TKG: "Vielen Dank. Wir sind in Österreich schon zu Hause". Die Auflistung der Gründe!

Türkische KULTURgemeinde ist gegen "Auszahlen und Gehen"- Debatten die einfach zwischen den Menschen Vorurteil schafft, den extremen Seiten Stimmen bringt, aber Österreich schadet.

Wien (OTS) - Die Mehrheit der Austrotürken möchten an diesen Diskussionen "Auszahlen und Tschüss - baba in die Türkei" nicht teilnehmen, weil sie in solchen künstlichen Debatten über ihre neue Heimat Österreich mit allen ihren Facetten nicht missbraucht werden wollen. Die Mehrheit sagt kurz und bündig: "Vielen Dank und tut uns trotzdem leid. Wir sind in unserer Heimat Österreich schon zu Hause"

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG), die im Jahre 2004 gegründet wurde, vertritt als wichtige Thinktank-NGO nicht alle Menschen aus der Türkei in Österreich, sondern nur seine Mitglieder und hat mit vielen Menschen aus der Türkei in Österreich gesprochen mit folgenden Meinungen, die wir hier auflisten werden:

1. Weder jemand von unseren Mitgliedern, noch die Mehrheit aus der Türkei, möchte in eine Diskussion bezüglich einbezahlter Sozial- und Pensionsbeiträgen gezogen werden. Unter den 300.000 Menschen aus der Türkei in Österreich, sind über 200.000 schon österreichische Staatsbürger, mit allen Pflichten und Rechten. In Österreich sind mehr als 13.000 austrotürkische Unternehmer/-innen mit über 25.000 Mitarbeiter. Heuer sind in Österreich über 65.000 austrotürkische Kinder in den Schulen unterwegs. Österreich ist kein einfaches, aber auch kein schwieriges Land. Es gibt in Österreich, genauso wie in der Türkei auch, Spielregeln und die Mehrheit der Türken in Österreich sehen ihre Zukunft auch in Österreich. Die Austrotürken haben tatsächlich sehr viel direkt und indirekt in die Sozialtöpfe in Österreich eingezahlt, aber dafür auch in einem erstklassigen sozialen Staat im Gesundheitsbereich, Bildung, Pensionen, soziale Leistungen etc. bekommen und noch bekommen werden. Sie lieben Österreich genauso wie die Türkei und wünschen sich das Beste für beide Länder.

2. Wir finden solche Diskussionen unwürdig und fehl am Platz, besonders wenn man die Gründe und die Voraussetzungen der Befürworter liest. Wie kann man seine Heimat wegen Geld verlassen? In welcher unsere Kinder sogar Enkelkinder bekommen haben. In der unsere Friedhöfe langsam aber doch in Österreich sind. In welcher wir unsere glücklichsten und traurigsten Tage erlebt haben. Unsere Gefühle sind in Österreich und das kann man nicht mit Geld messen. Die Mehrheit der Austrotürken wissen wohin Sie gehen wollen und wo sie bleiben wollen und möchten nicht in extremen Positionen bei verschiedenen Stammtischen (auch Sozialmedien) etc.) in unwürdiger Weise Diskussionsthema sein.

3. Solche Diskussionen bezüglich einbezahlter Sozial- und Pensionsbeiträge gab es vor Jahren in Deutschland, Holland und Dänemark. In Dänemark gibt es solche Möglichkeiten für nicht-dänische Staatsbürger, dass diese vorzeitig das Land verlassen können mit ziemlich bedenklichen Zahlungsmodalitäten, die bis jetzt meistens von 20-29-Jährigen in Dänemark wenig genutzt wurden und eigentlich ein Fall für Masterthesen in Soziologie-Fakultäten sein sollten.

4. Die Kritik aus Österreich, besonders von österreichischen Politikern, bezüglich der Menschenrechte in der Türkei, sollte kein Vorwand für das „Unerwünschtsein“ der hier lebenden Menschen, als Keule verwendet werden. Die Menschenrechte in der Türkei sind für die EU und für Österreich ein wichtiges Thema, da die Türkei seit 2005 ein Kandidat für die Vollmitgliedschaft in der EU ist. Die Kritik aus Österreich in Richtung der Türkei ist nicht gegen die 300.000 Menschen aus der Türkei in Österreich gerichtet. Menschenrechte sind unteilbar. Menschen und Grundrechte sichern die wichtigsten Regeln des Zusammenlebens. Wir wünschen für die Türkei eine Demokratie erster Klasse und nicht eine Demokratie zweiter oder dritter Klasse.

5. Man muss hier die Spreu vom Weizen trennen. Die Spreu sind diejenigen Politiker in Österreich, die aus dieser Situation der türkischen politischen Lage, mit den IS-Terroristen, PKK und dem Syrien-Konflikt, einem innenpolitischen Profit in Österreich durch Pauschalisierung der Probleme, unter dem Deckmantel "die Türken" beziehungsweise "die Regierung und der Präsident ist die Türkei und die Austrotürken" versuchen zu ergattern. Wir wiederholen: In Österreich sollten wir unter dem Vorwand kritisieren, dass wegen der Menschenrechte pauschal alle Austrotürken in Österreich, die damit nichts zu tun haben, mit der Schlagzeile "Die Türken..." "satanisiert" werden. Beispiele gibt es genug. Das schadet mehr Österreich als den hier lebenden Menschen aus der Türkei. Nicht gut!

6. Auf der anderen Seite müssen diejenigen Vereine oder Personen, die sich als verlängerter Arm der türkischen Regierung in Österreich sehen bzw. sehen wollen oder dieser nahe stehen oder Sympathisanten sind, auch nicht diese Kritik der österreichischen Politiker pauschal als einen Angriff gegenüber allen Türken in Österreich interpretieren und im Namen aller Menschen aus der Türkei in Österreich eine Pauschalisierung mit dem Titel "alle Österreicher sind gegen uns" propagieren. Das ist falsch und nicht richtig, da sonst Fragen wie "Wer ist hier der Brandstifter?" und "Wer ist hier der Feuerlöscher?" beziehungsweise "Wer tritt hier unter dem Vorwand Feuerlöscher auf, die doch eigentlich die Brandstifter sind?" kommen wird. Hier darf man auch Kritiker nicht mundtot machen und durch verschiedene Methoden, sei es in sozialen Medien, privat oder persönlich, drohen oder diskriminieren, beziehungsweise in Angst und Schrecken versetzen, damit Menschen ihre Meinung nicht sagen können.

7. Diese Diskussionen über Pension und soziale Abgaben kann man gerne lange und mit vielen Beispielen argumentieren, die nichts außer Spott, Hass und Vorurteile bringen. Wir möchten friedlich zusammenleben - ohne Hetze und Vorurteile. Dafür müssen wir etwas tun. Im Herzen und im Hirn, mit Verstand und Vernunft: Frieden wollen und wünschen und so handeln. Die erfundenen künstlichen Zahlen, Stimmen und Gegenstimmen schaffen ein nicht menschenwürdige Klima. Und in der österreichischen Verfassung steht, dass der Mensch als höchstes Gut definiert und geschützt werden würde.

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