Monat der Mundgesundheit

Potentielle Auswirkungen von Parodontitis auf die Allgemeingesundheit

Wien (OTS) - Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Sie kann Auswirkungen auf systemische Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf oder Schwangerschaftsverläufe haben. Zahnfleischprobleme sind weit verbreitet, Experten schätzen, dass rund 80 Prozent der Erwachsenen davon betroffen sind. Gerade bei Parodontitis und Diabetes mellitus sind die bidirektionalen Zusammenhänge wissenschaftlich gut belegt, allerdings noch immer zu wenig bekannt. Die Österreichische Gesellschaft für Parodontologie (ÖGP), die Zahnärztekammer Österreich und Colgate-Palmolive betonen in einem Pressegespräch anlässlich des Monats der Mundgesundheit, dass Parodontitis ein zunehmendes Gesundheitsproblem darstellt und erklären potentielle Wechselwirkungen mit systemischen Erkrankungen. Die Experten betonen, wie wichtig ein Zusammenwirken aller im Gesundheitssystem beteiligten Personen ist, damit Prävention und Primärversorgung für die Bevölkerung optimal gewährleistet sind.

Parodontitis ist eine chronische Erkrankung, die sich auf den Verlauf systemischer Krankheiten wie kardiovaskuläre Erkrankungen oder Diabetes und sogar Schwangerschaften auswirken kann. Die European Federation of Periodontology (EFP) fasste 2012 in einem Manifesto die wesentlichen Punkte zusammen und ruft hierbei alle im medizinischen Bereich Tätigen zur Vorbeugung, Frühdiagnose und Behandlung auf.1

Bei Parodontitis und Diabetes mellitus wird der gemeinsame Handlungsbedarf mit einem Blick auf die Zahlen besonders deutlich:
Schwere Parodontitis ist die weltweit sechshäufigste chronische Erkrankung.2 Auch Diabetes Typ 2 steigt weltweit an. Immer mehr jüngere Personen leiden mittlerweile an einem zu hohen Blutzuckerspiegel. Die WHO spricht bereits von einer Pandemie, bis 2030 sollen rund 552 Millionen Menschen betroffen sein.3 In Österreich gab es 2013 ca. 650.000 Diabetiker, ein Drittel davon ist noch unerkannt.4

Dr. Corinna Bruckmann, ÖPG Generalsekretärin: „Diese Ausgangslage ist eindrücklich und hier sind nicht nur Zahnexperten gefordert. Wollen wir zur besseren Gesundheit in der Bevölkerung beitragen, so kann dies nur über ein Zusammenwirken aller im Gesundheitssystem beteiligten Personen über mehrere Fachbereiche hinweg erfolgen.“

Parodontitis lässt sich messen: Die parodontale Grunduntersuchung gibt Aufschluss

Der entzündlich bedingte Gewebsverlust verläuft meist schmerzlos, bleibt daher lange unbemerkt und ist deshalb besonders tückisch. Im Spätstadium äußert sich Parodontitis als Zahnbeweglichkeit und führt in letzter Konsequenz sogar bis zum Zahnverlust. Dr. Eva-Maria Höller, Vizepräsidentin der Landeszahnärztekammer Wien: „Parodontitis ist eine chronische, multifaktorielle Infektionskrankheit, die durch bakterielle Mikroorganismen ausgelöst wird. Parodontale Erkrankungen werden oft erst spät entdeckt. Die Diagnose erfolgt mittels einer Sonde im Rahmen einer parodontalen Grunduntersuchung (PGU). Gesundes Parodont blutet nicht und es sind keine erhöhten Sondierungstiefen feststellbar.“ Die Parodontale Grunduntersuchung ist im Gesamtösterreichischen Prophylaxeprogramm der Österreichischen Zahnärztekammer als ein wichtiger Punkt der Individualprophylaxe aufgelistet.5

Parodontitis und Diabetes mellitus beeinflussen einander

Entzündungen lassen sich am high sensitivity CRP (hsCRP) ablesen, das bei generalisierter Parodontitis durchaus im pathologischen Bereich liegen kann6. Hier sind außerdem Zusammenhänge mit kardiovaskulären Erkrankungen, COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease), Frühgeburten bzw. zu niedrigem Geburtsgewicht und vor allem Diabetes mellitus zu nennen.

Dr. Bruckmann: „Es besteht seit vielen Jahren ein gut abgesicherter bidirektionaler Zusammenhang zwischen Parodontitis und Diabetes mellitus. Schlecht eingestellter Diabetes ist mit größerer Prävalenz und erhöhtem Parodontitis-Schweregrad verbunden. Eine schwere Parodontitis kann die Blutzucker-Kontrolle durchaus erschweren.“

„Auch wir als führender Hersteller im Bereich der Mundgesundheit machen dies zu unserem Thema im Monat der Mundgesundheit“, Ulrich Gröger, General Manager Colgate-Palmolive. „Schließlich nimmt auch die häusliche Pflege in der Mundhygiene-Vorsorge und bei Parodontitis im Speziellen eine zentrale Rolle ein.“

Vision einer interdisziplinären Prävention

Das zahnärztliche Team kann beim Erkennen und im Management von Allgemeinerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes einen wichtigen Beitrag leisten: Würden Patienten mit erhöhtem Risiko schneller identifiziert, so könnten interdisziplinäre Maßnahmen gesetzt und Hilfestellungen für das Blutzuckermanagement gegeben werden. Der Arzt sollte dem Diabetes-Patienten bei Zahnfleischbluten, Zahnlockerungen oder einer Erhöhung des CRP (eines Entzündungsmarkers) in jedem Fall eine Überweisung zum Zahnarzt empfehlen.

Dr. Bruckmann: „Regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen und professionelle Zahnreinigung sind bei Diabetes mellitus besonders wichtig. Bei Vorliegen einer Parodontitis ist das perfekt durchgeführte subgingivale Debridement, also eine ursachengerichtete antiinfektiöse Therapie, die wichtigste Maßnahme.“

Auch in der Schwangerschaft ist die richtige Mundhygiene wichtig. Die Zahnärztekammer fordert seit langem die Aufnahme einer zahnärztlichen Kontrolluntersuchung im Mutter-Kind-Pass. Dr. Höller: „Wir wissen, dass die Schwangerschaft eine hochsensible Zeit für die Gesundheit von Mutter und Kind ist.“ Die routinemäßige Kontrolle und die Beratung beim Zahnarzt wäre nur ein logischer Schritt in Richtung einer besseren und interdisziplinären Vorsorge.

Kombination aus Aminfluorid und Zinnfluorid fördert gesunde Mundflora und bekämpft Gingivitis

Eine reduzierte Plaquebildung durch die effektive Hemmung des Bakterienwachstums ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Mundflora intakt bleibt. Ulrich Gröger: „Wir bei Colgate-Palmolive bieten mit meridol® ein Produktsystem an, das genau dies unterstützt. Gerade bei Parodontitis ist die Kombination aus Zahnpasta, Mundspülung, Zahnbürste und Zahnseide von großer Bedeutung“. Durch die patentierte Wirkstoffkombination aus Aminfluorid und Zinnfluorid in meridol® tritt eine verstärkende antibakterielle Wirkung ein, die die Plaquebildung hemmt und den Blutungsindex senkt. Zinnfluorid wird durch das organische Aminfluorid in seiner wirksamen Form stabilisiert7. Auf Grund der Oberflächenaktivität verteilt sich die Wirkstoffkombination rasch in der Mundhöhle und bleibt auf den Zahnoberflächen und Zahnfleisch haften. Dadurch kann die antibakterielle Wirkung genau dort eintreten, wo vermehrt Plaque entsteht.

1 European Federation of Periodontology, verfügbar unter www.perioworkshop.efp.org. Letzter Zugriff: 26.08.2016 2 Kassebaum NJ, Bernabe E, Dahiya M, Bhandari B, Murray CJ, Marcenes W. Global burden of severe periodontitis in 1990-2010: a systematic review and meta-regression. J Dent Res. 2014 3 Shaw JE, Sicree RA, Zimmet PZ. Global estimates of the prevalence of diabetes for 2010 and 2030. Diabetes Res Clin Pract. 2010 Jan;87(1):4-14. 4 Griebler RG, Wolfgang; Winkler, Petra Zivilisationskrankheit Diabetes: Ausprägungen – Lösungsansätze – Herausforderungen. Österreichischer Diabetesbericht 2013. Wien: Bundesministerium für Gesundheit; 2013. 5 Österreichische Zahnärztekammer, verfügbar unter www.zahnaertekammer.at. Letzter Zugriff: 26.08.2016 6 Paraskevas S, Huizinga JD, Loos BG. A systematic review and meta-analyses on C-reactive protein in relation to periodontitis. J Clin Periodontol. 2008 Apr; 35(4): 277-90. 7 Saxer UP, Duhamel L, Mühlemann HR. Zahn Mund Kieferheilk 69 (1981), 729 (abstr 1)

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