Neues Volksblatt: "Populismus" von Christoph Steiner

Ausgabe vom 17. September 2016

Linz (OTS) - Populismus statt Sachlichkeit. Wenn drei von vier Österreichern sagen, sie seien gegen das Freihandelsabkommen mit Kanada, aber gleichzeitig drei Viertel betonen, sie fühlen sich über CETA schlecht informiert, dann ist in der gesamten Diskussion wohl etwas schief gelaufen. Oder anders ausgedrückt: Das Chlorhuhn pickt der Cash Cow Export die Augen aus. Denn dass Österreich sechs von zehn Euro im Außenhandel erwirtschaftet und dabei Oberösterreich auch noch an vorderster Front agiert, das wird in der Debatte nur allzu gern ignoriert. Auch die Mär, dass nur Großkonzerne von dem Abkommen, durch das 99 Prozent aller Zölle wegfallen, profitieren würden, lässt sich bei genauerer Betrachtung keineswegs aufrechterhalten. So waren 80 Prozent der heimischen Betriebe, die 2013 nach Kanada exportierten, Klein- oder Mittelbetriebe, an der Zahl 1070 Unternehmen. Diesen den Vorteil des künftig uneingeschränkten Marktzugangs zu nehmen, wäre fatal. Denn während in Europa gezögert wird, wird in Asien und Südamerika fleißig an Abkommen gearbeitet. Sich hier als Europäer trotz weitreichenden Know-how-Vorteilen vielleicht bald hintanstellen zu müssen, weil sich Populisten eine Spielwiese gefunden haben, das darf nicht die Zukunft sein. Nach siebenjährigen Verhandlungen zwischen Kanada und der Europäischen Union kennt das CETA-Abkommen genug rote Linien, um nicht zu Lasten der Bevölkerung zu gehen.

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