„Kulturmontag“: Lust am Lernen, „Coriolan“-Premiere mit Obonya und Orth, Frauen im Kulturbetrieb

Außerdem: Neue Ausgabe der Reihe „Du KUNST mich“ über Filmmusik

Wien (OTS) - Einen Beitrag zur Bildungsdiskussion und darüber, was gutes Lernen ausmacht, liefert der „Kulturmontag“ am 19. September 2016 um 22.30 Uhr in ORF 2. Thema der von Clarissa Stadler moderierten Sendung ist außerdem die am Montag am Wiener Akademietheater gleich Mehrfachpremiere feiernde Shakespeare-Inszenierung „Coriolan“ von Regisseurin Carolin Pienkos, die auf der Bühne Ehemann Cornelius Obonya und Schwiegermutter und Burgtheaterdoyenne Elisabeth Orth vereint – das Familiengespann ist auch live zu Gast im Studio. Weiters befasst sich der „Kulturmontag“ mit der Frage, ob es einer Frauenquote im Kulturbetrieb bedarf. Anschließend an das Magazin steht die zweite Folge der neuen Reihe „Du KUNST mich“ auf dem Programm, in der sich alles um Filmmusik dreht.

Wege zur Schule „neu“ – Vom Lustprinzip beim Lernen

Das Thema Bildung ist ein gesellschaftlicher, politischer und medialer Dauerbrenner. Obwohl Österreich im internationalen Vergleich viel Geld für die Schulbildung in die Hand nimmt, kommt es zu PISA-Debakel und Katerstimmung, wenn internationale Bildungsrankings veröffentlicht werden. Ein Viertel der Volksschulkinder kann nach dem vierten Jahr nicht sinnerfassend lesen und immer noch gilt: Nichts hat mehr Einfluss auf den Schulerfolg der Kinder als das Bildungsniveau der Eltern. Was also tun? Der Bildungsexperte und Hirnforscher Gerald Hüther verweist darauf, dass Lernen durchaus einem Lustprinzip folgen muss. Denn wer „null Bock auf Schule“ hat, verliere auch den Spaß am Leben. Der „Kulturmontag“ hat Schulen besucht, die neue Wege einzuschlagen versuchen, und Gerald Hüther sowie Neo-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid zum Interview getroffen.

Mehrfach-Premiere für Shakespeare-Politthriller „Coriolan“ mit Elisabeth Orth und Cornelius Obonya

Eine mehrfache Premiere steht Montagabend im Wiener Akademietheater auf dem Spielplan: William Shakespeares selten gespieltes Werk „Coriolan“ – ein im alten Rom angesiedeltes fünfaktiges Antikendrama über die Machtkämpfte der damaligen politischen Elite – feiert in der mit Spannung erwarteten Inszenierung von Carolin Pienkos seine Erstaufführung. Zeitgleich ist dies das Burgdebüt der Regisseurin, die erstmals auch Ehemann Cornelius Obonya (alias Feldherr Coriolan) mit seiner Mutter, Burgtheaterdoyenne Elisabeth Orth, auf der Bühne als Sohn und Mutter vereint.
Die späte Historientragödie Shakespeares aus dem Jahr 1607 erzählt vom Aufstieg und tiefen Fall des römischen Feldherren Gnaeus Marcius Coriolanus und ist ein Lehrstück über Populismus und Demagogie: In schnell aufeinanderfolgenden Szenen entlarvt der Renaissance-Dichter die Manipulierbarkeit des Volks und die Verlogenheit der Politik. Ein Stoff, der wie gemacht scheint für die Gegenwart: Exemplarisch dafür sind der Erfolg von Brexit-Befürworter Nigel Farage oder die populistischen Versprechungen von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump – „Beide Politiker würden gut in das Stück passen“, sagt Cornelius Obonya. „Es ist das Stück der Stunde“, sagt Elisabeth Orth. Das künstlerische Familiengespann Pienkos, Obonya und Orth ist live zu Gast im „Kulturmontag“.

Frauen im Kulturbetrieb: eine Quotenfrage?

Egalitär, progressiv, Konventionen brechend – mit solchen Attributen wird die Sphäre von Kunst und Kultur oft bedacht. Und doch: Gerade hier wird die Ungleichstellung von Männern und Frauen augenscheinlich. In den vergangenen fünf Jahren wurden in Österreich nur 22 Prozent der Fördergelder an Regisseurinnen, Produzentinnen und Drehbuchautorinnen vergeben. Dem stehen 40 Prozent Frauen gegenüber, die an der Filmakademie Wien ausgebildet werden – fast immer von Männern. Marie Kreutzer ist eine der wenigen Filmemacherinnen, die sich in der männerdominierten Szene durchsetzen konnte. „Was hat uns bloß so ruiniert?“ heißt ihr dritter Spielfilm, der ab 23. September in den heimischen Kinos läuft. Darin geht es ums Kinderkriegen und die Luxusprobleme der Generation Bobo. Für ein massives Problem hält es Kreutzer, dass immer noch das Rollenbild vorherrscht, Frauen hätten sich hauptverantwortlich um den Nachwuchs zu kümmern – als seien Väter daran nicht beteiligt. Das stünde Jobchancen gerade in künstlerischen Berufen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten entgegen. Wie also mehr Chancengleichheit herstellen? Filmemacherin Elisabeth Scharang ist überzeugt, dass die Einführung einer Quote – vor allem bei der Vergabe von Fördergeldern – ein Korrektiv wäre. Zu Wort kommen auch die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz und die Künstlerin Brigitte Kowanz. Der „Kulturmontag“ berichtet über das immer noch schwierige Projekt Chancengleichheit.

Außerdem: Folge zwei der neuen Kulturdoku-Reihe: „Du KUNST mich“ – „Filmmusik“ (23.35 Uhr)

In der neuen, vierteiligen Reihe von Tanja Lesowsky und Jenny Rezny trifft Kunst auf Provokation. In dem 25’-Format fühlt Musiker und Stand-up-Comedian Aleksey Igudesman anderen Kreativen charmant wie provokant auf den Zahn. Dabei bringt sich der russisch-deutsche Geiger, Komponist, Dirigent und Schauspieler stets mit situativer Komik, schrägen Bemerkungen und Kostproben seines musikalischen Könnens ein. In der Auftaktsendung, die am 29. August lief, ging es um Mode, in Folge zwei steht das Thema Filmmusik im Mittelpunkt. Aleksey Igudesman und sein Musikerkollege Hyung-ki Joo treffen einander zu einem gemütlichen Blockbuster-Filmabend und träumen von einer Hollywood-Karriere als Filmkomponisten. Hyung-ki erzählt Aleksey von seinem innigen Wunsch, sich in Amerika als gefeierter Filmkomponist einen Namen zu machen, und bittet ihn, ihm dabei behilflich zu sein. Als der US-Filmkomponist Hans Zimmer kurz darauf in Wien zu Besuch ist, lädt Aleksey ihn zu sich nach Hause ein. Der Plan: Hyung-ki und Aleksey wollen ihm mit innovativen Musicscore-Kompositionen beeindrucken.

Der „Kulturmontag“ – produziert in HD – wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF - ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + - ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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