BMin Hammerschmid/LRin Gerstorfer: „Wir lassen junge Flüchtlinge nicht im Regen stehen!“

Keine rechtliche Grundlage für freiwilliges 10. Schuljahr – Bildungsministerium bietet Alternativangebot für junge Geflüchtete

Linz (OTS) - Außerordentliche SchülerInnen, die ihr 9. Schuljahr abgeschlossen haben, sind nicht mehr schulpflichtig. Sie haben derzeit keine Möglichkeit, ein freiwilliges 10. Schuljahr zu besuchen. Darauf hat das Bildungsministerium dieses Jahr erneut in einem Rundschreiben hingewiesen. Neu ist diese rechtliche Situation nicht, an der rechtlichen Lage hat es keine Änderungen gegeben. Das muss auch der oö. Landesschulrat wissen. Für das von Landesrat Anschober angesprochene oö. Bildungskonzept gibt es keine rechtlich abgesicherte Grundlage.

„Dennoch ist es uns wichtig, dass wir diese jungen Menschen nicht im Regen stehen lassen“, bringt sich nun die SPÖ-Landesparteivorsitzende Birgit Gerstorfer ein. „Ich stehe in engem Kontakt mit Sonja Hammerschmid, weil wir wissen, wie wichtig das Erlernen der deutschen Sprache und Bildung an sich für die Integration junger Menschen sind, gerade wenn sie erst vor kurzem zu uns gekommen sind.“

Damit junge Flüchtlinge dennoch ein Bildungsangebot - über die Schulpflicht hinaus – bekommen, hat das Bildungsministerium mit den Mitteln des Integrationstopfs II ein alternatives Angebot geschaffen, das folgende Maßnahmen bietet:

  • Übergangsstufe für BMHS (Ausweitung der Lehrgänge von 44 auf 60 im neuen Schuljahr)
  • Übergangsstufe für AHS (36 neue Lehrgänge ab diesem Schuljahr)
  • Übergangsstufe zur Vorbereitung auf den Pflichtschulabschluss (30 neue Lehrgänge in Planung)
  • 1.200 zusätzliche Basisbildungsplätze (insgesamt 2.400) im Rahmen der Initiative Erwachsenenbildung für 15- bis 19-jährige junge Flüchtlinge

„Für die 126 betroffenen Jugendlichen in Oberösterreich gilt es nun so rasch als möglich eine passende individuelle Lösung zu finden. Ich ersuche den Landesschulrat hier wirklich so rasch als möglich zu handeln, um den jungen Menschen eine abgestimmte Form der Bildung zukommen zu lassen“, sagt Gerstorfer. „Zudem halte ich eine Ausweitung der Ausbildungspflicht bis 18 Jahre auf junge AsylwerberInnen für dringend notwendig.“

„Wenn wir Integration leben und jugendlichen Flüchtlingen eine Chance geben wollen, an unserer Gesellschaft teilzuhaben, sollten wir sie nicht aus bestehenden Klassenverbünden herausholen. Deshalb lasse ich aktuell die Möglichkeit einer Änderung des Gesetzes zur Aufnahme als außerordentliche Schüler in die freiwillige zehnte Klasse prüfen“, erklärt Bildungsministerin Sonja Hammerschmid.

Der Vorstoß zu einer Gesetzesänderung, um den betroffenen Flüchtlingen den Besuch eines freiwilligen zehnten Schuljahres zu ermöglichen, wird von Gerstorfer unterstützt.

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