Neues Volksblatt: "Ministerratsposse" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 7. September 2016

Linz (OTS) - Gestern wurden die heimischen Polit-Kommentatoren unfreiwillig zu Theater-Kritikern: Schuld daran war die Neuinszenierung des Ministerrates. Schon vorab war klar, dass es etwas unterprobt sein wird. Teile des Publikums waren deswegen skeptisch, obwohl das Stück hochkarätig besetzt ist, spielen doch alle Minister, Kanzler und Vizekanzler mit. Und die Skeptiker hatten zum Teil recht. Durch die Neuinszenierung von Christian Kern wurde die Aufführung erstens in die Länge gezogen und zweitens auf mehrere Standorte verteilt, teils wirkte sie wie eine Polit-Posse. Die Ortswechsel, die bei „Alma“ von Paulus Manker Spannung schaffen, haben sich im Bundeskanzleramt nicht bewährt. Begonnen hat die gestrige Aufführung mit dem Prolog des Kanzlers als Solonummer, schon optisch wurde klar, dass hier etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Grundsätzlich lebt das Stück „Ministerrat“ ja von der Improvisation, von den Dialogen zwischen den Koalitionspartnern und den Stichwortgebern der Presse. Diese gab es allerdings erst nach einer längeren Sitzungspause. Und irgendwie ist es noch ungewohnt, wenn quasi die „Hauptdarsteller“ nicht reden dürfen, und auch das Ambiente mit Sessel und Tisch wirkte etwas retro. Positiv zu erwähnen sind jedenfalls die Neuerungen beim „Programmheft“: Wusste man den Inhalt früher nur vom Hörensagen, gibt es nun vorab eine Inhaltsangabe. Alles in allem „ausbaufähig“.

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