Immer weniger Kinder bekommen Schulbeihilfe - AK fordert Anpassung der Einkommensgrenzen

Linz (OTS) - Der Schulbeginn stellt viele Familien vor finanzielle Probleme: Die Kosten für Schulartikel, Ausflüge und Nachhilfe steigen jedes Jahr. Es gibt zwar Beihilfen, Anspruch darauf haben jedoch immer weniger Eltern. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert eine Erhöhung der Einkommensgrenzen und der Schulbeihilfe selbst: „Bildung darf keine Frage des Geldes sein!“

Die Schulbeihilfe wurde seit dem Jahr 2007 nicht mehr erhöht. Immer mehr Eltern fragen sich, ob sie sich für ihr Kind den Besuch einer weiterführenden Schule noch leisten können. Derzeit liegt der Grundbetrag bei 1.130 Euro pro Jahr, das sind nur 94 Euro im Monat. Ein Beispiel dazu: Jasmin ist eine 16-jährige Schülerin, hat einen Bruder mit 13 Jahren, die Mutter ist Hausfrau, der Vater verdient 1.580 Euro brutto im Monat. Jasmin bekommt dadurch gerade einmal diese 94 Euro monatliche Schulbeihilfe. Mit jedem Euro, den ihr Vater mehr verdient, sinkt die Schulbeihilfe rapide. Insgesamt erhalten derzeit auch nur knapp 6,5 Prozent der bezugsberechtigten Schülerinnen und Schüler ab der zehnten Schulstufe eine Schulbeihilfe.

Maximal 94 Euro sind sehr wenig angesichts der ständig anfallenden Kosten für Anschaffungen wie PC, Taschenrechner oder Schultasche. Dazu kommen noch Schulveranstaltungen wie Skikurse, Projekttage, Sportwochen oder Sprachreisen, in vielen Fällen auch Nachhilfekosten sowie Nachmittagsbetreuungsbeiträge und Selbstbehalte.

„Laut Preisindex müsste der Grundbetrag der Schulbeihilfe bereits um fast 18 Prozent angehoben werden, ebenso auch die Grenzen der sozialen Bedürftigkeit. Mit der finanziellen Realität der Eltern haben die geltenden Werte nur mehr wenig zu tun“, kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Viele Schüler/-innen fallen Jahr für Jahr aus dem Bezugskreis heraus, damit steigt die Bildungsungerechtigkeit. Seit der letzten Anpassung im Jahr 2007 ist der Kreis der Schulbeihilfebezieher/-innen in Oberösterreich um über 20 Prozent zurückgegangen – von 5573 damals auf 4.434 im vorletzten Jahr.

Kritisch bewertet die Arbeiterkammer auch, dass die Schulbeihilfe weiterhin erst ab der zehnten Schulstufe beantragt werden kann. Große Anschaffungskosten entstehen aber gerade zu Beginn der höheren Schule, also bereits in der neunten Schulstufe. Viele Eltern überlegen sich daher auch aus Kostengründen, ob der weitere Schulbesuch des Kindes möglich ist. Anspruch auf eine Heimbeihilfe für Schülerinnen und Schüler, die im Internat wohnen, besteht übrigens bereits ab der 9. Schulstufe.

Die AK empfiehlt allen Eltern, im Zweifelsfall unbedingt einen Antrag zu stellen. Die entsprechenden Formulare gibt’s auf der Homepage des Bildungsministeriums und in den Schuldirektionen. Anträge sind bis Ende des Kalenderjahres einzubringen. Weitere Informationen zu Schul-und Heimbeihilfe und sonstigen Unterstützungsmöglichkeiten sowie den AK-Schulbeihilfenrechner finden Sie auf ooe.arbeiterkammer.at .

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