CARE-Bericht: Immer mehr syrische Frauen alleine auf der Flucht

Zwei Drittel syrischer Flüchtlingsfrauen fürchten Gewalt und Übergriffe

Wien (OTS) - Immer mehr Frauen aus Syrien sind mit ihren Kindern auf der Flucht nach Europa auf sich alleine gestellt und fast 40 Prozent aller syrischen Flüchtlingsfamilien in Jordanien müssen ohne Familienvater auskommen. Das sind fast doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. Zu diesen Ergebnissen kommt der neue Bericht "On her own" der Hilfsorganisation CARE.

"Die Frauen fliehen vor Krieg und Verzweiflung, sie wollen sich und ihre Kinder in Sicherheit bringen. Auf der Flucht sind sie dann häufig erneut Gewalt und auch sexuellen Übergriffen ausgesetzt, von Schmugglern und Menschenhändlern abhängig", so CARE Österreich Geschäftsführerin Andrea Barschdorf-Hager. Die Väter bzw. männlichen Familienmitglieder sind oft entweder im Krieg umgekommen oder haben den Fluchtweg bereits zuvor angetreten.

In Griechenland, wo weiterhin zehntausende Flüchtlinge ausharren, ist die Situation besonders prekär: Hier muss sogar jede zweite syrische Frau alleine ihr eigenes und das Überleben der Kinder sichern. 95 Prozent der befragten Frauen gaben an, unter der anhaltenden Fluchtsituation, der großen Verantwortung und der Angst um ihre Kinder stark zu leiden. Familienzusammenführungen und zugesagte Umsiedlungen laufen weiterhin schleppend. Von den vorgesehenen 66.400 Umsiedlungen, die Griechenland entlasten sollen, fanden bis heute gerade einmal 3.700 statt.

Die Auswirkungen von fehlendem Schutz und alleiniger Verantwortung lasten schwer auf den Schultern der Frauen: "Unsere KollegInnen hören leider immer häufiger davon, dass Frauen ihren Körper verkaufen, um ihre Kinder zu ernähren. In Jordanien wird bereits jedes zehnte syrische Mädchen verheiratet, weil viele Mütter nicht mehr wissen, wie sie ihre Kinder sonst über Wasser halten können", so Barschdorf-Hager. Fast zwei Drittel aller befragten syrischen Flüchtlingsfrauen gaben an, sich vor Gewalt und Übergriffen zu fürchten.

Anlässlich der Flüchtlingsgipfel in New York am 19. und 20. September fordert CARE die Regierungen dazu auf, mehr Unterstützung für Flüchtlingsfrauen bereitzustellen und ihre besonderen Bedürfnisse und Vulnerabilitäten zu beachten: "Wir fordern legale und sichere Fluchtwege, damit Frauen sich nicht alleine auf den gefährlichen Weg machen und von Schmugglern abhängig sind. Eine Flucht vor dem Krieg in Syrien darf nicht bedeuten, dass an seine Stelle sexuelle Gewalt, Menschenhandel und Missbrauch treten", so Barschdorf-Hager.

Bericht „On her Own": http://bit.ly/2cDd4Is

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