistellung für die Betreuung pflegebedürftiger Elternteile – unabhängig vom Wohnort, psychische Unterstützung pflegender Angehöriger durch u.a. Weiterbildungsangebote, Supervision und Förderung ehrenamtlicher Helfer, Ausbau von Betreuungseinrichtungen, Tagesbetreuungseinrichtungen, Nacht- und Wochenendpflegeangeboten und mobilen Diensten

+ Stärkung der Prävention: Ausbau spezieller Vorsorgeprogramme wie z.B. dem vom Pensionistenverband entwickelten Programm "Bewegen statt pflegen", das in den PVÖ-Ortsgruppen umgesetzt wird und sich größter Beliebtheit erfreut.

+ Frühzeitige Diagnose: Eine frühzeitige Diagnose von Demenz ist essentiell für den Erhalt der Lebensqualität. Daher fordert der PVÖ den Ausbau der Diagnosemöglichkeiten durch entsprechende Einrichtungen und qualifiziertes Personal.

+ Verstärkte Forschung: Noch ist Demenz nicht heilbar. Die Erforschung von Behandlungsmöglichkeiten muss forciert werden

+ Pflegefonds ins Dauerrecht! Dieser Punkt muss bei den Verhandlungen zum Finanzausgleich mit den Ländern oberste Priorität haben.

+ Aufwertung des Pflegeberufs: Die kürzlich auf den Weg gebrachte GuKG-Novelle wird ausdrücklich begrüßt

"Wir dürfen keine Zeit verlieren. Jetzt müssen die Voraussetzungen geschaffen werden um durch Forschung, Prävention, frühe Diagnosen, flächendeckende, qualitativ hochwertige Therapie- und Pflegeeinrichtungen, finanzielle und sozialrechtliche Absicherung sowie personelle, finanzielle und psychische Unterstützung eine gute Lebensqualität von Erkrankten und ihren Angehörigen zu gewährleisten!", unterstreicht PVÖ-Präsident Blecha abschließend. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Generalsekretär Andreas Wohlmuth
Pensionistenverband Österreichs
Telefon: 0664-48 36 138

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