Schultes: Faire Handelsverträge nützen Menschen, Land und Wirtschaft

CETA-Abkommen zwischen EU und Kanada: Unterzeichnung im Oktober

Wien (OTS) - "Das zwischen der EU und Kanada ausgehandelte CETA-Abkommen zeigt, dass Handelsverträge, die ausgewogen und fair gestaltet sind, beiden Partnern Vorteile bringen können. Der fertige Vertragstext berücksichtigt die österreichischen Exportinteressen, öffnet die Märkte nach dem Prinzip der Ausgewogenheit, garantiert eine spezielle Behandlung sensibler Produkte wie Rindfleisch, Schweinefleisch und Getreide durch Mengenbeschränkungen sowie Einfuhrlizenzen, akzeptiert die hohen EU-Produktions-, Lebensmittel-wie auch Umweltstandards und anerkennt geografische Ursprungsbezeichnungen. Der Vertrag, den jedermann im Internet nachlesen kann, zeigt, dass Europa stark und gut verhandelt hat. Ich bin überzeugt, dass Österreich entscheiden wird, diesem Ergebnis im Oktober beim EU-Kanada-Gipfel zuzustimmen", stellte LK Österreich-Präsident Hermann Schultes heute zur laufenden Debatte über Österreichs Haltung zu weiteren Handelsabkommen fest.

Unterschied zu TTIP

"CETA ist mit dem TTIP-Abkommen mit den USA nicht vergleichbar. CETA ist im agrarischen Bereich ganz anders verhandelt worden. Da hat man von vornherein klargestellt, dass man im Bereich der Landwirtschaft und der Lebensmittel gegenseitig die Standards respektieren will, das steht im Vertrag auch so drinnen. Deswegen sind die Auswirkungen mit Quoten und Kontingenten in beide Richtungen begrenzt. Die TTIP-Verhandlungen sind von dieser verantwortungsvollen Herangehensweise noch meilenweit entfernt, und durch die US-Wahlen ist auch so schnell keine Verbesserung zu erwarten", stellte Schultes klar.

Brexit nicht vergessen

"Jene, die heute kategorisch gegen alle Handelsabkommen sind, vergessen, welche fatale Auswirkungen eine Isolation der EU hätte. Die USA haben das transpazifische Abkommen mit Asien fertig verhandelt. Wenn Großbritannien, das heute schon über 50% des geplanten CETA-Handelsvolumen abwickelt, die EU verlässt, dann wird die Commonwealth-Achse mit Kanada voll aktiv. In enger Verbindung mit den USA werden dann die nordamerikanischen, die starken asiatischen Handelsnationen und Australien die Regeln und Standards für lange Zeit weltweit, also auch für Europa, dominieren beziehungsweise vorgeben und klare finanzielle Vorteile aus dieser Vorherrschaft auf den Märkten ziehen", warnte Schultes vor falsch verstandener Isolation.

"Wenn die europäischen Länder ihren heutigen Lebensstandard auch in Zukunft beibehalten wollen, können sie sich nicht von Wachstumsmärkten verabschieden. Wenn sie wollen, dass die hohen EU-Standards auch außerhalb der EU anerkannt werden, dann lässt sich das nur durch Verträge regeln. Wenn nicht erfolgreiche europäische Unternehmen ihren Standort nach Asien oder Amerika verlegen sollen, dann brauchen sie Verträge, die ihnen eine Kooperation auf Augenhöhe garantieren. Nur wer am Tisch sitzt, kann mitreden. Daher gilt es, hart zu verhandeln, um am Ende faire Bedingungen zu erreichen. Dann profitieren Menschen, Land und Wirtschaft gleichermaßen", so Schultes.
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