ÖGB-Anderl: Wirtschaft muss Frauen endlich korrekt entlohnen

1.700 Euro Mindestlohn, Ausbau von Kinderbildungseinrichtungen und mehr Vollzeitarbeitsplätze

Wien (OTS) - „Der diesjährige Equal Pay Day zeigt, dass wir trotz zahlreicher, wichtiger Maßnahmen auf der Stelle treten und nicht weiterkommen. Es ist ein Skandal, dass Frauen für die gleiche Arbeit nach wie vor rund ein Viertel weniger als Männer bezahlt bekommen“, ist Renate Anderl, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende, empört. „Wir fordern die Wirtschaft auf, Frauen endlich fair und korrekt zu entlohnen und Vollzeitarbeitsplätze zu schaffen, von denen sie auch leben können: unabhängig und selbstbestimmt.“

Verärgert ist Anderl auch darüber, dass Frauen noch immer keine Wahlfreiheit haben, wie der aktuelle AK Arbeitsklima Index zeigt. „Echte Wahlfreiheit für Frauen bedeutet, dass es genügend Betreuungsplätze sowohl für Kinder als auch für pflegende Angehörige gibt, damit niemand aus dem Berufsleben oder in die Teilzeit gedrängt wird“, betont sie. Aus ÖGB-Sicht braucht es vor allem Kinderbildungseinrichtungen, mit Öffnungszeiten, die eine Vollzeitbeschäftigung in der Stadt sowie am Land ermöglichen und einen Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern. „Weiters brauchen wir dringend ein Umdenken in der Gesellschaft und müssen uns von der klischeehaften Vorstellung ‚Der Mann ist der Ernährer. Die Frau ist für Kinder und Haushalt verantwortlich‘ verabschieden. Einerseits ist diese traditionelle Rollenaufteilung im 21. Jahrhundert fehl am Platz, und zweitens haben wir eine Vorbildfunktion: Wenn wir wollen, dass Mädchen und Buben einen gleichberechtigten Start in ihr Leben gewährleistet wird, müssen wir Mädchen bereits in jungen Jahren vermitteln, selbstbewusst zu fordern, was ihnen zusteht“, sagt Anderl abschließend.

Die ÖGB-Frauen fordern:
• Mindesteinkommen von 1.700 Euro brutto bei Vollzeitbeschäftigung • Mehr Vollzeitarbeitsplätze
• Ausbau der Kinderbildungseinrichtungen, mit familienfreundlichen Öffnungszeiten
• Verpflichtende Frauenförderung in großen Betrieben

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