IV: Erfreuliche Bewegung in der Bildungspolitik

Ganztagsschule, Autonomie und Chancenindex als richtige Prioritäten – Reform der Pflichtschulzeit wichtigstes Reformvorhaben

Wien (OTS) - Als sehr positiv erachtet die Industriellenvereinigung (IV) die jüngsten Aussagen von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid und Staatssekretär Harald Mahrer zu den Schwerpunktsetzungen in der Bildungsreform. IV-Generalsekretär Christoph Neumayer: „Ich hoffe es liegt nicht nur am Schulbeginn, aber wir freuen uns, dass Energie, Sachlichkeit und Bewegung in der Bildungspolitik spürbar werden.“

Auf die Ganztagsschule zu setzen, sei eine richtige Priorität. „Die Ganztagsschule ist vor allem in ihrer verschränkten Form ein wesentlicher Erfolgsfaktor einer zeitgemäßen Schule. Moderne Ganztagsschulen werden unsere Kinder fördern, unser Bildungssystem verbessern und auch zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitragen.“ Umso wichtiger sei es, die 750 Mio. Euro für den Ganztagsschulausbau dorthin zu leiten, wo sie hingehörten, nämlich in die Schulen und Klassenzimmer. „Das Geld muss nach klaren Kriterien zielgerichtet vergeben werden. Die Bedürfnisse der Schulen, ihre Motivation und Eigeninitiative sollen dabei eine wichtige Rolle spielen“, so Neumayer.

Ganz zentral sei eine umfassende Autonomie für die Schulen: „Wir brauchen mehr Freiraum für die Schulen und ihre Pädagoginnen und Pädagogen, sie wissen am besten was unsere Kinder brauchen.“ Deswegen sei eine möglichst weitgehende Autonomie in pädagogischen, personellen, finanziellen und organisatorischen Fragen so wichtig. „Wir wissen, dass es da noch viele Hürden gibt, aber wir sind überzeugt, dass letztlich alle Beteiligten das Wohl der Kinder im Auge haben werden.“

Auch dem neuen Modell des „Chancenindex“ steht die IV positiv gegenüber: „Wir brauchen in unseren Schulen mehr Spitze und mehr Breite, dazu ist eine differenzierte Finanzierungsform besser geeignet als die aktuelle intransparente Vorgangsweise.“ Mittelfristig sollten alle Bildungseinrichtungen durch ein Pro-Kopf-Modell plus zusätzliche Mittel für besondere Schwerpunkte finanziert werden. Innovative Schwerpunktsetzungen erwarte man sich auch durch die neue Bildungsstiftung, sie könne ein kreatives Kraftwerk für die Bereiche Begabungsförderung und Digitalisierung werden.

Bei allen positiven Signalen erinnerte Neumayer an die Notwendigkeit grundlegender inhaltlicher Reformschritte:
„Ganztagsschule, Autonomie und Chancenindex sind wichtige Schritte einer notwendigen Reformoffensive. Wir dürfen aber die Elementarbildung nicht vergessen, hier braucht es vor allem die Finanzierung eines zweiten Kindergartenjahres. Und unser wichtigstes Ziel bleibt die Reform der Pflichtschulzeit. Dazu müssen wir Bildungsziele definieren, über neue Inhalte nachdenken, Begabte mehr fördern und gleichzeitig die soziale Selektion verringern, auch angesichts der Herausforderung Integration. Um das alles zu schaffen, braucht es mehr Bewusstsein für den hohen Stellenwert von Bildung und ein gemeinsames Vorgehen mit den Betroffenen, der Politik, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft“, so Neumayer abschließend.

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