Bundes-Seniorentag VI – Rede der Bundesvorsitzenden LAbg. Ingrid Korosec

Korosec: „Mit neuem Schwung in eine gute Zukunft!“

Linz (OTS) - Nach der Rede des Bundesparteiobmannes folgte die Wahlrede von LAbg. Ingrid Korosec, die sich am heutigen Bundes-Seniorentag zur Wahl als Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes stellt:

Korosec: „Bei unserem heutigen Bundes-Seniorentag sehe ich viel Lebenserfahrung, und eine Auf- wie Ausbaugeneration, die nach wie vor mitarbeiten und vordenken will. Egal ob es um gesellige oder sportliche Aktivitäten, um politische Funktionen oder gesellschaftspolitische Aufgaben geht. Das ist der Österreichische Seniorenbund, das sind wir alle! Meine lieben Freunde, wir gehen nicht nur gemeinsam auf Berge, wir im Seniorenbund versetzen gemeinsam auch Berge! Uns erwarten auch Berge von Arbeit – für das Land der Berge. Wir haben viel zu tun, in unserem Österreich.“

Korosec: „Für mich sind fünf zentrale Punkte von besonderer Bedeutung, die ich heute mit euch besprechen will:

+ Den Wirtschaftsstandort Österreich stärken. + Eine echte Partnerschaft mit der Jugend pflegen. + Die Pflege und die Betreuung nachhaltig sichern. + Die Leistung und das Eigentum schützen. Die Ausbeutung des Mittelstands beenden. + Unsere Sicherheit und unsere Freiheit garantieren.“

Den Wirtschaftsstandort Österreich stärken.

Korosec: „Die Bevölkerungspyramide hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Darum sind Eigenverantwortung und Eigeninitiative wichtiger denn je, um im Ruhestand nicht mit leeren Händen da zu stehen. Was braucht es dazu? Schlankere Organisationsformen. Pfiffige Beschäftigungsprogramme. Vor allem aber braucht es Mut: Mut, die Dinge beim Namen zu nennen und Mut, die Dinge dann auch anzupacken! Zum Beispiel eine Strukturreform in Gang bringen, die diesen Namen auch verdient – und Doppelgleisigkeiten, überbordende Bürokratie und die offensichtliche Verschwendung von Steuergeld einzubremsen. Die SPÖ steht gerade in all diesen Punkten auf der Bremse, wo wir Tempo brauchen. Wir meinen eben Gas geben mit einem Porsche und nicht dahintuckern mit einem schwerfälligen Postbus. Unsere Unternehmen brauchen Luft zum Atmen, sonst geht die Luft uns allen aus!“

Eine echte Partnerschaft mit der Jugend pflegen.

Korosec: „Wir Seniorinnen und Senioren helfen, wo wir können und wann wir können: Den Jungen, die wirklich jeden Euro zweimal umdrehen müssen – mit persönlicher finanzieller Unterstützung von den Senioren an die Kinder und Enkelkinder. Den Jungfamilien, denen die Arbeit über den Kopf wächst – indem wir im Haushalt und bei der Kinderbetreuung unterstützen. Den Neueinsteigern im Beruf als alte Hasen – mit Rat und Tat. Den Neuankömmlingen auf der Erde als Oma und Opa. Wir sind für euch da, wann immer ihr uns braucht und solange wir können! Wie heißt das Sprichwort: Die Jugend läuft zwar schneller, aber wir kennen die Abkürzung! Es geht um gemeinsam – nicht um gegeneinander. Gemeinsam mit der Jugend finden wir den besten Weg für unser Österreich!“

Die Pflege und die Betreuung nachhaltig sichern.

Korosec: „Pflege ist viel mehr als eine finanzielle Last – sie ist oft auch eine viel größere psychische, emotionale Belastung. Pflege ist mehr als Altenbetreuung – Pflege ist unsere Pflicht der Aufbaugeneration gegenüber. Und Pflege ist ein Zeichen liebevoller Anerkennung! Darum dürfen wir hier als Gesellschaft nicht wegschauen! Im Gegenteil, hier müssen wir als Gemeinschaft zupacken! Wir dürfen nicht aufhören, dieses Thema ständig in der Öffentlichkeit zu diskutieren und entsprechende Lösungen zu finden. Aber natürlich -Pflege müssen wir uns auch leisten können. Das geht nur mit Leistung und Eigentum – meinem vierten Thema.“

Die Leistung und das Eigentum schützen. Die Ausbeutung des Mittelstands beenden. Mindestsicherung reformieren. Bargeld schützen!

Korosec: „Die Ausbeutung des Mittelstands in Österreich muss aufhören! Österreich war und ist das Land der Fleißigen, der Sparer. Wer Jahrzehnte lang etwas geleistet hat, soll sich auch im Alter etwas leisten dürfen! In einem Land, das wir alle zum Laufen gebracht haben. Arbeitsjahr für Arbeitsjahr. Beitragsjahr für Beitragsjahr. Und dann tut mir mein Herz weh, wenn mich Mails erreichen wie: „Warum bekomme ich, wo ich ein Leben lang gearbeitet habe, mit der Ausgleichszulage gleich viel, wie ein 20-jähriger Zuwanderer, der noch nie etwas in unser System einbezahlt hat und noch keinen Handgriff hier geleistet hat?“ Das Thema „Mindestsicherung“ beschäftigt uns Senioren genau so wie alle, die in Österreich etwas leisten oder geleistet haben und hier arbeiten oder jahrzehntelang gearbeitet haben!“

Korosec konkret zur Mindestsicherung: „Wer arbeitet, darf nicht der Dumme sein. Und wer ein Leben lang gearbeitet hat, darf schon gar nicht der Dumme sein! Unsere Forderungen:

+ Sachleistungen statt Geldleistungen! + Eine Obergrenze bei der Mindestsicherung! + Eine Staffelung der Mindestsicherung nach Aufenthalt in Österreich! + Pflicht zur gemeinnützigen Arbeit!“

Korosec richtet sich deutlich gegen die Abschaffung des Bargeldes:
„Bei Leistung und Eigentum gibt es für mich einen persönlichen Untertitel: Das Bargeld! Ich sage ganz offen: Ich werde kämpfen wie eine Löwin, weil ich ganz große Gefahren sehe:

+ Wie oft liest man von Kreditkartenbetrug vom Ausspionieren von Passwörtern, vom Datenklau? + Wie verlassen ist man, wenn man sich am Wochenende auf das Plastikgeld verlässt und die Karte kaputt oder verloren geht? + Bei Abschaffung des Bargeldes droht die Gefahr, dass der Staat mit einem Knopfdruck auf die Konten der Menschen, zB als so genannten „Solidarbeitrag“, zugreifen kann! + Wie viel Privatsphäre bleibt uns dann noch, wenn man uns sogar unsere Geldbörsel nimmt? Geben wir den Enkelkindern das kleine Extra-Taschengeld dann per e-Banking? Unser Bargeld nimmt uns niemand! Unser Österreich muss ein Land mit Bargeld bleiben!“

Unsere Sicherheit und unsere Freiheit garantieren.

Korosec bedankt sich eingehend ausdrücklich beim anwesenden Außenminister für dessen Einsatz der letzten Monate, zum Beispiel beim Schließen der Balkanroute. Sie betont: „Ich sage ganz offen und in aller Deutlichkeit: Offene Herzen, ja! Offene Grenzen, nein! Wer vor Gewalt fliehen muss und eine neue Heimat sucht, dem muss man helfen. Wer aber aus rein wirtschaftlichem Kalkül kommt, wer seine Gewaltkultur nach Österreich importieren möchte, der hat hier absolut nichts verloren! Es ist hoch an der Zeit, dass wir zu diesem „Nein“ stehen und mutig umsetzen, daher ist die Obergrenze das richtige Signal.“

Mit neuem Schwung in eine gute Zukunft!

Korosec: „Ja, ich habe mir viel vorgenommen. Weil wir alle zusammen noch viel vorhaben; weil so viel Energie, Gestaltungswille und Lebensfreude in unserem Seniorenbund steckt. Wir sind viel mehr als eine Interessensvertretung. Wir sind auch ein Freundeskreis. Wir sind viel mehr als eine Gesinnungsgemeinschaft. Wir sind eine Wertegemeinschaft. Wir sind mit ganzem Herzen dabei! Und mit Hirn dazu! Wir vertreten Österreichs größte Bevölkerungsgruppe. Das will nicht jeder gerne hören, aber es ist so! Zudem sind wir die am stärksten wachsende Gruppe! An uns führt kein Weg vorbei. Egal in welcher anderen ÖVP-Teilorganisationen jemand begonnen hat – irgendwann ist jeder reif für den Seniorenbund!“

Korosec: „Ich möchte diesen langen Lebensabschnitt stärker und positiver ins Bewusstsein heben. In die Pension muss keiner hineinstolpern. Das bedeutet aber, man muss sich vorbereiten; da sehe ich eine wichtige Aufgabe des Seniorenbundes. Es ist ein schöner Lebensabschnitt, mit Zeit für Vieles, was wir bisher hinten angestellt haben. Mit Zeit für alles, was bisher warten musste. Mit Zeit für die Dinge, die bisher auf der Strecke bleiben mussten. Mit viel Freiheit, die wir gestalten können! Mit viel Freizeit, die wir sinnvoll nutzen können! Höchste Zeit für die beste Zeit! Alle Forderungen des noch zu behandelnden Leitantrages und meine persönlichen Anmerkungen dazu sind Auftrag für uns in den nächsten Jahren.

Im Anschluss an diese Rede wird den Delegierten der Leitantrag „Mit neuem Schwung in eine gute Zukunft“ vorgelegt und von den 168 Delegierten diskutiert und abgestimmt.

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Österreichischer Seniorenbund
Susanne Walpitscheker
stv. Generalsekretärin
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