SWV – Matznetter: Startschuss für die offensive Unterstützung der Unternehmerschaft

JA zu einfachem Gründen – NEIN zur Abschaffung der Berufe

Wien (OTS) - Die SPÖ hat im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag im Parlament, ihr Konzept zur Erleichterung der Selbstständigkeit vorgestellt. Christoph Matznetter, SPÖ-Wirtschaftssprecher und Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Österreich (SWV) kommentiert dieses mit lobenden Worten, „Wir haben uns immer dafür eingesetzt, das Leben der Selbstständigen zu vereinfachen. Insofern freuen wir uns als SWV sehr darüber, dass der Startschuss für eine offensive Unterstützung der Unternehmerschaft gefallen ist.“ ****

Es gibt genügend Potential, den Zugang sowie den Erhalt des Unternehmertums zu verbessern, versichert Matznetter, „Was wir aber nicht wollen, ist, dass ganze Berufsgruppen verschwinden. Wenn wir nämlich eines aus der Krise gelernt haben, dann, dass völlige Deregulierung nicht funktioniert, weder auf Märkten, noch bei Berufen, die dazu noch hochqualifizierte Anforderungen haben“.

Daher bringt der SWV folgende Forderungen zum Ausdruck:

+ Betriebsanlagenverfahren vereinfachen
„Derzeit sind gewerbliche Genehmigungsverfahren viel zu kompliziert und viel zu langwierig“, kritisiert der SWV-Präsident. Wie Gründungen und Anmeldungen sollen auch Betriebsanlagenverfahren in sogenannten One-Stop-Shops abgewickelt werden können. „Damit würde sich die Verfahrensdauer um die Hälfte reduzieren“, erklärt Matznetter, der außerdem dazu anregt, dass Einsprüche gegen betriebliche Genehmigungsverfahren über den zivilen Rechtsweg abgewickelt werden sollten, „Das würde einen besseren Austausch zwischen Gewerbetreibende und AnrainerInnen herstellen.

+ Transparenz und Klarheit bei freien Berufen schaffen
Die Vereinheitlichung der freien Gewerbe vereinfache zwar die Unternehmensgründung deutlich, „wir sehen aber, dass gerade dort, wo alle einen freien Zugang haben, derzeit die meisten Probleme entstehen - Stichwort: Crowdworking“, warnt Matznetter. „Bei einem anerkannten Installateur-Meister zum Beispiel, würde niemand fragen, ob er angestellt ist oder nicht. Die selbstständige Grafikerin, die nebenbei auf werkvertragsbasis für die Crowd arbeitet, hat nahezu gar keine Sicherheiten“. Deshalb fordert Matznetter für diese Gruppe mehr Transparenz und Klarheit beim Dienstverhältnis zu schaffen, damit sie erst gar nicht in die Scheinselbstständigkeit geraten.

+ Verknüpfung der Gewerbe bei ähnlicher Tätigkeiten
Ein Fahrzeugtechniker braucht drei oder mehrere Gewerbescheine, wenn er z.B. ein gebrauchtes Auto reparieren und dieses dann verkaufen will. Hier benötigt es eine gewerberechtliche Verknüpfung mit dem Handel, regt der SWV-Präsident an. Ein anderes Beispiel sind die FriseurInnen. Diese könnten mit den Berufsgruppen der VisagistInnen, KosmetikerInnen, Hand- und FußpflegerInnen zusammengefasst werden, damit sie nicht für jede Tätigkeit einen eigenen Gewerbeschein lösen müssen.

+ Gewerbliche Interessenvertretung muss über das System der Sparten hinaus gehen, fordert Matznetter, „denn die zünftische Ordnung hat sich längst überlebt. Man muss hier die Interessen der wirtschaftstreibenden UnternehmerInnen bündeln und einen Ausgleich zwischen den Berufsgruppen schaffen“.

Die Wirtschaftskammer müsste daher reglementierte, freie Gewerbe und Teilgewerbe mit hohem Know-How und hohen Qualifikationsanforderungen durchleuchten und vor allem überlegen, wie diese auch gewerberechtlich geschützt werden können. Denn 98 Prozent der Wirtschaft bestehen aus Klein- und Mittelbetriebe, die es sich nicht einfach richten können. „Sie sind das Stützwerk unserer Wirtschaft, für die man sich einsetzen muss“, schließt Matznetter. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Österreich
Claudia Varga
Pressesprecherin
+43 (0)1 525 45 31
claudia.varga@wirtschaftsverband.at
http://www.wirtschaftsverband.at/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WVO0001