Arktis-Eis auf zweitniedrigstem Stand seit Aufzeichnung

Greenpeace fordert Schutzgebiet in der Arktis und kompletten Ausstieg aus fossiler Energie

Wien (OTS) - Die Meereis-Ausdehnung in der Arktis hat kürzlich den zweitniedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenbeobachtungen im Jahr 1978 erreicht. Die Eisfläche ist auf 4,14 Millionen Quadratkilometer geschrumpft, wie bereit im Jahr 2007, bestätigt jetzt das Nationale Schnee- und Eisdatenzentrum der USA (NSIDC). Kaum wo sind die Folgen der globalen Erwärmung sichtbarer als in der Arktis. Schmolz das Eis seit den 1970-ern alle zehn Jahre um durchschnittlich drei Prozent, sind es in den letzten zehn Jahren etwa zehn Prozent gewesen. Greenpeace fordert ein Netzwerk an Schutzgebieten in der Arktis und den Umstieg auf erneuerbare Energien.

„Der Rückgang des arktischen Eises ist zu einem Alarmsignal für den Klimawandel geworden“, erklärt Lukas Meus, Arktis-Sprecher von Greenpeace in Österreich, „Alleine an einem Tag – vom 6. auf den 7.September – verlor die arktische Eisdecke fast 120. 000 Quadratkilometer, also eine Fläche, die rund eineinhalbfachen so groß ist wie Österreich.“ Noch geringer als heuer war die Ausdehnung der Eisfläche im Jahr 2012. Langfristig betrachtet schmilzt das arktische Eis in einem rasanten Tempo. Die zehn niedrigsten Werte der Eisausdehnung pro Jahr stammen alle aus den letzten zehn Jahren. Diese Situation wird von der Ölindustrie, darunter auch von der österreichischen OMV ausgenutzt. Denn indem das Eis schwindet, können Ölkonzerne in Gebiete vordringen, die bis dahin noch eisbedeckt waren.

Der Grund für den massiven Rückgang des Eises liegt an der globalen Erderwärmung. Diese führt dazu, dass die Temperaturen in der Arktis mehr als doppelt so schnell voranschreiten wie anderswo in der Welt. Laut NASA-Daten lag der Temperaturanstieg im Februar 2016 in manchen arktischen Regionen bei 16 Grad Celsius über dem Monatsdurchschnitt für Februar der Jahre 1951 bis 1980. „Die Arktis gilt als Kühlschrank unseres Planeten. Da die arktische Eisdecke die Sonnenstrahlen zurück ins Weltall reflektiert, wird die Erderwärmung eingedämmt“, erklärt Meus, „Doch indem das Eis schmilzt, kann die Arktis diese wichtige Aufgabe nicht mehr erfüllen. Der Ozean absorbiert die Sonnenenergie, was den Klimawandel weiter antreibt.“

Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Jahr 2016 zum heißesten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen werden kann. Bereits die Temperaturen in den ersten sechs Monaten schlugen alle Rekorde und bestätigen somit die Prognose für das Gesamtjahr. Hier gilt es gegenzusteuern: Greenpeace fordert einen kompletten Ausstieg aus fossilen Energien, darunter Kohle, Öl und Gas sowie den Umstieg auf erneuerbare Energien. Auf diese Weise kann die Erderwärmung auf weit unter zwei Grad Celsius begrenzt werden. Zusätzlich fordert Meus abschließend: „Ein Netzwerk an Schutzgebieten in der Arktis ist dringend notwendig, um das sensible Ökosystem vor der Ausbeutung der Ölindustrie zu schützen. Auch müssen sich Konzerne wie die OMV freiwillig aus der Arktis zurückziehen und Verantwortung für diese sensible Region übernehmen!“

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Lukas Meus
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E-Mail: lukas.meus@greenpeace.org

Reka Tercza
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 857 45 98
E-Mail: reka.tercza@greenpeace.org

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