Familienfreundlichkeit punktet bei qualifizierten Jobs

Gut ausgebildeter Nachwuchs fordert Work-Life-Qualitäten bei Unternehmen

Wien/St. Pölten (OTS) - Unter dem Titel „Was wollen Väter? Was brauchen Väter?“ lud Familienbund-Präsident Vbgm. Mag. Bernhard Baier zum Familienbund-ExpertInnengespräch ins IKEA Austria Service Office in Vösendorf. Am Podium saßen Dr. Johannes Kopf, AMS Vorstand, Renate Grün, Human Resources Managerin IKEA Österreich und Frank Ellerkamm, Business Area Manager IKEA und Vater in Karenz. Mit dem provokanten Zitat aus einem Grönemeyer-Song der 80er Jahre eröffnete der Familienbund-Präsident die Diskussion: „Wann ist ein Mann ein Mann?“ und setzte nach: „Ist das Rollenbild des männlichen Familien-Ernährers überhaupt noch zeitgemäß?“

AMS Vorstand Dr. Johannes Kopf ließ aufhorchen: „Wir haben eine sehr hohe Arbeitslosigkeit, vor allem bei Unqualifizierten. Junge Menschen mit einer sehr guten Ausbildung können sich vor dem Hintergrund der demographischen Veränderungen ihren Arbeitgeber immer mehr selbst aussuchen. Und die Lockmittel sind oft nicht mehr ein schickes Firmenauto und Handy sondern Familienfreundlichkeit, flexible Arbeitszeiten, Work-Life-Balance!“ Immer mehr Männer erfüllen sich den Wunsch, sich stark an der Familienarbeit zu beteiligen. Erfolgreiche Unternehmen unterstützen diesen Wunsch aktiv und profitieren davon ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Renate Grün von IKEA Österreich, einem Vorzeigeunternehmen in Sachen Familienfreundlichkeit, bringt es auf den Punkt: „Karenzlösungen sind immer auch eine Chance für das ganze Team zu wachsen, sich weiterzuentwickeln, das sollte man nicht vergessen. Wir suchen jeweils individuell passende Lösungen für Elternteilzeit bzw. Karenz, was für uns aber auch sehr, sehr wichtig ist: ‚im Gespräch zu bleiben’. Karenzmanagement heißt das Zauberwort.“

Kopf bestätigt diesen Weg: „Das AMS unterstützt sowohl Menschen, die in Karenz sind, bei ihrem persönlichen Karenzmanagement, aber auch Unternehmen, die sich diesem Thema aktiv stellen wollen. Auch beim AMS selbst ist Karenzmanagement eine Selbstverständlichkeit. Wir haben rund 6000 Angestellte in ganz Österreich, die Papakarenz hat sich in den letzten 8 Jahren vervierfacht, der Anteil von Männern an allen Teilzeitbeschäftigten stieg von 1,5% auf über 10 %. Wir arbeiten auch permanent an unserem Gleichstellungsplan. Wir sind noch nicht am Ziel, aber es tut sich was. Mittlerweile haben wir bereits 47,5 % Frauen in Führungspositionen.“ Frank Ellerkamm betonte, wie wichtig Rollenvorbilder für andere Väter sind. Er unterstrich auch die persönliche Horizonterweiterung durch seine Kinderkarenz, die er beruflich gut verwerten kann.

Zusammenfassend meinte Familienbundpräsident Baier: „Wenn die durchschnittlich in Anspruch genommenen 2 Monate Väterkarenz auch noch nicht viel sind, bereiten sie dennoch den Weg auf. Wenn dieser Schritt völlig normal und nicht mehr weiter bemerkenswert ist, ist der Schritt hin zu 6 oder 12 Monaten Kinderkarenz für Väter nur mehr ein kleiner, aber ein sehr großer für den Gleichstellungsplan. Und um die eingehende Frage nun zu beantworten: Ein Mann ist dann ein Mann, wenn er in Karenz gehen kann...“

Der Familienbund gibt dem Thema Väterbeteiligung heuer weiterhin besondere Aufmerksamkeit und hat auch drei Kurzspots mit Cornelius Obonya produziert, die mit einem Augenzwinkern gestaltet wurden um Klischees und Ängste anzusprechen und aufzubrechen. Je ein Spot richtet sich an Unternehmen, an Väter, an Mütter –zu finden auf www.familienbund.at

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