Samariterbund: Deutschkurse so nicht durchführbar

Samariterbund zeigt an Rechenbeispiel, dass qualifizierte Deutschkurse von Quartierbetreibern nicht finanziert werden können

Wien (OTS) - Der Vorschlag von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil, Quartiergeber von Flüchtlingen zur Bereitstellung von Deutschkursen zu verpflichten, stößt beim Samariterbund auf Unverständnis. „Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, dass dies schlicht unmöglich ist“, erklärt Samariterbund Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller. Derzeit erhält ein Quartiergeber für einen Flüchtling in der Grundversorgung 630 Euro im Montag (21 Euro pro Tag), ein zertifizierter intensiver Deutschkurs auf Level A1 (Integrationskurs Anfänger)kostet im Durchschnitt 590 Euro (120 Unterrichtseinheiten) und dauert etwa 5 Wochen. Dazu kommen noch eine Prüfungsgebühr von etwa 90 Euro und ein Monatsticket für die öffentlichen Verkehrsmittel. „Die Realität zeigt aber, dass der Besuch eines einzigen Kurses lange nicht ausreicht“, erklärt Hundsmüller.

„Derzeit sind alle NGOs und viele Quartieranbieter im Rahmen ihrer Möglichkeiten bemüht, mit Ehrenamtlichen Deutschkenntnisse zu vermitteln“, so Franz Schnabl, Präsident des Samariterbundes. Faktum ist, dass mit dem von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellten Mitteln gerade noch das Auskommen für Unterkunft, Verpflegung und die vorgeschriebene Betreuung möglich ist. „Diese Forderung von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich bin schlichtweg enttäuscht. Der Staat nimmt wieder einmal seine Aufgaben nicht wahr, und die NGOs sollen für das Versagen der Regierung einspringen“, so Franz Schnabl.

Der Samariterbund übernimmt Verantwortung für Menschen, die aufgrund katastrophaler Lebensbedingungen in Kriegs- und Krisengebieten ihre Heimat verlassen mussten, in Österreich Asyl suchen und macht sich für ihre Rechte stark. Österreichweit betreibt der Samariterbund über 40 Flüchtlingseinrichtungen. Besonders unterstützt der Samariterbund unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die allein aus ihrer Heimat geflüchtet sind, bietet altersadäquate Quartiere und Betreuung und hilft ihnen bei der Integration.

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