Pressekonferenz: Sicherheitsoffensive der Wiener Rauchfangkehrer: 85% weniger tödliche CO-Unfälle

Wien (OTS) - In Kürze startet die Heizsaison und die Anlagen werden wieder in Betrieb genommen. Etwa die Hälfte der WienerInnen beheizen ihre Wohnungen mit einer Gasheizung, Einzelöfen werden immer mehr zurückgedrängt. Aber auch der gemütliche, offene Kamin könnte, nach einer Novelle der Bauordnung, in Neubauten oder sanierten Altbauten bald der Vergangenheit angehören. In den letzten drei Jahren wurde von den Wiener Rauchfangkehrern ein Sicherheitspaket ausgebaut und umgesetzt, das Unfälle durch Kohlenmonoxid mit Todesfolge beinahe gänzlich verhindert. „Wir sind unserem Ziel, Wohnen in Wien noch sicherer zu machen, wieder ein gutes Stück näher gekommen.“, sagt KR Josef Rejmar, Innungsmeister der Wiener Rauchfangkehrer, bei der Pressekonferenz am 7. September in Wien.

Freie Fluchtwege: Sicherheitsaktion im Spätherbst

Seit 2012 wird die Luftverbundprüfung in Wien im Rahmen der jährlichen Hauptkehrung durchgeführt. Dadurch konnten Kohlenmonoxid-Unfälle um 30% und Todesfälle um 85% reduziert werden. Außerdem konnten 2015 im Zuge der Überprüfungen über 8.000 defekte Anlagen sichergestellt, und somit knapp 20.000 Wiener und Wienerinnen vor einer potentiellen Kohlenmonoxid-Vergiftung bewahrt werden. Die verpflichtende Abgasmessung von 18kW Thermen und die Emissions-Grenzwerte wurden für alle Bundesländer vereinheitlicht und sind am 5. Juni, in Wien, in Kraft getreten. In Wien wurde die bisher für alle 5 Jahre vorgeschriebene Messung auf alle 4 Jahre verkürzt. Die Wiener Kehrverordnung 2016 konkretisiert die im Wiener Feuerpolizeigesetz 2015 normierte Überprüfungspflicht und beseitigt letzte Unsicherheiten oder Missverständnisse bei der Auslegung. Die Wiener Landesregierung legt die jährliche Überprüfung der ausreichenden Verbrennungsluftzufuhr durch einen öffentlich zugelassenen Rauchfangkehrer (ÖZR) im Zuge der jährlichen Hauptkehrung unmissverständlich fest. Auch Stiegenhaus, Gänge und Dachböden werden von den Rauchfangkehrern auf freie Fluchtwege überprüft. „Manche Bewohner verstehen die Wichtigkeit nicht. Aber freie Fluchtwege sind lebensrettend“, appelliert Rejmar: „Daher starten wir im Spätherbst eine Sicherheitsaktion für freie Fluchtwege in den Gebäuden, um die Bewohner darauf aufmerksam zu machen.“

Offene Kamine bald Vergangenheit

Offene Feuerstellen erfreuen sich einer ungebrochenen Beliebtheit. 2015 haben die Wiener Rauchfangkehrer 2.810 Befundungen für offene Feuerstellen durchgeführt. In vielen Gebäuden ist aber laut den Wiener Rauchfangkehrern der Einbau nicht mehr möglich. Nach der Baurechtsnovelle 2014 müssen in Neubauten keine Rauchfänge mehr eingebaut werden. Auch bei sanierten Altbauten, vor allem beim Aufbau neuer Dachwohnungen, kann bei Erreichen des Niedrigenergiestandards auf den Kamin verzichtet werden.

Lehrlingsausbildung für zukünftige Sicherheit

Von den 128 Rauchfangkehrerbetrieben in Wien werden rund 60% bereits seit mehreren Generationen innerhalb der Familie geführt. Auf die Ausbildung und Erfahrung der Mitarbeiter wird besonders großer Wert gelegt. So bilden etwa 70% der Betriebe Lehrlinge aus. Die Lehrlinge werden in der Berufsschule für das Baugewerbe in 1220 Wien unterrichtet. Aber auch für aktive RauchfangkehrerInnen hört die Ausbildung mit dem Berufsalltag nicht auf. Die Anforderungen wachsen und technisches Know-how wird immer komplexer. So werden alle öffentlich zugelassenen Rauchfangkehrer (ÖZR) jährlich in Fortbildungsseminaren zum neuesten Stand der Technik und zu gesetzlichen Änderungen informiert und ausgebildet.

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