- 08.09.2016, 10:13:52
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Düstere Aussichten für Windkraft
IG Windkraft fordert erneut rasche Ökostromnovelle
Utl.: IG Windkraft fordert erneut rasche Ökostromnovelle =
Wien (OTS) - Die Inaktivität der Regierung lässt den Reformstau beim
Ökostrom immer größer werden. Mittlerweile mussten die ersten
Personen aus der Windbranche freigesetzt werden. „Die Windkraft
braucht endlich wieder stabile Rahmenbedingungen“, bemerkt Stefan
Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, und fordert: „Die geplante
kleine Ökostromnovelle muss umgehend umgesetzt werden. In Zeiten
schwachen Wirtschaftswachstums wäre das ein entscheidender Impuls für
Investitionen und Arbeitsplätze. Bewilligte Projekte könnten 2,5 %
der Stromversorgung aus sauberem Strom liefern und für heimische
Wertschöpfung und Arbeitsplätze sorgen.“
Seit nunmehr drei Jahren wird über eine kleine Novelle des
Ökostromgesetzes diskutiert. In Begutachtung ist der zu Ostern
öffentlich angekündigte Entwurf noch immer nicht. „Das ist sehr
bedauerlich, weil die Auswirkungen des Reformstaus mittlerweile sehr
stark sichtbar sind“, bedauert Moidl die Entwicklungen beim
Windkraftausbau und ergänzt: „Dabei könnten kleine Änderungen im
Gesetz starke Wirtschaftsimpulse durch den Windkraftausbau auslösen.“
Mehr als 230 Windräder mit einer Leistung von 700 MW befinden sich in
der Warteschlange. Der Bau dieser Anlagen würde sofort 1,2 Mrd. Euro
Investitionsvolumen und sauberen Strom im Ausmaß von 2,5 Prozent am
gesamten Stromverbrauch bewirken. 4.200 Personen wären allein mit der
Errichtung der Windräder beschäftigt.
Windkraft ist Wirtschaftsfaktor
Ein großer Teil der Bestandteile von Windrädern wird bereits von
Unternehmen in Österreich produziert. Mehr als 170 Firmen mit einem
Umsatzvolumen von 750 Mio. Euro leisten einen wichtigen Beitrag für
die heimische Wirtschaft. „Im Gegensatz zu importiertem Strom aus den
Nachbarländern hat heimischer Windstrom nicht nur große Vorteile aus
Sicht des Klimaschutzes, sondern bringt Wertschöpfung und
Arbeitsplätze im eigenen Land“, erklärt Reinhard Schanda,
Rechtsanwalt und Vorsitzender des Firmenbeirats der IG Windkraft, und
setzt fort: „Der Rückstau bei den Vertragsabschlüssen führt dazu,
dass in baureife Projekte nicht investiert werden kann, ja sogar
dazu, dass baureife Projekte verfallen. „Leider sind durch den
Reformstau gerade jene Firmen, die bei der Planung und bei der
Errichtung von Windkraftanlagen beschäftigt sind, bereits jetzt
gezwungen, Personen freizusetzen“, ergänzt Moidl. Seit dem
Ökostromgesetz 2012 sind durchschnittlich 118 Windräder errichtet
worden. Im Jahr 2014 waren es sogar 142 Anlagen. Heuer werden es nur
noch 75 sein und nächstes Jahr kommen lediglich 63 Anlagen zur
Realisierung.
Für den Ausbau der Windenergie braucht es stabile Rahmenbedingungen.
Leider waren diese in der Vergangenheit immer nur kurzfristig
vorhanden. „Eine Stop-and-go-Politik ist für die Entwicklung einer
jungen Branche wie der Windkraftbranche äußerst hinderlich“, ergänzt
Schanda.
Umsetzung bitte warten
Ankündigungen der Regierung allein helfen wenig, jetzt müssen Taten
folgen. „Die Branche hat über 700 MW Leistung an neuen
Windkraftprojekten entwickelt, die sofort umgesetzt werden könnten.
Diese Projekte brauchen Planungssicherheit und eine stabile Basis“,
bemerkt Lukas Stühlinger, Vorstand der oekostrom AG, und setzt fort:
„Nur eine rasche Ökostromnovelle gewährleistet
Investitionssicherheit. Denn letztlich haben wir alle ein gemeinsames
Ziel, nämlich die sofortige Reduzierung des CO2-Ausstoßes und die
Erreichung der Paris-Ziele. Dafür bedarf es der Bündelung aller
Kräfte.“ Durch den Reformstau beim Ökostromgesetz stehen die Hälfte
aller genehmigten Projekte vor dem Aus, weil die Perspektive auf
Umsetzung fehlt.
Windkraft als Wirtschaftsimpuls
Dabei würden nur kleine Änderungen am Gesetz Abhilfe schaffen.
„Natürlich kostet der Ausbau erneuerbarer Energien Geld. Aber wir
leisten uns auch andere Infrastrukturprojekte. Es ist
volkswirtschaftlich weit sinnvoller, in heimische Anlagen zu
investieren, als jährlich wie im Jahr 2014 13 Mrd. € für
Energieimporte auszugeben“, so Moidl abschließend.
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