Digitale Transformation der Tiroler Industrie

Fraunhofer Austria forscht nun auch in Tirol mit Unternehmen und weiteren Forschungspartnern an innovativen Lösungen für eine erfolgreiche digitale Zukunft der Industrie.

Wattens, Tirol (OTS) - Am 06. September 2016 öffnete das Fraunhofer Innovationszentrum »Digitale Transformation der Industrie« in Wattens, Tirol, offiziell seine Türen. Mit dieser neuen Niederlassung im internationalen Gründerzentrum Werkstätte Wattens setzt Fraunhofer Austria einen wichtigen Schritt für die Zukunft der Tiroler Industrie. »Gemeinsam mit Unternehmen und weiteren Partnern forscht Fraunhofer hier an zukunfts- und richtungsweisenden Lösungen für eine erfolgreiche digitale Weiterentwicklung des Standortes«, erklärt Prof. Dr. Sihn, Geschäftsführer von Fraunhofer Austria.

Spitzenforschung für Tiroler Wirtschaft

Als Tochter der größten Forschungsorganisation für angewandte Forschung in Europa hat Fraunhofer Austria es sich zum Ziel gesetzt, die österreichische Wirtschaft und ihre Unternehmen im globalen Wettbewerb zu stärken. Die Forscher entwickeln daher gemeinsam mit ihren Partnern Lösungen, die Firmen konkrete Wettbewerbsvorteile bieten. Dabei kombinieren sie innovative Technologien der angewandten Forschung mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Projektarbeit mit Unternehmen.

Die Gründung des neuen Fraunhofer Innovationszentrums in Wattens ermöglicht nun die intensive Weiterentwicklung des Themas »Digitale Transformation der Industrie« in Tirol. »Der Standort Wattens ist optimal geeignet, da hier bereits renommierte Unternehmen mit den höchsten F&E-Quoten Tirols an der digitalen Transformation der Industrie arbeiten«, so Thomas Oberbeirsteiner, Bürgermeister von Wattens. Matthias Neeff, Geschäftsführer der Destination Wattens Regionalentwicklung GmbH ergänzt: »Durch die Eröffnung einer Niederlassung der Fraunhofer-Gesellschaft in unserem neuen Gründerzentrum »Werkstätte Wattens« wird die Attraktivität des Standortes für eine Ansiedlung von Unternehmen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen weiter erhöht. Sie ist damit ein zentraler Baustein unserer Ambitionen zur nachhaltigen Belebung des regionalen Wirtschaftsraumes. Insbesondere für das »FabLab«, dem Zentrum für schnelle Prototypenfertigung der »Werkstätte Wattens«, werden im Themengebiet der »Digitalisierung der Industrie« sehr spannende Kooperationsmöglichkeiten mit Fraunhofer entstehen.«

Die öffentlich geförderten Projekte sowie Projekte der Auftragsforschung werden sich fachlich am lokalen Industriebedarf orientieren. Durch die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse rund um die Industrie 4.0 in nutzbare Innovationen soll die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig gesteigert werden. Um dies zu erreichen, wird eine enge Kooperation mit Firmen und bestehenden Forschungseinrichtungen in Tirol angestrebt. Landeshauptmann Günther Platter freut sich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit: »Die Ansiedelung des Fraunhofer Innovationszentrums in Wattens ist ein Meilenstein für die industrieorientierte Forschung in Tirol. Mit der Marke Fraunhofer als verbindende Brücke zwischen der Forschung der Tiroler Hochschulen und unternehmerischer Innovation wird die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft am Forschungs- und Wirtschaftsstandort Tirol weiter ausgebaut.«

Die Basisfinanzierung erfolgt durch das Land Tirol und die Fraunhofer-Gesellschaft sowie durch Rahmenvereinbarungen mit Unternehmen. »Damit ist erfreulicherweise der Einstieg in das angestrebte Grundfinanzierungsmodell in Österreich gelungen«, so Prof. Dr. Georg Rosenfeld, Vorstand Technologiemarketing und Geschäftsmodelle der Fraunhofer-Gesellschaft.
Ziel des Innovationszentrums ist es, nach einer 3-jährigen Aufbauphase einen eigenständigen dritten Geschäftsbereich von Fraunhofer Austria mit Anbindung an die Universität Innsbruck in Tirol zu etablieren.

Innovative Lösungen für die digitale Zukunft

Um einen kurzen Einblick in ihre Forschungstätigkeiten am neuen Standort zu geben, hielten die Wissenschaftler von Fraunhofer Austria am Nachmittag der Eröffnungsfeier Workshops rund um ihre Forschungsthemen im Bereich Industrie 4.0.

Im Workshop »Industrie 4.0-Roadmapping – Der Weg zur digitalen Transformation der Industrie« gaben die Mitarbeiter einen Einblick in das Industrie 4.0 Reifegradmodell von Fraunhofer Austria. Dieses Modell zeigt, wo Unternehmen im Kontext der Industrie 4.0 aktuell stehen und wo ihre individuellen Potentiale für Industrie 4.0 liegen.

Was bedeutet generative Fertigung? Wo liegen die konkreten Chancen und Handlungsbedarfe für Unternehmen? Was funktioniert und wie können Fehler vermieden werden? Diese und weitere Fragen beantworteten die Wissenschaftler mithilfe konkreter Anwendungsbeispiele im Workshop »Generative Fertigung – Digitale Produkte und reale Anwendungsfelder von 3D-Druck«.

Feierliche Eröffnung mit hochkarätigen Gästen

Am Abend erfolgte schließlich der offizielle Festakt zur Eröffnung des Fraunhofer Innovationszentrums »Digitale Transformation der Industrie« in Tirol. Hochkarätige Persönlichkeiten der Tiroler Politik, Wirtschaft und Forschung – unter ihnen der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter, der Bürgermeister von Wattens Thomas Oberbeirsteiner und Markus Langes-Swarovski, Mitglied des Swarovski Executive Boards – freuten sich über diesen Meilenstein in der heimischen Forschungslandschaft. »Mit dem Innovationszentrum reagieren wir auf die rasant wachsende Bedeutung der Digitalisierung in der österreichischen Industrie. Gemeinsam mit der lokalen Industrie, Wirtschaft, Politik und Forschung sowie den Kompetenzen und Angeboten des gesamten Fraunhofer-Netzwerks möchten wir zur Stärkung des Wirtschafts- und Forschungsstandorts beitragen«, beschreibt Rosenfeld die Bedeutung des neuen Fraunhofer Innovationszentrums.

Über die Fraunhofer Austria Research GmbH

Die Fraunhofer Austria Research GmbH wurde Ende 2008 als erste europäische Tochtergesellschaft der Fraunhofer-Gesellschaft gegründet. In den beiden Geschäftsbereichen »Produktions- und Logistikmanagement« in Wien und »Visual Computing« in Graz sowie dem Fraunhofer Innovationszentrum »Digitale Transformation der Industrie« in Tirol arbeiten 42 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an anwendungsorientierten Lösungen zum Nutzen der Wirtschaft und zum Vorteil der Gesellschaft. Forschen für die Praxis ist die zentrale Aufgabe der Fraunhofer-Einrichtungen.

Über die Fraunhofer-Gesellschaft

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die führende Organisation für angewandte Forschung in Europa. Unter ihrem Dach arbeiten 67 Institute und Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland. 24 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzielen das jährliche Forschungsvolumen von mehr als 2,1 Milliarden Euro. Davon fallen über 1,8 Milliarden Euro auf den Leistungsbereich Vertragsforschung. Über 70 Prozent dieses Leistungsbereichs erwirtschaftet die Fraunhofer-Gesellschaft mit Aufträgen aus der Industrie und mit öffentlich finanzierten Forschungsprojekten. Internationale Kooperationen mit exzellenten Forschungspartnern und innovativen Unternehmen weltweit sorgen für einen direkten Zugang zu den wichtigsten gegenwärtigen und zukünftigen Wissenschafts- und Wirtschaftsräumen.

Über die Destination Wattens

Die Destination Wattens Regionalentwicklung GmbH ist eine Private-Public-Partnership zwischen dem Unternehmen Swarovski und der Marktgemeinde Wattens. Auftrag der Gesellschaft ist die Konzeption und Umsetzung von nachhaltigen regionalen Projekten in den Bereichen Wirtschaft, Forschung und Bildung. Die derzeit größte Initiative der Destination Wattens ist das im November 2015 eröffnete internationale Gründerzentrum »Werkstätte Wattens«. Auf einer Fläche von 2.200 m² stehen Unternehmerinnen und Unternehmern hier neben Werkstätten und Produktionsbereichen auch Team-Offices, ein Co-Working Space sowie ein Fablab zur individuellen Nutzung zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

Marie-Therese Wagner, MA MSc.
Pressereferentin
Fraunhofer Austria Research GmbH
Mobil +43 676 888 616 17
marie-therese.wagner@fraunhofer.at

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