Neues Volksblatt: "Kein Anfang vom Ende" von CR Christian HAUBNER

Ausgabe vom 5. September 2016

Linz (OTS) - Üblicherweise ist Mecklenburg-Vorpommern nicht eines jener deutschen Bundesländer, die im Fokus stehen: Es hat mit rund 1,6 Millionen Einwohnern eine vergleichsweise kleine Bevölkerungszahl, die Wirtschaft ist schwach. Politisch ging es in einer rot-schwarzen Koalition eher beschaulich zu.
Dass just dieses Land im Brennpunkt der deutschen Innenpolitik steht, hat mit den gestrigen Wahlen zu tun, die zu einem Erdrutsch und damit zu einem Ende der Beschaulichkeit geführt haben: Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) hat aus dem Stand Platz zwei erreicht und die CDU verdrängt.
Damit dürfte das Land im politischen Rampenlicht bleiben. Dafür werden schon allein die inner- und außerparteilichen Widersacher von Kanzlerin Angela Merkel sorgen. Denn immerhin geht es um ihr Heimatbundesland, das ihrem „Wir schaffen das“ eine gehörige Abfuhr und ihr selbst damit eine gehörige politische Ohrfeige verpasst hat. Vorerst muss man aber die Kirche im Dorf lassen: Dass eine Protestpartei in einem armen, von Abwanderung betroffenen Bundesland leichteres Spiel hat, verwundert nicht. Auf Bundesebene wird es die AfD ob ihrer Zerstrittenheit und fehlender konstruktiver Ideen nicht so leicht haben. Zudem wird viel vom Umgang mit der Flüchtlingskrise abhängen. Diese Wahl allein ist jedenfalls nicht der Anfang vom Ende der Merkel'schen Kanzlerschaft.

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