Q-Check Roadshow: „Man muss mit 3-4 Prozent Rendite zufrieden sein“

Linz (OTS) - Bei der Q-Check Roadshow in der voestalpine Stahlwelt in Linz, veranstaltet von DerBörsianer und Metrum Communications, stand am Dienstagabend die Niedrigzinspolitik der Notenbanken im Mittelpunkt. Renommierte Anlageexperten waren sich einig, dass die anhaltenden Niedrigzinsen mittlerweile ein Problem für Wirtschaft und Finanzmärkte sind. Aber auch in diesem schwierigen Anlageumfeld sehen die Experten Renditechancen für Anleger. Außerdem gaben Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG, Wolfgang Anzengruber, Vorstandsvorsitzender der Verbund AG sowie Gerald Grohmann, Vorstandsvorsitzender der Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG, Updates zu ihren Investmentstories.

Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3-Banken Generali Investment-Gesellschaft, kritisiert die Niedrigzinspolitik und vermisst eine Diskussion über die negativen Folgeeffekte. Ein sinnvolles Exit-Szenario wäre für Wögerbauer eine einmalige Zinserhöhung in den kommenden Quartalen. Den Worst Case, eine Flucht in Sachwerte, sieht der Experte auf Jahre nicht kommen. Die Anleger müssten sich laut Wögerbauer jedoch auf niedrigere Renditen einstellen: „Es ist nicht die Zeit, in der man 6-7 Prozent verdient. Es ist viel mehr die Zeit, in der man mit 3-4 Prozent zufrieden sein muss.“ Chancen für Anleger sieht der Experte vor allem auf dem Aktienmarkt. Sein Ratschlag: „Kaufen Sie nur so viele Anleihen wie nötig und so viele Aktien, wie sie es vertragen“. Außerdem empfiehlt der Experte eine Goldquote von rund 5-10 Prozent als Beimischung für das Portfolio.

Laut Dieter Wimmer, Leiter Sales Österreich bei Comgest Asset Management, hat die Politik des billigen Geldes nicht die gewünschten Auswirkungen: „Die niedrigen Zinsen kommen nicht bei den Menschen an. Die Leute lassen ihr Geld lieber am Konto liegen.“ Wimmer sieht ebenfalls Chancen vor allem am Aktienmarkt und empfiehlt, in qualitativ hochwertige Wachstumsunternehmen mit einfachem, starkem Geschäftsmodell zu investieren. Wichtig sei es jedoch „flexibel zu bleiben und das Portfolio immer wieder anzugleichen“.

Uli Krämer, Chief Investment Officer bei der KEPLER-FONDS Kapitalanlagegesellschaft m.b.H., zeigt sich gegenüber den niedrigen Zinsen ebenfalls skeptisch, rechnet aber nicht mit wesentlichen Änderungen: „Wir werden uns auf neue, tiefere Gleichgewichtszinssätze einstellen müssen“. Wichtig sei jedenfalls die richtige Kommunikation der Notenbanken. An den Märkten sieht er weder Panik noch Euphorie, „der Brexit beeindruckt nicht mehr“. Krämer bleibt bei Renten weiterhin untergewichtet und sieht Anlagechancen vor allem bei Aktien in den Emerging Markets.

Auch Hagen-Holger Apel, Senior Portfoliomanager bei DNB Asset Management, zeigt sich als Gegner der aktuellen Notenbank-Politik. Er habe „ein schlechtes Gefühl dabei“ sowie den Eindruck, dass der Konsum dadurch abgewürgt werde. Für die Märkte ist Apel eher neutral gestimmt und sieht vor allem Chancen in Skandinavien. Dort gebe es Werte, „die von schwachen Währungen profitieren können“. Der Experte ortet insbesondere Chancen bei guten Dividendenwerten sowie im Technologiebereich.

Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG, sieht sein Unternehmen mit einer klaren Strategie auf dem richtigen Weg. Die voestalpine konzentriert sich auf hochwertige, spezialisierte Stahlprodukte. „Wir haben bewusst die Entscheidung für den qualitativen Nischenbereich getroffen, statt auf Masse zu setzen.“ Als man diese Strategie vor 15 Jahren beschlossen hat, habe man in der Branche den Kopf geschüttelt. „Heute versucht man uns zu kopieren.“ Auch das Wachstum wird laut Eder weiter vorangetrieben:
„Unser neues Werk in Texas wird in absehbarer Zeit in Betrieb gehen, wir investieren heuer gut eine Milliarde Euro, langfristig zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro pro Jahr.“

Die Strategie der Verbund AG basiert laut Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Anzengruber auf drei Säulen: „Wir wollen ein 100 Prozent CO2-freier, Low-Cost-Erzeuger sein. Zweitens wollen wir als verlässlicher Netzbetreiber die maximale, uns zugestandene Rendite erreichen. Und drittens entwickeln wir uns vom Commodity-Lieferanten weiter zum Anbieter integrierter Lösungen und Dienstleistungen.“ Mögliche Kurstreiber sind aus seiner Sicht positive Entwicklungen bei den Strom- und CO2-Preisen sowie eine zunehmende Substitution fossiler Energieträger.

Gerald Grohmann, Vorstandsvorsitzender der Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG, steuert sein Unternehmen derzeit durch ein sehr schwieriges Umfeld: „Der niedrige Ölpreis führte in den vergangenen beiden Jahren zu einem massiven Abschwung in unserer Industrie. Wir haben darauf frühzeitig reagiert und umfangreiche Restrukturierungsprogramme gestartet. Gleichzeitig denken wir stets über den aktuellen Abschwung hinaus, denn der nächste Aufschwung wird kommen. Wir haben unsere Kernmannschaft gehalten und uns im attraktiven Geschäftsfeld Completion mit der größten Akquisition der Unternehmensgeschichte sehr gut positioniert.“

Bilder und Präsentationen finden Sie unter www.q-check.at

Über Q-Check - Quarterly Market Roadshow

Die „Q-Check - Quarterly Market Roadshow“ ist die führende Plattform zur Meinungsbildung am österreichischen Kapitalmarkt. Im Rahmen regelmäßiger Roadshows präsentieren renommierte Finanzhäuser, den Top-Entscheidern der Finanzcommunity, ihre Investmentchancen für das nächste Quartal (Quartals-Check). Ziel ist es zur individuellen und medialen Meinungsbildung beizutragen sowie ein schlagkräftiges Branchen-Netzwerk zur Stärkung des heimischen Kapitalmarkts zu schaffen.

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