Justizminister Brandstetter besucht Seniorenabteilung der Justizanstalt Suben

Suben (OTS) - Justizminister Wolfgang Brandstetter machte sich ein persönliches Bild von der neuartigen Abteilung des Seniorenvollzuges in der Justizanstalt Suben. Dort ist die Betreuung von älteren Menschen ein Schwerpunkt. Die speziell adaptierte Abteilung ist für über 60-jährige Insassen vorgesehen, die keinen besonderen Pflege-oder Betreuungsbedarf vorweisen. Bereits im Jahr 2013 wurde das Konzept eines Seniorenvollzuges in Suben probeweise gestartet. Auf Grund der äußerst positiven Erfahrungen wurde die Seniorenabteilung in den Regelbetrieb übernommen „Diese Form des Vollzuges ist ein höchst innovatives, wirklich tolles Vorzeigeprojekt und absolut zukunftsweisend“, so Bundesminister Brandstetter. Besonders hervorzuheben sind hierbei die Möglichkeiten einer altersentsprechenden Tagesbeschäftigung sowie eine gezielte Auseinandersetzung mit gesundheitserhaltenden und –fördernden Maßnahmen. „Unsere Gesellschaft wird immer älter und das trifft auch auf die Population in den heimischen Justizanstalten zu. Daher ist es äußerst sinnvoll, mit dementsprechenden Einrichtungen auf diese Entwicklung zu reagieren, um die besonderen Bedürfnisse älterer Insassen zu berücksichtigen“, so Justizminister Brandstetter, „wobei die Konzentration auf altersadäquate Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten besonders hervorzuheben ist.“

Die Unterbringung der Insassen im Seniorenvollzug erfolgt in einer räumlich abgetrennten Abteilung. Diese unterscheidet sich von den Abteilungen des Normalvollzuges durch einen umgestalteten und allgemein zugänglichen Gemeinschaftsbereich sowie durch spezielle bauliche Maßnahmen. Alle sanitären Anlagen verfügen über Haltegriffe, der Zugang zu den Duschen ist barrierefrei, und die Bodengestaltung ist einfärbig mit optischen Markierungen von Hindernissen gestaltet. Neben der Möglichkeit, in einem der 18 Betriebe der Justizanstalt Suben zu arbeiten, gibt es ein dem Alter angepasstes Betreuungskonzept für die Insassen. So werden beispielsweise eine kognitive Trainingsgruppe zur Aktivierung des Kurzzeitgedächtnisses, eine Kreativ-Werkstatt, Einzelgespräche durch den Psychologischen und Sozialen Dienst sowie eine intensivere ärztliche Betreuung angeboten. „Der Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dieses Projekt in Suben selbst entwickelt haben, sowie die vielseitigen Möglichkeiten der altersgerechten und sinnvollen Beschäftigung sind wirklich beeindruckend und haben Vorbildcharakter für die weiteren Schritte in der Gesamtreform des Strafvollzuges in Österreich“, so Justizminister Brandstetter zum Abschluss des Besuches. Derzeit (Stand Juli 2016) befinden sich 30 Insassen zwischen dem 60. und 72. Lebensjahr in der Seniorenabteilung. Insgesamt verfügt die Justizanstalt Suben über eine Belagsfähigkeit von 289 Plätzen. Von den insgesamt rund 8.900 im Strafvollzug angehaltenen Personen in Österreich sind aktuell 385 Insassen älter als 60 Jahre.

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