„Orientierung“: Verordnung gegen Flüchtlinge – Auch Kirchen gegen Regierungspläne

Am 11. September um 12.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Günter Kaindlstorfer präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 11. September 2016, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Verordnung gegen Flüchtlinge: Auch Kirchen gegen Regierungspläne

„Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und der Schutz der inneren Sicherheit sind gefährdet“, stellt die österreichische Regierung fest und möchte sich damit – im Entwurf zu einer neuen „Asyl-Notverordnung“ – formell die Basis für einen verschärften Umgang mit Flüchtlingen sichern. Vor allem ein direktes Abweisen von Flüchtlingen an der Grenze soll dadurch möglich gemacht werden. Nicht zuletzt deshalb hat die geplante „Asyl-Notverordnung“ – bis Anfang Oktober läuft die Begutachtungsfrist – bereits Kritiker im In- und Ausland auf den Plan gerufen. Auch aus den Reihen der Kirchen in Österreich sind Vorbehalte zu hören. Vor einer „grundlosen Ausrufung eines Ausnahmezustandes“ warnt Michael Chalupka, Direktor der evangelischen Diakonie. Und auch der katholische Bischof von Eisenstadt, Ägidius Zsifkovics, nebstbei Flüchtlingskoordinator der EU-Bischöfe und „selbst am Eisernen Vorhang aufgewachsen“, steht der „Asyl-Notverordnung“ höchst kritisch gegenüber. Er meint: „Ich würde mir wünschen, dass Österreich seine stolze Tradition des Flüchtlingsschutzes auch unter den gegenwärtigen schwierigen Herausforderungen hochhält und ganz Europa ein Beispiel gibt, wie eine offene, ethisch-universelle und gleichzeitig kritisch-unterscheidungsfähige, von lösungsorientiertem Denken geleitete Gesellschaft aussehen kann.“ Ein Bericht von Zoran Dobric.

„Terror-Schule“ Gefängnis? Radikalisierung hinter Gittern

Nicht wenige der etwa 300 Österreicher, die an der Seite der Terrormiliz Islamischer Staat kämpfen, wurden auch in österreichischen Justizanstalten radikalisiert. „Besonderes deshalb, weil sie wenig oder gar nichts über den Islam und den Koran wissen“, meint dazu der muslimische Seelsorger Mehmet Isik. Er ist einer von österreichweit 43 ehrenamtlichen Islam-Seelsorgern, die an die 2.000 Muslime in heimischen Justizanstalten betreuen. Das ist allerdings nur in recht bescheidenem Ausmaß möglich: Alle zwei Wochen kann ein Seelsorger „seine Schäfchen“ besuchen. Meist geht es darum, das gemeinsame Freitagsgebet zu verrichten. Für wichtige Einzelgespräche müssen Insassen drei bis fünf Monate warten. Dabei, so meint auch Mehmet Isik, sei Deradikalisierung eine wichtige Aufgabe, der man sich gerne intensiver widmen würde. Mehr staatliche Unterstützung sei deshalb dringend vonnöten. Ein Bericht von Zoran Dobric.

Der umtriebige Pater: Karl Wallner ist neuer Missio-Direktor

Mit 1. September hat Pater Karl Wallner das Amt des Direktors von Missio, der Päpstlichen Missionswerke in Österreich, übernommen. Er folgt damit auf Leo Maasburg. Es ist dies der nächste Karriereschritt des vielbeschäftigten Zisterziensermönchs aus dem Stift Heiligenkreuz. Einer breiten Öffentlichkeit wurde Wallner rund um den Erfolg der „singenden Mönche von Heiligenkreuz“ bekannt, als er 2008 auch auf der Wettcouch von Thomas Gottschalk Platz nahm. Neben der klösterlichen Öffentlichkeitsarbeit managte Karl Wallner bisher in seiner Funktion als Rektor auch die dem Stift angeschlossene Hochschule Heiligenkreuz. Unter seiner Führung wuchs diese zur größten Ausbildungsstätte für Priester und Ordensleute im deutschen Sprachraum heran. „Orientierung“ hat den neuen Missio-Direktor einen Tag lang begleitet und mit ihm über alte und neue Aufgaben gesprochen. Ein Bericht von Christoph Riedl-Daser.

Stola und Lederjacke: Das Leben des „Rockerpriesters“ Guy Gilbert

Dicke Silberringe, selbst gedrehte Zigaretten und Lederjacke: Die Überraschung ist immer wieder groß, wenn sich der 80-jährige „Altrocker“ Guy Gilbert als katholischer Priester zu erkennen gibt. Ein Moment, den er sichtlich genießt und dem er meist auch ein paar derbe Ausdrücke nachschiebt. Dabei spielt Guy Gilbert, der in seiner Heimat Frankreich weithin bekannt ist, mit seinem Image als wilder Rocker. Das nämlich hilft ihm bei seiner selbst gewählten Lebensaufgabe: Seit nun bald fünf Jahrzehnten versucht er mit Erfolg, Jugendliche und junge Erwachsene von der „schiefen Bahn“ zu bringen und zurück in ein Leben mit Zukunft zu führen. Eines seiner Projekte:
ein Bauernhof in der Haute Provence, wo er mit einem Team aus Sozialarbeitern und Pädagogen junge Menschen aus Paris betreut. Ein Bericht von Mijou Kovacs und Marcus Marschalek.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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